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Liebe
Jugendliche, meditiert oft über das Wort Gottes, und erlaubt dem Heiligen
Geist, euer Lehrer zu sein! Dann werdet ihr entdecken, daß Gottes
Gedanken nicht die der Menschen sind; ihr werdet dahin geführt, die
Ereignisse der Geschichte mit seinen Augen zu lesen. Auf dem Weg des Lebens
werdet ihr vielleicht Schwierigkeiten und Leid begegnen, und manchmal werdet
ihr versucht sein, auszurufen: Ganz tief bin
ich gebeugt (PS 119,107). Vergeßt nicht,
hinzuzufügen: Durch dein Wort belebe
mich... ich vergesse nie deine Weisung (ebd.).
Die liebende Gegenwart Gottes durch sein Wort ist das Licht, das die Finsternis
der Angst vertreibt.
Lebendig
ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige
Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk
und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens (Hebr
4,12).
Die
Aufforderung, das Wort Gottes als Waffe im geistlichen Kampf zu betrachten,
muß ernst genommen werden; es wirkt kraftvoll, wenn wir lernen, auf
dieses Wort zu hören.
Wenn
Abraham das Vorbild ist für dieses Hören, das Gehorsam bedeutet,
dann erweist sich Salomo als Mensch, der nach der im Wort enthaltenen Weisheit
sucht. Als Gott ihn auffordert: Sprich eine Bitte aus, antwortet der weise
König:
Verleih
deinem Knecht ein hörendes Herz (1Kön 3,9).
Das Geheimnis, ein hörendes Herz zu erlangen,
besteht darin, sein Herz zu bilden, damit es zum Hören fähig
ist. Das erreicht man, wenn man fortwährend über das Wort Gottes
meditiert.
Ein
erprobter Weg, das Wort Gottes zu vertiefen, ist die lectio
divina, ein geistlicher
Weg in mehreren Schritten. Von der lectio,
die darin besteht, einen Abschnitt der Heiligen Schrift wiederholt zu lesen
und seine hauptsächlichen Elemente zu erfassen, geht man über
zur meditatio,
die wie eine innere Ruhepause ist, in der die Seele sich Gott zuwendet
und zu verstehen versucht, was sein Wort heute für das konkrete Leben
sagt. Dann folgt die oratio,
die uns im Gespräch mit Gott verweilen läßt, und schließlich
gelangt man zur contemplatio,
die uns hilft, unser Herz offen zu halten für die Gegenwart Christi.
Das Lesen, das Studium und die Meditation des Wortes müssen dann einmünden
in ein Leben der Treue zu Christus und zu seiner Lehre.
(Textquelle:
Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum XXI. Weltjugendtag vom 22. 2. 2006)