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Das Schwert des Wortes Gottes - Botschaft von Papst Benedikt XVI.

Liebe Jugendliche, meditiert oft über das Wort Gottes, und erlaubt dem Heiligen Geist, euer Lehrer zu sein! Dann werdet ihr entdecken, daß Gottes Gedanken nicht die der Menschen sind; ihr werdet dahin geführt, die Ereignisse der Geschichte mit seinen Augen zu lesen. Auf dem Weg des Lebens werdet ihr vielleicht Schwierigkeiten und Leid begegnen, und manchmal werdet ihr versucht sein, auszurufen: Ganz tief bin ich gebeugt (PS 119,107). Vergeßt nicht, hinzuzufügen: Durch dein Wort belebe mich... ich vergesse nie deine Weisung (ebd.). Die liebende Gegenwart Gottes durch sein Wort ist das Licht, das die Finsternis der Angst vertreibt.
Lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens (Hebr 4,12).
Die Aufforderung, das Wort Gottes als Waffe im geistlichen Kampf zu betrachten, muß ernst genommen werden; es wirkt kraftvoll, wenn wir lernen, auf dieses Wort zu hören.
Wenn Abraham das Vorbild ist für dieses Hören, das Gehorsam bedeutet, dann erweist sich Salomo als Mensch, der nach der im Wort enthaltenen Weisheit sucht. Als Gott ihn auffordert: Sprich eine Bitte aus, antwortet der weise König:
Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz (1Kön 3,9). Das Geheimnis, ein hörendes Herz zu erlangen, besteht darin, sein Herz zu bilden, damit es zum Hören fähig ist. Das erreicht man, wenn man fortwährend über das Wort Gottes meditiert.
Ein erprobter Weg, das Wort Gottes zu vertiefen, ist die lectio divina, ein geistlicher Weg in mehreren Schritten. Von der lectio, die darin besteht, einen Abschnitt der Heiligen Schrift wiederholt zu lesen und seine hauptsächlichen Elemente zu erfassen, geht man über zur meditatio, die wie eine innere Ruhepause ist, in der die Seele sich Gott zuwendet und zu verstehen versucht, was sein Wort heute für das konkrete Leben sagt. Dann folgt die oratio, die uns im Gespräch mit Gott verweilen läßt, und schließlich gelangt man zur contemplatio, die uns hilft, unser Herz offen zu halten für die Gegenwart Christi. Das Lesen, das Studium und die Meditation des Wortes müssen dann einmünden in ein Leben der Treue zu Christus und zu seiner Lehre.
(Textquelle: Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum XXI. Weltjugendtag vom 22. 2. 2006)



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