Das
Kostbarste, was die Katholische Kirche hat, sind nicht die herrlichen Dome
und wunderschönen Kathedralen, sondern die Menschen, die ihr Leben
für Gottes Gnade geöffnet haben: die großen Mystiker, Seligen
und Heiligen. Zu den leuchtendsten Gestalten des
Glaubens zählt die
heilige Philomena. Nicht
umsonst bekannte der heilige Pfarrer von Ars
bei jeder Gelegenheit:
Die hl. Philomena war die Lieblingsheilige des hl. Pfarrers von Ars! Sie war aber auch die Lieblingsheilige anderer heiliger oder heiligmäßiger Männer, Frauen und Kinder wie etwa Pauline Jaricots, Kardinal Mannigs, Ernest Hellos, Diana C. Wyssdoms und des Papstes Pius X., der einmal ganz klar betont hat: "Das gewichtigste Argument für die Verehrung der hl. Philomena ist der hl. Pfarrer von Ars." - Die hl. Philomenaverehrung wurde von nicht weniger als neun Päpsten entschieden gefördert. Papst Pius IX., der zu ihrem Schrein nach Mugnano/Italien gepilgert war, verlieh der hl. Philomena den Ehrennamen "Beschützerin des Rosenkranzes". Auch seine Nachfolger Leo XIII. und insbesondere der hl. Papst Pius X. förderten kräftig ihre Verehrung.
Als Beweis ist uns das Breve vom 21. Mai 1912 dieses hl. Papstes erhalten, wo es u.a. heißt: "Es sei und bleibe für immer festgesetzt, gültig und wirksam, daß man Ihr (der St. Philomena) volle und ungeteilte Ehren erweise. Nach dieser Regel soll geurteilt und entschieden werden. Wenn in anderer Weise verfahren wird, so soll dies null und nichtig sein, von wem immer es ausgegangen sein mag." - (Welch weise Voraussicht!) -
Demnach
kann und darf und soll man diese große Heilige auch heute noch verehren
und sie um Hilfe bitten und ihrer am 11. August besonders gedenken. Das
Statut des 2. Vatikanums ist also demnach dogmatisch hinfällig!
Im
Heiligenkalender war nämlich der 11.
August der Tag der hl. Philomena - bis er durch Täuschung
des Papstes während des 2. Vatikanischen Konzils "abgeschafft"
wurde: Der Papst weinte daraufhin bittere Tränen, als er sah, was
er unterschrieben hatte! Die Verehrer der hl. Philomena bleiben aber
dem Tag der hl. Philomena treu und feiern ihren besonderen Tag am 11. August
weiterhin.
Es ist
kein Zufall, daß diese Sonnenfinsternis symbolhaft gerade auf den
Tag der hl. Philomena gefallen ist, welche beim 2. Vatikan. Konnzil entgegen
dem Wunsch des Papstes aus dem Heiligenkalender gestrichen worden ist!
- So macht diese liebliche Heilige vom Himmel aus auf sich aufmerksam!
Am 24. Mai 1802 stießen
schürfende und schaufelnde Arbeiter auf ein Grab mit der Inschrift:
"Pax tecum Filumena" (= "Der Friede sei mit dir, Philomena"). Man fand
folgende Symbole auf der Grabplatte: mehrere Pfeile, eine Geißel,
ein Palmzweig und ein Anker als Hinweise auf ihre Leiden, ihre Todesart,
ihren Triumph und ihre Hoffnung. Nur 3 Jahre danach hatte die hl. Philomena
schon einen Altar in der Marienkirche von Mugnano bei Neapel, wohin ihre
Reliquien auf höchst abenteuerliche Weise gebracht wurden.
1826 gestattete Papst Leo XII.
die Feier der Hl. Messe an ihrem Gedächtnistag, der auf den 11. August
festgesetzt worden war. Jetzt folgt etwas höchst
Merkwürdiges: Bald darauf empfingen
drei
Menschen,
die einander nicht gekannt haben,
im Traum den Bericht über das Leiden, Sterben und die Verklärung
der hl. Philomena von der hl. Philomena persönlich! Diese drei Berichte
stimmen völlig überein und enthalten nicht den geringsten Widerspruch!
1834 erlaubte Papst Leo XII.
die Feier eines gesungenen Amtes, einer missa cantata, zu ihren Ehren.
1837 wurde die hl. Philomena kirchenrechtlich in aller Form unter die Heiligen
eingereiht, obwohl dies bei einer offenkundigen Märtyrerin gar nicht
notwendig gewesen wäre. Ebenso wurden ihr eigene Breviervorlesungen
gewährt. 1841 erhob Papst Gregor XVI. den Tag ihres Andenkens, also
den 11. August, zu einem Fest hohen Ranges. Das Herrscherhaus des Königreichs
beider Sizilien erwählte die hl. Philomena zur Landespatronin.
Fromme Menschen wie Pauline Jaricot
und der hl. Pfarrer von Ars erlebten am eigenen Leib ihre Wundermacht und
sie verbreiteten ihren Ruhm. Mit dem o.g. Breve von Papst Pius X. erhob
dieser Papst die schon früher gegründete St-Philomena-Bruderschaft
zu Paris in den Rang einer Universalen Erzbruderschaft. Als 1925 der große
Philomenaverehrer, Pfarrer Johannes Vianney von Ars heiliggesprochen wurde,
wurde in den Akten des Kanonisierungsprozesses immer wieder auf seine große
Liebe und Verehrung zu ihr hingewiesen. In Ars, Paris, Thivet, Gigny, Sempigny,
Lyon, Toulouse, Le Cannet und vielen anderen Städten Frankreichs wurden
der hl. Philomena zu Ehren neuerrichtete Kirchen und Kapellen geweiht.
Das gleiche geschah in Bayern, im Schwarzwald, in Böhmen, England
und Irland. Ihre Verehrer verbreiteten diesen Kult auch nach Nordamerika
und Indien.
Zur Lesung für den 11. August
wählte der Heilige Vater diese Stelle aus dem Buch der Weisheit aus:
"O Herr, mein Gott. Du hast meine Stätte auf Erden erhöht, da
ich um Errettung vom Tode betete... Du hast mich vom Verderben errettet
und mich aus ungerechter Zeit befreit. Darum will ich Dir danken und Dich
loben, unser Herr und Gott." - So hat "die Kirche" also die
heilige Philomena NICHT aus dem Heiligenkalender gestrichen. Die wahre
Kirche vergißt keinen Heiligen. Tausende pilgern weiterhin nach Mugnano,
zu den Kirchen, die der hl. Philomena geweiht sind... Die Weltkirche hält
sich an den untrüglichen und unfehlbaren Gott, von dem der Prophet
sagt, daß er die Sterne bei ihrem Namen nennt. Die hl. Philomena
ist so ein heiliger Stern.
(Quelle: Auszüge aus dem "AVE-Kurier" Nr. 11/12-2000, S. 18ff., bestellen Sie diese informative Zeitschrift und die Philomenabücher aus dem Mediatrix-Verlag. Ich weise auch auf die Zeitschrift "Philomena" hin: s. Linktext "Literatur und Adressen")
Schon an
anderer Stelle habe ich auf meinen Webseiten auf den 11. August hingewiesen,
und zwar unter besonderer Berücksichtigung des Papstbeinamens nach
den Weissagungen des hl. Malachias. Der Papstbeiname des jetzigen Papstes
lautet dort: "de laboris solis" und bezeichnet eine Zeit, wo das
"Licht verdunkelt ist", also eine "Art geistiger Finsternis der
Menschheit, der Welt", die sich von ihrem Gott abgewandt hat, Gott "nicht
braucht" und ihr Heil anderswo sucht: Ist das letztlich nicht die Ursache
für soviele Katastrophen, die jetzt die ganze Welt heimsuchen?
Ist es verwunderlich, wenn gerade in der heutigen Zeit, in diesem Jahrhundert,
wo der Satan versucht, die Reinheit des Menschen zu zerstören, die
Philomenaverehrung "abgeschafft" wurde? Wo doch gerade die Philomena für
ihre Reinheit den Märtyrertod starb, ähnlich wie eine Maria Goretti
u.v.a.!
Die
letzte Sonnenfinsternis fand nun gerade an diesem Philomena-Gedenktag statt:
am 11. August 1999! Das kann niemals ein Zufall sein!
Nun folgen einige Auszüge aus dem sehr empfehlenswerten Büchlein: "Wunder über Wunder" (Bestellen Sie dieses Büchlein vom Theresia-Verlag, es enthält sehr schöne, ansprechende Rosenkranzbetrachtungen!)
Aus einem
alten Philomena-Gebetbuch:
Gegrüßet
seist Du, o glorreiche Jungfrau; Stern, glänzender als die Sonne.
Heilige Philomena, voll der Gnaden, süßer als Honig; Blume,
duftender als die Rose, weißer als eine Lilie, die Du geschmückt
bist mit allen Tugenden, verehrt von der ganzen Kirche und gekrönt
durch Jesus Christus, den König des Himmels. Amen.
Wenig
ist uns aus dem Leben der heiligen Philomena bekannt, aber dafür Großes
und Wunderbares. Wir geben hier den Bericht wieder, den die heilige
Philomena an eine heiligmäßige Klosterfrau im damaligen Königreich
Neapel ergehen ließ. Wichtig ist der Umstand, daß dieser Bericht
nach der heiligen Kommunion (während der Danksagung) erfolgte. Die
ehrwürdige Sr. Maria Luisa hatte die Gewohnheit, eine längere
Danksagung der heiligen Kommunion folgen zu lassen. Während der Danksagung
erhielt sie an zwei verschiedenen Tagen die nachstehenden Berichte (Offenbarungen):
I.
Meine geliebte
Schwester, der 10. August ist der Tag, an dem ich dieses irdische Leben
beschlossen habe und in den Himmel eingezogen bin, wo mich mein himmlischer
Bräutigam in den Besitz der ewigen Güter einsetzte, deren Genüsse
kein menschlicher Verstand zu erfassen vermag. Daher hat es Seine Weisheit
auch so gefügt, dass die Übertragung meines Leibes nach Mugnano,
ungeachtet des festgesetzten Planes des Priesters, der meine sterbliche
Hülle erhalten hatte, nicht am 5. August, wie er es wünschte,
sondern erst am 10. August geschah, und dass ich nicht in aller Stille
in seine Hauskapelle, wie er es ebenfalls wünschte, sondern unter
allgemeinem Jubel und Freudengeschrei auf eine ganz ausserordentliche Weise
in die Kirche gebracht wurde, wo man mich jetzt verehrt, so dass der Tag
meines Martertodes für mich auch ein Triumphtag geworden ist.
(...)
II:
Meine liebe
Schwester, ich bin die Tochter eines Fürsten, der einen kleinen Staat
in Griechenland regierte, und auch meine Mutter war von königlichem
Geblüte. Da sie aber keine Kinder hatten und noch Heiden waren, so
brachten sie ohne Unterlass ihren falschen Göttern Opfer dar, um ein
Kind zu bekommen. Ein Arzt aus Rom, mit Namen Publius, der sich nun
im Himmel befindet, stand im Dienste meines Vaters und wohnte in
unserem Palaste. Er war ein Christ. Da er die Betrübnis meiner Eltern
sah und mit ihrer Geistesblindheit Mitleid trug, wagte er es, angeregt
vom Heiligen Geiste, mit ihnen von unserem christlichen Glauben zu reden.
Er versprach ihnen, dass, sofern sie sich taufen liessen, sie eine Nachkommenschaft
erhalten würden. Die Gnade, die seine Worte begleitete, erleuchtete
ihren Verstand und siegte über ihren Willen. Sie nahmen den christlichen
Glauben an und erhielten den Gegenstand ihrer Wünsche, den ihnen Publius
als Belohnung für den Empfang der Taufe versprochen hatte.
Bei meiner
Geburt gab man mir den Namen LUMENA, der das Licht des Glaubens bedeutet,
dessen Frucht ich war. Am Tage, als ich getauft wurde, nannte man mich
PHILOMENA, weil ich an diesem Tage ein Kind des Glaubens ward. Die zärtliche
Liebe, die mein Vater und meine Mutter zu mir trugen, war so gross, dass
sie mich beständig um sich haben wollten. Dieses war auch die Ursache,
warum sie mich mit nach Rom nahmen, als mein Vater eine Reise dahin machen
musste, da ihn der tyrannische Kaiser Diokletian mit einem ungerechten
Kriege
bedrohte.
Ich war damals 13 Jahre alt. Angelangt in der Hauptstadt der Welt, begaben
wir uns alle drei in den kaiserlichen Palast, wo wir zur Audienz vorgelassen
wurden. Kaum war Diokletian meiner ansichtig, so heftete er seine Blicke
fest auf mich. Er schien die ganze Zeit hindurch, während mein Vater
mit ihm sprach und ihm die Gründe seiner Rechtfertigung mit Wärme
an sein Herz legte, von seiner Befangenheit nicht zurückzukommen.
Als mein Vater ausgeredet hatte, gab ihm der Kaiser zur Antwort, er solle
sich nicht weiter beunruhigen, alle Besorgnis beseitigen und nur auf sein
Glück bedacht sein. Er fügte hinzu: Ich gebe dir die ganze Macht
meines Kaiserreiches zu deiner Verfügung und verlange nichts anderes
als die Hand deiner Tochter. -
Mein Vater,
geblendet von der Ehre, die alle seine Erwartungen übertraf, nahm
den Antrag des Kaisers mit Freude an.
Als wir
in unsere Wohnung zurückgekehrt waren, gaben sich mein Vater und meine
Mutter alle erdenkliche Mühe, mich zu bewegen, dass ich dem Wunsche
Diokletians und ihrem Wunsche willfahren möchte. Ich sagte zu ihnen:
Wie, wollt ihr denn, dass ich, um einem Menschen zu gefallen, mein Gelübde
breche, das ich schon vor zwei Jahren Jesus Christus gemacht habe? Meine
Jungfrauschaft bleibt Gott geweiht, ich kann über mich nicht mehr
verfügen. - Der Vater aber erwiderte mir: Aber ein solches Gelübde
zu machen, warst du damals noch zu jung. - Er befahl mir, das Anerbieten
Diokletians anzunehmen und fügte die fürchterlichsten Drohungen
bei. Aber die Gnade Gottes machte mich unüberwindlich. Mein Vater
trug die Einwendung dem Kaiser Diokletian vor. Da ihn dieser von seinem
gegebenen Worte nicht losbinden wollte, sah er sich genötigt, mich
ihm selbst vorzuführen. Aber einige Augenblicke früher musste
ich noch einen Sturm des Unwillens und der Zärtlichkeit meines Vaters
bestehen.
Auch meine
Mutter stimmte ihm bei und wandte alles an, um mich in meiner Gesinnung
wankend zu machen, Liebkosungen und Drohungen. Endlich fielen beide mir
zu Füssen, beschworen mich mit Tränen in den Augen und baten
mich, dass ich mich ihrer erbarmen möchte. Mein Kind, riefen sie,
habe Mitleid mit deinem Vater und deiner Mutter, erbarme dich deines Vaterlandes
und unserer Untertanen. Ich antwortete: Ich kann nicht; meine
Jungfrauschaft,
die ich Gott an gelobt habe, geht euch, geht meinem Vaterlande, geht allem
andern vor. Mein Reich ist der Himmel. - Diese meine Worte stürzten
sie in Verzweiflung. Sie führten mich dem Kaiser vor. Dieser wandte
sogleich alles an, was nur immer in seiner Gewalt stand, um mich zu gewinnen.
Aber alle seine Versprechungen, alle seine Schmeicheleien und Drohungen
waren vergeblich. Er geriet in heftigen Zorn.
Vom Satan
entflammt, liess er mich ins Gefängnis seines Palastes werfen, wo
man mich in Ketten schlug. In der Meinung, der Schmerz und die Schande
werden meinen Mut brechen, den mir mein göttlicher Bräutigam
einflösste, kam er täglich zu mir, um mich zu sehen. Er liess
mir dann die Ketten abnehmen, auf dass ich das wenige Brot und Wasser,
das mir zur Nahrung gereicht wurde, zu mir nehmen konnte. Dann wiederholte
er seine verführerischen Anreizungen, die ohne einen besonderen Beistand
Gottes meiner jungfräulichen Reinheit sehr gefährlich hätten
sein können. Der Widerstand, den er bei diesen Gefährdungen meiner
Unschuld fand, reizte ihn stets, mir neue Qualen anzutun. Aber das Gebet
hielt mich aufrecht und ich liess nicht nach, mich jederzeit meinem Jesus
und seiner reinsten Mutter anzuempfehlen.
Am 37.
Tage sah ich die seligste Jungfrau Maria, von himmlischem Glanz umflossen
und ihr göttliches Kind in den Armen haltend. Sie sprach zu mir: Noch
drei Tage wirst du in diesem Gefängnis schmachten und nach dieser
vierzigtägigen Haft wirst du diesen Ort der Pein verlassen. Über
diese frohe Nachricht war mein Herz voll Freude. Als aber die Königin
der Engel hinzufügte, dass ich deswegen aus dem Gefängnis entlassen
werden soll, damit ich noch schwerere Martern leide und einen noch fürchterlicheren
Kampf als den vorhergehenden bestehe, so verwan-
delte sich
meine Freude in grosse Angst. Ich hatte mir nämlich Hoffnung gemacht,
man werde mich sogleich töten. Da sprach Maria zu mir: Fasse Mut,
meine Tochter! Du weisst ja, dass ich eine ganz vorzügliche Liebe
zu dir trage. Der Name, den du in der heiligen Taufe empfangen hast, ist
ein Beweis, dass du eine Ähnlichkeit mit meinem Sohne und mit mir
hast. Dich nennt man Lumena (Licht) und auch dein Bräutigam wird 'Licht',
'Stern' und 'Sonne' genannt. Mich nennt man 'Morgenröte', 'Stern',
'Mond', 'Sonne'. Fürchte dich nicht, ich werde dir beistehen. Jetzt
übt die Natur ihre Rechte über dich aus, damit du dich in deiner
Schwäche demütigst. Dann aber, wenn es zum Kampfe kommt, wird
dir die Gnade Kraft geben, und dein Schutzengel, der auch der meinige war,
der Engel Gabriel, dessen Name 'Kraft' bedeutet, wird dir zu Hilfe kommen.
Ich werde dich ganz besonders seiner Sorgfalt
empfehlen
als meine vielgeliebte Tochter, die ich vor allen anderen liebe.
Diese Worte
der Königin der Jungfrauen flössten mir Mut ein. Die Erscheinung
verschwand und hinterliess einen himmlischen Wohlgeruch, der mein ganzes
Gefängnis erfüllte. Was mir angekündigt worden, ging alsbald
in Erfüllung. Diokletian verzweifelte, mich zum Nachgeben zu zwingen,
und fasste den Entschluss, mich öffentlich martern zu lassen. Er begann
damit, dass er mich geisseln liess.
Er sagte:
Weil sie
sich nicht schämt, mir, dem Kaiser, einen Missetäter vorzuziehen,
der von seinem ganzen Volke zum schimpflichsten Tode verurteilt worden
ist, so verdient sie nach Gerechtigkeit so behandelt zu werden, wie er
behandelt wurde. Er befahl also, mich zu entblössen und an eine Säule
festzubinden. Hierauf liess er in Gegenwart
einer grossen
Menge vornehmer Hofleute mich dermassen geisseln, dass mein ganzer Leib
vom Blute triefte und nur eine Wunde zu sein schien. Als der Tyrann sah,
dass ich in Ohnmacht fiel und dem Tode bereits nahe war, befahl er, mich
von seinen Augen zu entfernen und mich neuerdings in den Kerker zu schleppen.
Er meinte, hier würde ich meinen Geist aufgeben. Er wurde jedoch in
seiner Erwartung getäuscht. Auch mich täuschte die süsse
Hoffnung,
bald zu meinem geliebten Bräutigam zu kommen.
Zwei von
Licht schimmernde Engel erschienen mir und gossen Balsam in meine Wunden.
Nun fühlte ich mich mehr gekräftigt, als ich vor der Marter gewesen
war. Am folgenden Morgen in der Frühe gab man dem Kaiser hiervon Nachricht.
Er liess mich vor sich kommen. Staunend betrachtete er mich und wollte
mich überreden, dass ich meine Heilung dem Jupiter, dem er diente,
zu verdanken habe. Er wollte mich mit Gewalt zur Kaiserin von Rom haben,
machte mir eitle Versprechungen, mit denen er Schmeicheleien und Liebkosungen
verband. Er wollte das höllische Werk, das er sich vorgesetzt hatte,
vollenden.
Aber der
Heilige Geist, dem ich meine Standhaftigkeit verdanke, erleuchtete mich
in so hohem Grade, dass weder Diokletian, noch irgend einer seiner Hofleute
gegen meine Beweise, die ich für die Wahrheit unseres Glaubens vorbrachte,
etwas einwenden konnte. Dieses brachte ihn neuerdings in Wut. Er befahl,
mich mit einem Anker an meinem Halse in den Fluten des Tibers zu begraben.
Der Befehl wurde vollzogen. Aber Gott verhinderte dessen Folgen, denn in
dem Augenblicke, als man mich in den Fluss stürzte, kamen mir abermals
zwei Engel zu Hilfe, die
das Seil,
womit der Anker an meinem Halse hing, ablösten, so dass der Anker
im Tiber zu Boden sank, wo er sich jetzt noch befindet. Mich aber trugen
sie ganz sanft angesichts einer ungeheuren Volksmenge an das Ufer. Dieses
Wunder brachte bei den Zuschauern glückliche Wirkungen hervor. Viele
bekehrten sich zum Christentum. Diokletian aber, der es einer unbekannten
Zauberkraft zuschrieb, liess mich hierauf durch die Gassen der Stadt Rom
schleifen und befahl, einen ganzen Hagel von Pfeilen auf mich abzuschiessen.
Mein Leib war ganz durchbohrt; das Blut rieselte von allen Seiten herab.
Erschöpft wie ich war, und beinahe sterbend, wurde ich auf Befehl
des Kaisers wieder in den Kerker zurückgebracht. Der Himmel aber begnadigte
mich neuerdings auf wunderbare Weise. Ich fiel in einen süssen Schlaf.
Beim Erwachen
fand ich mich vollkommen geheilt. Diokletian erfuhr es, geriet in Wut und
rief wie ein Rasender: 'Wohlan, mit spitzigen Pfeilen durchbohre man sie
abermals, auf dass sie an dieser Marter sterbe!' Sein Befehl wurde sogleich
vollzogen. Die Bogenschützen spannten ihre Bogen und strengten alle
ihre Kräfte an. Aber die Pfeile versagten ihnen den Gehorsam. Der
Kaiser, selbst gegenwärtig, war ganz ausser sich vor Wut und nannte
mich eine Zauberin. In der Meinung, die Wut des Feuers werde meiner Zauberkraft
widerstehen, befahl er, die Pfeile in einem Ofen glühend zu machen
und sie dann neuerdings auf mich abzuschiessen. Man tat so. Aber die Pfeile
nahmen, nachdem sie eine Strecke fortgeflogen waren, plötzlich eine
entgegengesetzte Richtung und fuhren auf diejenigen zurück, die sie
abgeschossen hatten. Sechs dieser Bogenschützen starben auf der Stelle.
Mehrere andere von ihnen entsagten dem Heidentum. Das Volk bekannte öffentlich
die Allmacht Gottes, der mich beschützt
hatte.
Der Tyrann,
durch das Murren und das Geschrei des Volkes erschreckt, beeilte sich,
meinem Leben ein Ende zu machen, indem er mir das Haupt abschlagen liess.
Meine Seele flog empor in den Himmel zu ihrem göttlichen Bräutigam,
um von ihm die Krone der Jungfräulichkeit und die Palme des Martyriums
zu empfangen und sich eines besonderen Vorzuges vor vielen Auserwählten
in Seiner Gegenwart zu erfreuen. Der für mich so freudenreiche Tag,
an dem ich in die himmlische Herrlichkeit eintrat, war ein Freitag, und
die Stunde meines Todes war die dritte Stunde nachmittags."
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zum Ausfüllen: bitte links anklicken!)
(Pfr.
A. Fugel, Postf. 174, CH 3427 Utzenstorf)
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