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am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens gestorben Kardinal Meisner würdigt Leo Kardinal Scheffczyk |
Sein Lebensmotto lautete: "Den unergründlichen Reichtum Christi verkündigen"
Leo Kardinal Scheffczyk ist gestern, am Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens, in München gestorben. Der marienverbundene Theologe, dessen unermüdliches Schaffen in der Veröffentlichung von über 1200 Schriften seinen Niederschlag fand, war 85 Jahre alt.
"Der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes hat seinen Diener Leo Cardinal Scheffczyk am 8. Dezember 2005, gestärkt mit den Sakramenten der heiligen Kirche, in die ewige Heimat gerufen. Sein Sterben erfüllt uns mit Trauer, aber auch mit großer Dankbarkeit für alles, was er für die Kirche in seinem Leben gewirkt hat. Wir empfehlen ihn dem Andenken und Gebet aller, die ihn gekannt und geschätzt haben", heißt es in der gestern veröffentlichten Todesanzeige, die Friedrich Kardinal Wetter, Erzbischof von München und Freising, im Namen der Erzdiözese, P. Rektor Peter Willi FSO und Mutter Katharina Strolz FSO für die geistliche Familie "Das Werk" sowie Katharina Kügel im Namen der Anverwandten unterzeichnet haben.
"Kardinal Scheffczyk lebte seine Berufung als Theologe im Dienst der Kirche mit großer Hingabe und Treue. Sein Wirken als marianischer Priester und theologischer Lehrer war erfüllt vom Verlangen, zur Ehre Gottes, zum Heil der Seelen und zur Stütze des Lehramtes der Kirche die geoffenbarte Wahrheit darzulegen und zu bezeugen." In dankbarer Anerkennung des theologischen Lebenswerks dieses Priesters wurde P. Leo Scheffczyk am 21. Februar 2001 von Papst Johannes Paul II. in das Kardinalskollegium berufen. "Als Motto seines Wappenspruches wählte er die Worte des Apostels Paulus: 'Evangelizare Investigabiles Divitias Christi – Den unergründlichen Reichtum Christi verkündigen' (Eph 3,8). Eine innere Heimat fand Kardinal Scheffczyk in der geistlichen Familie 'Das Werk', der er viele Jahre angehörte."
Kurzbiographie
Leo Scheffczyk wurde am 21. Februar 1920 in Beuthen in Oberschlesien geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums begann er 1938 in Breslau das Theologiestudium, das er drei Jahre später wegen Einberufung zum Wehrdienst unterbrechen mußte. Nach Kriegsgefangenschaft in Norwegen nahm er in Freising wiederum das Studium auf und wurde am 29. Juni 1947 von Kardinal Michael Faulhaber in Freising zum Priester geweiht.
Nach kurzer Kaplanstätigkeit in Grafing arbeitete er als Subregens an der Philosophisch – Theologischen Hochschule in Königstein im Taunus, vollendete dort im Jahr 1950 seine Doktorarbeit in Kirchengeschichte und wirkte dort von 1952 bis 1959 an der Priesterausbildungsstätte als akademischer Lehrer. In dieser Zeit schrieb er unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Schmaus seine Habilitationsschrift mit dem Titel: "Das Mariengeheimnis in Frömmigkeit und Lehre der Karolingerzeit". Nach sechsjähriger Lehrtätigkeit als Professor für Dogmatik in Tübingen wurde er 1965 zum Nachfolger von Michael Schmaus nach München berufen, wo er zwanzig Jahre lang gründliche akademische Arbeit in Lehre und Forschung leistete. Auch nach seiner Emeritierung im Jahre 1985 setzte er sein unermüdliches Schaffen fort. Aus seiner Feder stammen über 1200 Veröffentlichungen. Er war Mitglied der Päpstlichen Marianischen Akademie, der Päpstlichen Internationalen Theologischen Akademie und des Päpstlichen Rates für die Familie, er war theologischer Berater der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz und Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Die Universität von Navarra verlieh ihm die Ehrendoktorwürde. Sein priesterliches Wirken zeichnete sich aus durch eine reichhaltige Vortrags- und Predigttätigkeit, durch Beratung und Hilfestellung in theologischen, geistlichen und persönlichen Fragen sowie durch jahrzehntelange seelsorgliche Tätigkeit im Münchner Bürgerheim.
Details zu Leben und Werk des Verstorbenen unter www.leo-cardinal-scheffczyk.org.
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Joachim Kardinal Meisner, Erzbischof von Köln, würdigte den am Donnerstag im Alter von 85 Jahren verstorbenen Leo Kardinal Scheffczyk als "großen deutschen Theologen", dessen Werk nicht in Vergessenheit geraten dürfe.
In einer heute veröffentlichten Stellungnahme stellt Kardinal Meisner fest: "Irdisch gesprochen verliert die katholische Kirche in Deutschland und darüber hinaus einen authentischen Theologen und eine Stimme, die in den Raum der Öffentlichkeit – selten, aber dafür mit unbestechlicher Klarheit und geistlicher Tiefe – gesprochen hat (…). Der geborene Oberschlesier war besonders in den ersten Nachkriegsjahren in der theologischen Ausbildungsstätte in Königstein im Taunus für die heimatvertriebenen Theologiestudenten ein einfühlsamer und mutiger Begleiter zum Priestertum.Seine Dogmatik sollte in keinem Bücherschrank eines Priesters und interessierten Laien fehlen!"
Die "vielen Studentinnen und
Studenten, denen er als Professor für katholische Dogmatik an der
Theologischen Fakultät der Universität in München Lehrer
und Zeuge des Glaubens war, werden ihm über das Grab hinaus in Dankbarkeit
verbunden bleiben", heißt es im Schreiben des Kölner Erzbischofs.