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Der Rosenkranz - ein wertvolles und wichtiges Gebet
Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Bamberg / Heroldsbach

Am 12. Oktober 2006 feierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick aus Bamberg zusammen mit den Pilgern in Heroldsbach den Vorabend des Fatimatages. In seiner Predigt ging er vor allem auf den Wert und die Bedeutung des Rosenkranzgebetes ein, das die Muttergottes bei ihren Erscheinungen so eindringlich gefordert hatte und das deshalb mit Fatima untrennbar verbunden ist. Die Redaktion dankt seiner Exzellenz für die Erlaubnis der Veröffentlichung seiner Ansprache.
Heroldsbach trägt den Titel Gebetsstätte. Das muß uns Auftrag und Ansporn sein. Heroldsbach soll ein Ort des Gebetes und auch eine Schule des Gebetes sein. Hier sollen Wert, Bedeutung und Kraft des Gebetes erkannt, erlebt und eingeübt werden.
Auf das Gebet weist uns auch das heutige Evangelium hin. Es wird „Gebetsschule des Lukas" genannt. Der Evangelist Lukas lehrt die Christen mit Worten und Anweisungen, wie sie beten sollen. Zum Beten gehören Vertrauen auf Gott, Inständigkeit und Ausdauer. Wer so betet, empfängt von Gott alles, vor allem seinen Heiligen Geist. Er, der gütige Vater, verweigert sich dem inständigen Beten seiner Gläubigen nicht, sondern erfüllt es. In Heroldsbach werden die „Fatimatage" gehalten, der 13. eines jeden Monats. Deshalb sind wir auch heute Abend hier versammelt. Mit Fatima ist das Rosenkranzgebet verbunden. „Die schöne Dame" nennt sich selbst „Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz". In jeder der sechs Erscheinungen vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 in Fatima bittet und ermahnt die Gottesmutter, „den heiligen Rosenkranz zu beten". Das soll uns Auftrag und Verpflichtung in der ganzen Kirche sein, hier in Heroldsbach ganz besonders.
Die Kapelle ist „Maria, Königin vom heiligen Rosenkranz" geweiht.

Der Rosenkranz führt zu Jesus

Der Rosenkranz ist ein wichtiges und wertvolles Gebet der Kirche. Er führt zu Jesus. Beim Rosenkranzbeten nimmt uns Maria an die Hand und führt uns zu ihrem Sohn. Der Rosenkranz ist ein sicherer Schutz gegen die Anfechtungen des Bösen. Er ist das Gebet für den Frieden. Er fördert auch Umkehr und Buße. Der Rosenkranz ist ein großer Schatz der Kirche. Ich durfte 1998 der zuletzt verstorbenen Seherin Sr. Lucia im Karmelitenkloster in Coimbra persönlich begegnen. Sie hat mir einen Rosenkranz geschenkt, den sie selbst gemacht hat und dabei auf die Bitte der Gottesmutter in Fatima hingewiesen, täglich den Rosenkranz zu beten.
Der Rosenkranz ist Dank und Lobpreis, Betrachtung der Lebensgeheimnisse Christi und Fürbitte. Wenn wir den Rosenkranz beten, vereinen wir uns mit Jesus Christus. Der Dominikanerorden hat das Rosenkranzgebet besonders verbreitet. Im Tagesgebet des Dominikanischen Stundenbuches am „Rosenkranzfest" heißt es: „Gott, unser Vater, dein eingeborener Sohn hat uns durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung das ewige Heil erworben. Wir verehren diese Geheimnisse im Rosenkranz der seligen Jungfrau Maria. Laß uns nachahmen, was sie enthalten und erlangen, was sie verheißen". Das Beten des Rosenkranzes soll uns zur Nachfolge und Nachahmung Jesu führen. Hören wir auch auf die Lesung des heutigen Tages! Sie lädt ein, auf Jesus Christus zu blicken und uns ihm ähnlich zu machen. Die Geheimnisse der drei klassischen Rosenkränze, des „freudenreichen", des „schmerzhaften" und des „glorreichen", kreisen um die Geheimnisse des Lebens, Leidens und der Herrlichkeit Jesu Christi. Mit dem Rosenkranz kommen wir ihm näher, von ihm darf uns nichts trennen. Auf das Leben mit Jesus Christus kommt es im christlichen Leben an, so schreibt Paulus den Galatern. „Jesus dir leb' ich, Jesus dir sterb' ich, Jesus dein bin ich, tot und lebendig", dazu führt uns der Rosenkranz.

Der Rosenkranz ist die große Bitte um Frieden

Der Rosenkranz ist die große Bitte um Frieden. Die Muttergottes hat in Fatima aufgerufen, den Rosenkranz um den Frieden zu beten. Es gibt heute so viele Kriege, Terror und Gefahren für den Weltfrieden, z. B. erneut durch die Atomversuche in Nordkorea. Wir müssen um den Frieden verstärkt bitten. „Nur den Betern kann es noch gelingen, das Schwert von unseren Häuptern abzuwenden", so hat der Schriftsteller Reinhold Schneider im Zweiten Weltkrieg formuliert. Das gilt heute mehr denn je.
Maria führt uns zu ihrem Sohn Jesus Christus und sie ist mit uns die große Beterin. Deshalb ist sie für uns „Sedes Sapientiae", Sitz der Weisheit, und Mater divinae Sapientiae, Mutter der göttlichen Weisheit. Sie führt uns zu Jesus, damit wir ihn kennen und lieben, wie sie ihn gekannt und geliebt hat. So wirkt der Rosenkranz auch missionarisch und apostolisch. Nicht zuletzt durch das Rosenkranzgebet erfüllt Heroldsbach seinen Auftrag an der Evangelisation und Neuevangelisation. Das Rosenkranzgebet bewahrt uns auch vor Sünde und Abfall. Es hält uns in der Einheit mit Jesus Christus und seiner Kirche. Der Rosenkranz bewahrt uns vor Sünde und ermutigt nach jedem Fall zur Bekehrung.
In das Rosenkranzgebet können wir alle Bitten unseres täglichen Lebens hineinnehmen, für unsere Kinder und Jugendlichen, Ehen und Familien, Kranken und Alten, die Arbeitslosen und Gescheiterten.
Liebe Schwestern und Brüder! Ich möchte Ihnen das Rosenkranzgebet erneut ans Herz legen, das Gebet, das mit Fatima untrennbar verbunden ist. Der Rosenkranz ist ein großes Geschenk Gottes an die Kirche. Laßt uns im Rosenkranzgebet treu sein und es pflegen. Heroldsbach soll Stätte des Gebetes sein. Um das zu bekräftigen, bin ich hier und komme ich jedes Jahr mindestens einmal hierher. Als Stätte des Gebetes ist dieser Ort für unser Bistum sehr wichtig und sicher auch für die ganze Kirche. Möge das immer neu erkannt und vor allem im Rosenkranzgebet praktiziert werden.
Mutter Gottes, Rosenkranzkönigin, sei bei uns, nimm uns an die Hand und führe uns zu Jesus, sei unsere Fürsprecherin im Leben und im Sterben. Amen.
(Quelle: "Bote von Fatima" Febr. 2007, S. 18f., Regensburg, sehr empfehlenswerte Zeitschrift!)


Wie und warum betet man den Rosenkranz?

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