Wer ist Jesus Christus?
Dr. theol. habil. Josef Spindelböck
Dr. theol. habil. Josef Spindelböck: Wer ist Jesus Christus?

Predigt am 21. Sonntag im Jahreskreis A am 24. August 2008

L 1: Jes 22,19-23; L 2: Röm 11,33-36; Ev: Mt 16,13-20

Liebe Brüder und Schwestern im Herrn!

Gott ist immer größer als unser Herz. Wir können ihn nicht begreifen, sonst wäre er nicht mehr Gott, sondern nur ein leicht durchschaubarer Götze. Und doch haben wir ein Grundvertrauen in Gottes allmächtige Güte und seine liebevolle Vorsehung, das uns mit dem Apostel Paulus im Römerbrief voll Staunen und Ehrfurcht ausrufen läßt: „O Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich seine Wege.“

Eben deshalb sind wir ja auch zum sonntäglichen Gottesdienst versammelt, um Gottes Liebe und Größe zu preisen. Denn darin liegt unser Heil. Gott selbst ist nicht auf uns angewiesen. Ihm fehlt in seiner unendlichen Vollkommenheit nichts, sodaß er uns bräuchte. Nein, es ist umgekehrt! Wir Menschen verdanken uns in unserem Dasein ganz seiner schöpferischen und fürsorgenden Liebe. Gott ist, so lehrt es uns die Offenbarung, selbstlos schenkende Liebe. So kann Paulus im ersten Korintherbrief (4,7) fragen: „Was hast du, das du nicht empfangen hättest? Wenn du es aber empfangen hast, warum rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen?“

Aber das Großartige dieser Liebesbeziehung Gottes zu uns Menschen besteht darin, daß Gott uns Menschen – obwohl wir aus uns selber „nichts“ sind – radikal ernst nimmt. Er überrumpelt uns nicht, er hat es nicht nötig, uns zu manipulieren oder zu etwas zu zwingen, sondern er appelliert an unsere Freiheit, daß wir seine Liebe annehmen – zu unserem Besten! Und wenn wir es nicht tun, dann läßt er uns unsere Wege gehen. Freilich wartet er immer auf unsere Rückkehr, wenn wir uns verlaufen haben oder wie der verlorene Sohn auf Abwege geraten sind.

In der Geschichte der Menschheit ist etwas Einzigartiges geschehen: Gott selber ist einer von uns geworden; die zweite göttliche Person – das ewige Wort – ist Fleisch geworden. Gott hat unsere Menschennatur angenommen, um uns an der göttlichen Natur Anteil zu schenken. Als unser Herr Jesus Christus auf Erden lebte und Zeichen und Wunder wirkte, da fragten sich die Menschen, wer er wohl sei. Manche meinten, Johannes der Täufer wäre von den Toten auferstanden, andere sahen Jesus als den wiedergekommenen Elija an, wieder andere hielten ihn für Jeremia oder sonst einen Propheten. Wer aber war er wirklich? Das war die alles entscheidende Frage, auf die eine Antwort zu finden war.

Letztlich konnte aber die einzig wahre Antwort darauf, wer Jesus Christus ist, nicht von den Menschen kommen. Gott selbst mußte es uns offenbaren, und diese besondere Erleuchtung Gottes erfährt der Apostel Simon Petrus. Petrus ist als Mensch nicht besser als die übrigen Apostel, wohl aber hat ihn der Herr in besonderer Weise auserwählt, der Sprecher des Apostelkollegiums zu sein und es später sogar zu leiten. So antwortet nun der Apostel Petrus und gibt kund, wer Jesus wirklich ist. Er sagt: „Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!“

Jesus bestätigt diese Aussage des Petrus und preist ihn dafür selig. Aber „nicht Fleisch und Blut“ haben ihm das offenbart, sondern der Vater im Himmel.

Nachdem Petrus offen bekannt hat, wer Jesus ist, erklärt Jesus in feierlicher Weise, wozu Gott den Simon berufen hat, der von nun an Petrus heißen soll. Jesus sagt zu ihm: „Du bist Petrus – der Fels –, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.“ Sogar die „Schlüssel des Himmelreiches“ wird der Herr dem Petrus geben; Petrus wird im Namen der ganzen Kirche die Binde- und Lösegewalt ausüben in Fragen des ewigen Heils der Menschen.

Der Kirche ist in der Person des Apostels Petrus und seiner Nachfolger, d.h. des jeweiligen Papstes, der besondere Beistand des Heiligen Geistes geschenkt. Dieser Heilige Geist erhält die Kirche in der Wahrheit des Glaubens, so daß sie im Bekenntnis zu Jesus Christus nicht irren kann. Durch das Sakrament der Taufe gehören auch wir zur Kirche Jesu Christi, die auf den Felsen Petri gebaut ist und nicht untergehen wird, auch wenn so manche Stürme und Bedrängnisse herankommen.

Es geht um das ewige Heil, um das ewige Leben, zu dem uns Gott in seiner unbegreiflichen Liebe einlädt. Tun wir das Unsere im Bemühen um ein gutes, Gott wohlgefälliges Leben und vergessen wir nicht unsere Mitmenschen, denn nur in der Liebe sind wir mit Gott verbunden und werden wir einst selig sein. Maria, die Mutter der Kirche, stehe uns bei durch ihre Fürsprache! Amen.


 Sühnegebet des hl. Aloysius:
Sühnegebet für die Gottes- und Heiligenlästerungen
Gott sei gepriesen
Gepriesen sei Sein heiliger Name
Gepriesen sei Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch
Gepriesen sei der Name Jesu
Gepriesen sei Sein heiligstes Herz
Gepriesen sei Sein Kostbares Blut
Gepriesen sei der Heilige Geist, der Tröster
Gepriesen sei die erhabene Gottesmutter, die heiligste Jungfrau Maria
Gepriesen sei ihre heilige und Unbefleckte Empfängnis
Gepriesen sei ihre glorreiche Himmelfahrt
Gepriesen sei der Name der Jungfrau und Mutter Maria
Gepriesen sei der heilige Josef, ihr reinster Bräutigam
Gepriesen sei Gott in Seinen Engeln und Heiligen


Oh mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden, bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, führe alle Seelen in den Himmel,
besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.

Mein Gott, ich glaube an dich, ich hoffe auf dich, ich liebe dich und ich bete dich an,!
Ich bitte dich um Verzeihung für jene, die nicht an dich glauben, nicht auf dich hoffen, dich nicht lieben und dich nicht anbeten.



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