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Krönung
des Prager Jesuleins durch Papst Benedikt XVI.
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Papst
Benedikt XVI.: Das Jesuskind läßt uns die Nähe Gottes und
seine Liebe erkennen
Anläßlich
seines Besuches in Tschechien im Herbst 2009 führte Papst Benedikt
XVI. die erste Station seiner Apostolischen Reise zur Prager Karmelitenkirche
„Maria vom Sieg", in der seit Jahrhunderten das weltberühmte sogenannte
„Prager Jesulein" verehrt wird. Dabei nahm er am Samstag, den 26. September
um die Mittagszeit die Krönung des Jesuskindes vor. Mit der nachstehend
dokumentierten Ansprache wandte sich der Heilige Vater an Eltern und Kinder
sowie an alle Gläubigen.
An
euch alle richte ich meinen herzlichen Gruß und bringe meine Freude
über den Besuch in dieser Kirche zum Ausdruck, die der seligen Jungfrau
Maria „vom Siege" geweiht ist und in der eine Darstellung des Jesuskindes
verehrt wird, die überall als das „Prager Jesulein" bekannt ist. (...)
Das
Standbild des Jesuskindes läßt uns sogleich an das Geheimnis
der Menschwerdung denken, an den Allmächtigen Gott, der Mensch geworden
ist und 30 Jahre in der einfachen Familie von Nazareth gelebt hat, wo ihn
die Vorsehung der aufmerksamen Fürsorge von Maria und Josef anvertraut
hat. Die Gedanken gehen auch zu euren Familien und zu allen Familien der
Welt, zu ihren Freuden und ihren Schwierigkeiten. Mit diesem Gedanken verbinden
wir das Gebet und erbitten vom Jesuskind für alle Familien die Gabe
der Einheit und der Herzensnähe. Besonders denken wir an jene jungen
Familien, die so große Anstrengungen unternehmen müssen, um
ihren Kindern Sicherheit und eine würdige Zukunft zu geben. Beten
wir für die Familien in Schwierigkeiten, die von Krankheit und Leid
geprüft werden, für diejenigen, die durch eine Krise gehen, die
aufgrund von Streit und Untreue uneinig oder zerrissen sind. Sie alle vertrauen
wir dem Prager Jesulein an, wohlwissend, wie wichtig die Stabilität
und die Einheit der Familien für den wahren Fortschritt der Gesellschaft
und die Zukunft der Menschheit sind.
Die
Figur des Jesuskindes läßt uns mit der Zartheit seiner Kindlichkeit
auch die Nähe Gottes und seine Liebe verspüren. Wir verstehen,
wie kostbar wir in seinen Augen sind, denn gerade durch Jesus sind wir
unsererseits Kinder Gottes geworden. Jeder Mensch ist Kind Gottes und darum
unser Bruder, und als solcher muß er angenommen und geachtet werden.
Möge unsere Gesellschaft doch diese Wirklichkeit verstehen! Dann würde
jeder Mensch nicht für das geachtet, was er hat, sondern für
das, was er ist, denn im Antlitz eines jeden Menschen scheint ohne Unterschied
der Rasse oder der Kultur das Bild Gottes auf.
Das
gilt vor allem für die Kinder. Im Prager Jesulein betrachten wir die
Schönheit der Kindheit und die Vorliebe, die Jesus Christus immer
für die Kleinen gezeigt hat, wie wir im Evangelium lesen (vgl. Mk
10,13-16). Wie viele Kinder werden hingegen nicht geliebt, nicht angenommen
und nicht geachtet! Wie viele sind Opfer der Gewalt und jeder Art von Ausbeutung
durch skrupellose Menschen! Den Kleinen möge jene Achtung und jene
Aufmerksamkeit zukommen, die ihnen gebührt: Die Kinder sind die Zukunft
und die Hoffnung der Menschheit.
Nun
möchte ich ein besonderes Wort an euch, liebe Kinder, und an eure
Familien richten. Ihr seid in großer Zahl gekommen, um mich zu treffen,
und dafür danke ich euch von Herzen. Ihr
seid die Lieblinge im Herzen des Jesuskindes, und darum sollt ihr es genauso
lieben und nach seinem Beispiel gehorsam, höflich und hilfsbereit
sein. Lernt, wie das Jesuskind
eine Stütze für eure Eltern zu sein. Seid
echte Freunde Jesu und geht
immer voll Vertrauen zu ihm. Betet
für euch selbst, für eure Eltern, Verwandten, Lehrer und Freunde,
und betet auch für mich.
Noch einmal vielen Dank für eure Gastfreundschaft. Ich segne euch
von Herzen und erbitte für alle den Schutz des Jesuskindes, seiner
Unbefleckten Mutter und des heiligen Josefs.
Zur
Geschichte des Prager Jesuleins
Die
Krönung durch den Papst stellt die höchste Ehrung dar, die die
Römisch-Katholische Kirche für Bilder Jesu Christi und der Gottesmutter
kennt. Das Prager Jesuskind gilt als Geschenk der heiligen Teresa von Avila
an eine spanische Adelige. Als Hochzeitsgeschenk an deren Tochter gelangte
es 1556 nach Prag. Seit 1628 steht das Gnadenbild in der Karmeliterkirche
„Maria vom Sieg" auf der Prager Kleinseite. Dort durchlebte der „Kleine
König" eine bewegte Geschichte. Im Dreißigjährigen Krieg
wurde das Prager Jesulein von sächsischen protestantischen Soldaten
geschändet, die seine Hände abhackten, die Figur auf einen Schutthaufen
hinter dem Altar warfen und die Karmelitenpatres vertrieben. Einige Jahre
später wurde das Gnadenbild von Pater Cyrillus a Matre Dei, einem
großer Verehrer des Prager Jesuleins, wiedergefunden. Die Legende
erzählt, das Jesuskind habe ihn inständig darum gebeten, seine
Hände zu reparieren, und habe ihm versprochen: „Je
mehr ihr mich ehren werdet, desto mehr werde ich euch segnen!"
In der Folge blühte die Verehrung des Prager Jesuskindes wieder auf
und breitete sich über den ganzen Erdball aus. Heute kommen jedes
Jahr mehr als eine Million Pilger in die Kirche „Maria vom Sieg" in Prag,
um beim Prager Jesuskind Trost und Hilfe zu erfahren und ihm ihre Verehrung
zu bezeugen. Dem Gnadenbild werden zahlreiche Wunder und Gebetserhörungen
zugeschrieben. Das Prager Jesuskind diente zudem als Inspirationsquelle
für das weltbekannte Buch „Der Kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupery.
(Quelle:
"Bote von Fatima" Dez. 2009, S. 122, Regensburg. Bestellen Sie diese sehr
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Gebet
zum Prager Jesulein von Papst Benedikt XVI. 2009
Herr
Jesus, wir sehen Dich als Kind und glauben, daß Du der Sohn Gottes
bist,
der
Mensch geworden ist durch das Wirken des Heiligen Geistes im Schoß
der Jungfrau Maria.
Wie
in Bethlehem beten auch wir Dich an mit Maria, Josef, den Engeln und den
Hirten
und
erkennen in Dir unseren einzigen Erlöser.
Du
bist arm geworden, um uns mit Deiner Armut reich zu machen.
Laß
uns niemals die Armen vergessen und die Menschen, die leiden.
Beschütze
unsere Familien, segne alle Kinder dieser Welt und mach,
daß
unter uns immer die Liebe herrschen möge, die Du uns gebracht hast
und
die das Leben glücklicher werden läßt.
Gib,
daß alle, o Jesus, die Wahrheit Deiner Geburt erkennen,
damit
alle wissen mögen, daß Du gekommen bist,
um
der ganzen Menschheitsfamilie das Licht, die Freude und den Frieden zu
bringen.
Du
bist Gott und Du lebst und herrschst mit Gott dem Vater
in
der Einheit des Heiligen Geistes jetzt und in Ewigkeit. Amen.
(Papst
Benedikt XVI. - Prag 2009)
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