Stimmen der Zeit

Prinzessin Borghese: Der Glaube hat die gesamte Sicht meines Lebens komplett verändert. Durch den Glauben sehen wir alles in einem neuen Licht. Ich hatte durch meine Familie eigentlich immer alles gehabt, und inmitten dieser „dolce vita", diesem genußvollen Leben, habe ich dann plötzlich gemerkt, daß ich, was das Wesentliche angeht, eigentlich überhaupt nichts besaß. Durch den Glauben habe ich auch meine eigene, meine wahre Identität neu wahrgenommen. Was das eigentlich bedeutet, daß wir - noch vor unserer natürlichen Herkunft, unserem Stammbaum - wirklich Kinder Gottes sind. Daß wir Gottes Söhne und Töchter sind, das ist es, was uns wahren Adel verleiht. Nun ist es das Göttliche in uns, was mir einen Stand in dieser Gesellschaft gibt. Das nimmt uns auch die Angst überhaupt, etwas Wesentliches und existentiell Wichtiges jemals verlieren zu können.

Als Journalistin hatten Sie die Möglichkeit, mit Päpsten in Kontakt zu kommen. Sie begleiteten Johannes Paul 11. auf seiner letzten Reise nach Lourdes. Welche Rolle spielte der verstorbene Heilige Vater in Ihrer Glaubensgeschichte?
Prinzessin Borghese: Sie dürfen nicht vergessen: Johannes Paul II. war der Papst meiner Generation. Mit diesem Papst bin ich aufgewachsen und zur Frau gereift. Er war entscheidend für meine Bekehrung. Seine Person hat mich überzeugt und sein Beispiel fasziniert. Natürlich will ich ihn bald heiliggesprochen sehen. Ich unterstütze voll und ganz die Initiative: „Santo subito".

Man sagt, daß von Ihnen die Formulierung stamme: „Papst Benedikt XVI. ist der Thomas von Aquin unserer Tage." Stimmt das?
Prinzessin Borghese: Ja, Papst Benedikt bedeutet mir sehr viel. Er ist der Papst, den ich bei meiner Arbeit als Journalistin zu seiner Kardinalszeit oft gesehen habe. Ich hatte viele Gelegenheiten zu recht familiären Begegnungen mit ihm. Ich habe das schon einmal unterstrichen und bestätige es hier gern wieder: Ich halte Papst Benedikt XVI. für den Thomas von Aquin unserer Zeit. Gleichzeitig ist er ein Mensch, der „dolce" (liebenswert) und sensibel ist und den Menschen wahrhaftig nahe sein kann. Ich habe ihn als einen humorvollen Menschen kennengelernt, der das Leben liebt. Nachdem er zum Papst gewählt worden war, das darf ich hier ruhig sagen, habe ich mich als Katholikin sicher, ja beschützt gefühlt. Wer diesen Papst näher kennen lernen möchte, der muß seine Enzyklika „Deus caritas est" lesen und sich darin vertiefen. Wenn Sie zwischen den Zeilen zu lesen verstehen, finden Sie darin in wenigen Worten den Priester, den Kardinal und den Papst. Wer diese Worte in sich aufnimmt, den bringt das in das Zentrum des Glaubens zurück. Mit dieser Enzyklika hat der Heilige Vater das Herzstück des Glaubens herausgestellt, „Dio e amore", Gott ist Liebe. Das ist eine leidenschaftliche Einladung, die sagen will: „Kehrt in das Zentrum des Glaubens zurück."



Prinzessin Borghese: "Nur aus dem Geschenk des Glaubens ziehe ich dieses Gefühl großen Friedens, das mich durchströmt. Ich bin ruhig, weil ich weiß, daß ich nicht allein bin. Über meinen Namen hinaus, über mein Erbe und auch meine Grenzen hinaus, ist da jemand, der mich liebt und mich immer lieben wird. Deshalb habe ich keine Angst vor der Zukunft und ihren Höhen und Tiefen, vor den Freuden und Schmerzen, die sie unausweichlich mit sich bringt.

Auch die Heiligen haben ihre dunklen Nächte erlebt. Vielleicht warten nach diesen hellen Jahren auch auf mich schwierige Momente, die meine Treue und meinen Glauben auf die Probe stellen und mein Inneres wie in einem Schmelztiegel reinigen werden.

Geschehe, was Gott will! Ich sage das mit Nachdruck, weil ich von jetzt an weiß, daß mein Glaube weder blind noch sentimental ist. Es ist vielmehr ein frei gewählter Gehorsam gegenüber dem, der mich, wie ich endlich herausgefunden habe, liebt."                               Alessandra Prinzessin Borghese



Papst Benedikt XVI. ... hat erneut die Bedeutung von Fatima für die ganze Welt hervorgehoben. In einem Schreiben an den neuen Bischof der portugiesischen Diözese Leira-Fatima, D. Antonio Marto, ließ Papst Benedikt XVI. wissen, daß das Heiligtum von Fatima „von großer Bedeutung für das Land, Europa und die gesamte Welt" sei. Am 13. Mai 2006 hatte der Papst auf dem Petersplatz erklärt: „Die Botschaft der Muttergottes von Fatima ist wahrhaft prophetisch gewesen ... und wenn auch noch Befürchtungen für die Zukunft der Menschheit bleiben, so tröstet es doch, daß die 'weiße Frau' den Hirtenkindern versprochen hat:'Am Ende wird mein Unbeflecktes Herz siegen!'"


Katja Giammona ... die bekannte 31-jährige Schauspielerin (u.a. in der ZDF-Serie „Unser Charly" und Fernsehfilmen wie „Berlin, Berlin" zu sehen), hat in einem Beitrag für die Zeitschrift PUR magazin zu einem würdigen Kommunionempfang aufgerufen. Jesus trage blutende Wunden in seinem Herzen, wegen unwürdig eingenommener Kommunionen, schreibt die gläubige Katholikin und weiter: „Wir müssen um Heilige beten, für heilige Berufungen und vor allem auch immer wieder danach trachten unser Gewissen zu erforschen, öfter zu beichten und Jesus gegenüber sensibler zu sein. Uns sollte immer bewußter werden, was es bedeutet, die heilige Kommunion zu empfangen und wir sollten über dieses große Opfer der Liebe Gottes nachsinnen."


Kardinal Tarcisio Bertone ... der neue vatikanische Kardinal-Staatssekretär und frühere enge Mitarbeiter Kardinal Ratzingers bei der Kongregation für die Glaubenslehre, hat erneut Spekulationen zurückgewiesen, das im Jahr 2000 von Papst Johannes Paul II. veröffentlichte Dritte Geheimnis von Fatima sei nicht vollständig enthüllt worden. Für ihn sei während seiner Zeit als Sekretär bei der Kongregation für die Glaubenslehre die Enthüllung des Dritten Geheimnisses von Fatima etwas ganz Besonderes gewesen, sagte er in einem Interview mit der Zeitschrift „30 Tage". Die Frage, ob davon nach wie vor etwas unbekannt sei, verneinte der neue Kardinal-Staatssekretär dabei eindeutig.


Dr. Manfred Lutz, Arzt, Theologe und Schriftsteller: ... „Viele Katholiken jammern immer noch: 'Es ist alles so schrecklich und so furchtbar. ' Daher können sie die Frohe Botschaft gar nicht recht vermitteln. Die Katholische Kirche befindet sich gegenwärtig in einer Krisensituation im positiven Sinne, in einer Übergangssituation. Jeder Katholik sollte sich zum Glauben bekennen, Zeugnis geben und seinen Glauben auch erklären. Die Menschen sind heute wieder bereit, sich das anzuhören. Das ist die neue Zeit!"
„Die Atmosphäre in Deutschland hat sich total verändert. So etwas habe ich in meinen 52 Jahren noch nicht erlebt: das antikatholische Klischee von außerhalb gibt es nicht mehr. Es ist tot. Einfach verschwunden. Manchmal hat man den Eindruck, viele Katholiken fühlten sich immer noch belagert. Ein Tipp von mir: Einfach mal ein Fenster aufmachen und gucken ob noch jemand von den Belagerern da ist. Ich hab' das mal getan: Es ist wirklich keiner mehr da."
„Die religiöse Frage ist wieder ganz dramatisch in den Mittelpunkt gerückt...." „Wenn ich vor Managern spreche, spüre ich ein großes Interesse für die Katholische Kirche. Die dämlichen Klischees sind weg. Die Lage der Christen hat sich in den letzten 2000 Jahren immer wieder geändert. Unsere Aufgabe ist es, die Funken des Heiligen Geistes in jeder Zeit zu sehen und nicht nur die Defizite zu beklagen, die es auch immer gegeben hat."

Dr. Manfred Lutz, Arzt, Theologe und Schriftsteller, in einem aktuellen PUR magazin-Interview über die Lage der Katholiken in Deutschland. Der Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln-Porz ist nicht nur bekannter Buchautor („Der blockierte Riese", „Lebenslust") und Berater großer Wirtschaftsuntemehmer sondern auch des Vatikans und ein wirklicher Mutmacher für die Katholiken In Deutschland.



Kardinal Meisner: Die Kirche ist nur sie selbst, wenn sie missionarisch ist, erklärte in einem Interview mit dem "Fidesdienst" der Kölner Kardinal Joachim Meisner. "Alles, was die Kirche hat, hat sie nicht für sich selbst, sondern für die anderen. Darum ist sie nur die Kirche Jesu Christi, wenn sie mit der einen Hand die Gaben Christi empfängt und mit der anderen die Gaben Christi austeilt. Es muß die Grunderfahrung jedes Christen sein: er ist ein Gesandter, er ist ein Missionar." Die erste Missionarin ist für Kardinal Meisner Maria. "Sie empfängt in der Kammer von Nazareth Christus durch die Kraft des Heiligen Geistes und sofort bricht sie auf und sie geht eilends - nicht langsam - über die Berge zu ihrer Base Elisabeth, um ihr in ihrer schweren Stunde beizustehen. Hier können wir etwas Typisches für die Mission lernen. Ein Mensch, der voll des Heiligen Geistes ist, der bleibt nicht in seiner Wohnung, sondern der bricht auf und er geht eilends zu den anderen und er steht den anderen bei." Deshalb sind die katholischen Minderwertigkeitskomplexe für den deutschen Kardinal unverständlich. Die Katholiken seien nicht "die letzte Nachhut des Mittelalters - genau das Gegenteil ist der Fall. Wir sind die erste Vorhut, von der die meisten Zeitgenossen noch keine Ahnung haben."
Für den Kölner Oberhirten sind die Worte der Muttergottes von Fatima dabei eine "hinreißende Botschaft". In dem Interview berichtete Meisner, wie er selbst mit Fatima in Berührung kam. "Ich kannte Fatima nur vom Hören-Sagen und ich muß sagen, es hat mich gar nicht so innerlich tangiert, denn ich bin ja erst neun Monate vor der Wende von Berlin nach Köln gekommen und der Heilige Vater Johannes Paul II. bat mich 1990 am 13. Mai, die erste große Fatima-Wallfahrt nach der kommunistischen Wende zu feiern. Er sagte, ich sei als Bischof von Berlin auch Bischof von zwei verschiedenen gesellschaftlichen Systemen geworden - von Kommunismus und Kapitalismus.
Er sagte: Du bist qualifiziert, dort die Feier zu halten und da ging mir erst das auf, was die spezifische Mission von Fatima für die moderne Welt ist: ein halbes Jahr bevor der Kommunismus in Osteuropa das Licht, das heißt das Licht des Glaubens, ausgelöscht hat, ist am anderen Ende Europas, nämlich in Fatima durch die Erscheinung der Muttergottes das Licht schon wieder angezündet worden, für ganz Europa.
Und Maria ist nicht in eine Universität gekommen, sie hat nicht Professoren ihre Botschaft überbracht, sondern sie ist in die Normalität des grauen Alltags zu armen, aber innerlich wachen Kindern gekommen. Und sie hat ihnen diese für Europa und die Welt umstürzende Botschaft anvertraut, daß durch den Beistand Mariens der Kommunismus gleichsam unterwandert wird und daß Maria das Licht auch in Osteuropa wieder anzünden wird. Und das ist die hinreißende Botschaft von Fatima, die das moderne politische und menschliche Leben mehr verändert hat als das je ein Politiker geahnt hat."


(Quelle: "Fatima-Ruft", Nr. 194, 2006, erhältlich bei: Fatima-Aktion e.V., Fr.-Wirth-Str. 4,
D-88353 Kisslegg-Immenried, Tel.: 07563/92003)
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