Die heilige Philomena
Patronin des lebendigen Rosenkranzes und der Kinder Mariens
Das Kostbarste, was die Katholische Kirche hat, sind nicht die herrlichen Dome und wunderschönen Kathedralen, sondern die Menschen, die ihr Leben für Gottes Gnade geöffnet haben: die großen Mystiker, Seligen und Heiligen. Zu den leuchtendsten Gestalten des Glaubens zählt die heilige Philomena. Nicht umsonst bekannte der heilige Pfarrer von Ars bei jeder Gelegenheit:
"Philomena hat große Macht im Himmel, ihr wird nichts verweigert, um was sie auch bitten mag."

Die hl. Philomena war die Lieblingsheilige des hl. Pfarrers von Ars! Sie war aber auch die Lieblingsheilige anderer heiliger oder heiligmäßiger Männer, Frauen und Kinder wie etwa Pauline Jaricots, Kardinal Mannigs, Ernest Hellos, Diana C. Wyssdoms und des Papstes Pius X., der einmal ganz klar betont hat: "Das gewichtigste Argument für die Verehrung der hl. Philomena ist der hl. Pfarrer von Ars." - Die hl. Philomenaverehrung wurde von nicht weniger als neun Päpsten entschieden gefördert. Papst Pius IX., der zu ihrem Schrein nach Mugnano/Italien gepilgert war, verlieh der hl. Philomena den Ehrennamen "Beschützerin des Rosenkranzes". Auch seine Nachfolger Leo XIII. und insbesondere der hl. Papst Pius X. förderten kräftig ihre Verehrung.

Als Beweis ist uns das Breve vom 21. Mai 1912 dieses hl. Papstes erhalten, wo es u.a. heißt: "Es sei und bleibe für immer festgesetzt, gültig und wirksam, daß man Ihr (der St. Philomena) volle und ungeteilte Ehren erweise. Nach dieser Regel soll geurteilt und entschieden werden. Wenn in anderer Weise verfahren wird, so soll dies null und nichtig sein, von wem immer es ausgegangen sein mag." - (Welch weise Voraussicht!) -

Demnach kann und darf und soll man diese große Heilige auch heute noch verehren und sie um Hilfe bitten und ihrer am 11. August besonders gedenken. Das Statut des 2. Vatikanums ist also demnach dogmatisch hinfällig! Im Heiligenkalender war nämlich der 11. August der Tag der hl. Philomena - bis er durch Täuschung des Papstes während des 2. Vatikanischen Konzils "abgeschafft" wurde: Der Papst weinte daraufhin bittere Tränen, als er sah, was er unterschrieben hatte! Die Verehrer der hl. Philomena bleiben aber dem Tag der hl. Philomena treu und feiern ihren besonderen Tag am 11. August weiterhin.
Es ist kein Zufall, daß diese Sonnenfinsternis symbolhaft gerade auf den Tag der hl. Philomena gefallen ist, welche beim 2. Vatikan. Konnzil entgegen dem Wunsch des Papstes aus dem Heiligenkalender gestrichen worden ist! -  So macht diese liebliche Heilige vom Himmel aus auf sich aufmerksam!

Am 24. Mai 1802 stießen schürfende und schaufelnde Arbeiter auf ein Grab mit der Inschrift: "Pax tecum Filumena" (= "Der Friede sei mit dir, Philomena"). Man fand folgende Symbole auf der Grabplatte: mehrere Pfeile, eine Geißel, ein Palmzweig und ein Anker als Hinweise auf ihre Leiden, ihre Todesart, ihren Triumph und ihre Hoffnung. Nur 3 Jahre danach hatte die hl. Philomena schon einen Altar in der Marienkirche von Mugnano bei Neapel, wohin ihre Reliquien auf höchst abenteuerliche Weise gebracht wurden.
1826 gestattete Papst Leo XII. die Feier der Hl. Messe an ihrem Gedächtnistag, der auf den 11. August festgesetzt worden war. Jetzt folgt etwas höchst Merkwürdiges: Bald darauf empfingen drei Menschen, die einander nicht gekannt haben, im Traum den Bericht über das Leiden, Sterben und die Verklärung der hl. Philomena von der hl. Philomena persönlich! Diese drei Berichte stimmen völlig überein und enthalten nicht den geringsten Widerspruch!
1834 erlaubte Papst Leo XII. die Feier eines gesungenen Amtes, einer missa cantata, zu ihren Ehren. 1837 wurde die hl. Philomena kirchenrechtlich in aller Form unter die Heiligen eingereiht, obwohl dies bei einer offenkundigen Märtyrerin gar nicht notwendig gewesen wäre. Ebenso wurden ihr eigene Breviervorlesungen gewährt. 1841 erhob Papst Gregor XVI. den Tag ihres Andenkens, also den 11. August, zu einem Fest hohen Ranges. Das Herrscherhaus des Königreichs beider Sizilien erwählte die hl. Philomena zur Landespatronin.
Fromme Menschen wie Pauline Jaricot und der hl. Pfarrer von Ars erlebten am eigenen Leib ihre Wundermacht und sie verbreiteten ihren Ruhm. Mit dem o.g. Breve von Papst Pius X. erhob dieser Papst die schon früher gegründete St-Philomena-Bruderschaft zu Paris in den Rang einer Universalen Erzbruderschaft. Als 1925 der große Philomenaverehrer, Pfarrer Johannes Vianney von Ars heiliggesprochen wurde, wurde in den Akten des Kanonisierungsprozesses immer wieder auf seine große Liebe und Verehrung zu ihr hingewiesen. In Ars, Paris, Thivet, Gigny, Sempigny, Lyon, Toulouse, Le Cannet und vielen anderen Städten Frankreichs wurden der hl. Philomena zu Ehren neuerrichtete Kirchen und Kapellen geweiht. Das gleiche geschah in Bayern, im Schwarzwald, in Böhmen, England und Irland. Ihre Verehrer verbreiteten diesen Kult auch nach Nordamerika und Indien.
Zur Lesung für den 11. August wählte der Heilige Vater diese Stelle aus dem Buch der Weisheit aus: "O Herr, mein Gott. Du hast meine Stätte auf Erden erhöht, da ich um Errettung vom Tode betete... Du hast mich vom Verderben errettet und mich aus ungerechter Zeit befreit. Darum will ich Dir danken und Dich loben, unser Herr und Gott."  -  So hat "die Kirche" also die heilige Philomena NICHT aus dem Heiligenkalender gestrichen. Die wahre Kirche vergißt keinen Heiligen. Tausende pilgern weiterhin nach Mugnano, zu den Kirchen, die der hl. Philomena geweiht sind... Die Weltkirche hält sich an den untrüglichen und unfehlbaren Gott, von dem der Prophet sagt, daß er die Sterne bei ihrem Namen nennt. Die hl. Philomena ist so ein heiliger Stern.

(Quelle: Auszüge aus dem "AVE-Kurier" Nr. 11/12-2000, S. 18ff., bestellen Sie diese informative Zeitschrift und die Philomenabücher aus dem Mediatrix-Verlag. Ich weise auch auf die Zeitschrift "Philomena" hin: s. Linktext "Literatur und Adressen")

Schon an anderer Stelle habe ich auf meinen Webseiten auf den 11. August hingewiesen, und zwar unter besonderer Berücksichtigung des Papstbeinamens nach den Weissagungen des hl. Malachias. Der Papstbeiname des jetzigen Papstes lautet dort: "de laboris solis" und bezeichnet eine Zeit, wo das "Licht verdunkelt ist", also eine "Art geistiger Finsternis der Menschheit, der Welt", die sich von ihrem Gott abgewandt hat, Gott "nicht braucht" und ihr Heil anderswo sucht: Ist das letztlich nicht die Ursache für soviele Katastrophen, die jetzt die ganze Welt heimsuchen? Ist es verwunderlich, wenn gerade in der heutigen Zeit, in diesem Jahrhundert, wo der Satan versucht, die Reinheit des Menschen zu zerstören, die Philomenaverehrung "abgeschafft" wurde? Wo doch gerade die Philomena für ihre Reinheit den Märtyrertod starb, ähnlich wie eine Maria Goretti u.v.a.!
Die letzte Sonnenfinsternis fand nun gerade an diesem Philomena-Gedenktag statt: am 11. August 1999! Das kann niemals ein Zufall sein!

Nun folgen einige Auszüge aus dem sehr empfehlenswerten Büchlein: "Wunder über Wunder" (Bestellen Sie dieses Büchlein vom Theresia-Verlag, es enthält sehr schöne, ansprechende Rosenkranzbetrachtungen!)

Aus einem alten Philomena-Gebetbuch:
Gegrüßet seist Du, o glorreiche Jungfrau; Stern, glänzender als die Sonne. Heilige Philomena, voll der Gnaden, süßer als Honig; Blume, duftender als die Rose, weißer als eine Lilie, die Du geschmückt bist mit allen Tugenden, verehrt von der ganzen Kirche und gekrönt durch Jesus Christus, den König des Himmels. Amen.

Wenig ist uns aus dem Leben der heiligen Philomena bekannt, aber dafür Großes und Wunderbares. Wir geben hier den Bericht wieder, den die heilige Philomena an eine heiligmäßige Klosterfrau im damaligen Königreich Neapel ergehen ließ. Wichtig ist der Umstand, daß dieser Bericht nach der heiligen Kommunion (während der Danksagung) erfolgte. Die ehrwürdige Sr. Maria Luisa hatte die Gewohnheit, eine längere Danksagung der heiligen Kommunion folgen zu lassen. Während der Danksagung erhielt sie an zwei verschiedenen Tagen die nachstehenden Berichte (Offenbarungen):
I.
Meine geliebte Schwester, der 10. August ist der Tag, an dem ich dieses irdische Leben beschlossen habe und in den Himmel eingezogen bin, wo mich mein himmlischer Bräutigam in den Besitz der ewigen Güter einsetzte, deren Genüsse kein menschlicher Verstand zu erfassen vermag. Daher hat es Seine Weisheit auch so gefügt, dass die Übertragung meines Leibes nach Mugnano, ungeachtet des festgesetzten Planes des Priesters, der meine sterbliche Hülle erhalten hatte, nicht am 5. August, wie er es wünschte, sondern erst am 10. August geschah, und dass ich nicht in aller Stille in seine Hauskapelle, wie er es ebenfalls wünschte, sondern unter allgemeinem Jubel und Freudengeschrei auf eine ganz ausserordentliche Weise in die Kirche gebracht wurde, wo man mich jetzt verehrt, so dass der Tag meines Martertodes für mich auch ein Triumphtag geworden  ist. (...)

II:
Meine liebe Schwester, ich bin die Tochter eines Fürsten, der einen kleinen Staat in Griechenland regierte, und auch meine Mutter war von königlichem Geblüte. Da sie aber keine Kinder hatten und noch Heiden waren, so brachten sie ohne Unterlass ihren falschen Göttern Opfer dar, um ein Kind zu  bekommen. Ein Arzt aus Rom, mit Namen Publius, der sich nun im Himmel befindet, stand im Dienste  meines Vaters und wohnte in unserem Palaste. Er war ein Christ. Da er die Betrübnis meiner Eltern sah und mit ihrer Geistesblindheit Mitleid trug, wagte er es, angeregt vom Heiligen Geiste, mit ihnen von unserem christlichen Glauben zu reden. Er versprach ihnen, dass, sofern sie sich taufen liessen, sie eine Nachkommenschaft erhalten würden. Die Gnade, die seine Worte begleitete, erleuchtete ihren Verstand und siegte über ihren Willen. Sie nahmen den christlichen Glauben an und erhielten den Gegenstand ihrer Wünsche, den ihnen Publius als Belohnung für den Empfang der Taufe versprochen hatte.
Bei meiner Geburt gab man mir den Namen LUMENA, der das Licht des Glaubens bedeutet, dessen Frucht ich war. Am Tage, als ich getauft wurde, nannte man mich PHILOMENA, weil ich an diesem Tage ein Kind des Glaubens ward. Die zärtliche Liebe, die mein Vater und meine Mutter zu mir trugen, war so gross, dass sie mich beständig um sich haben wollten. Dieses war auch die Ursache, warum sie mich mit nach Rom nahmen, als mein Vater eine Reise dahin machen musste, da ihn der tyrannische Kaiser Diokletian mit einem ungerechten Kriege
bedrohte. Ich war damals 13 Jahre alt. Angelangt in der Hauptstadt der Welt, begaben wir uns alle drei in den kaiserlichen Palast, wo wir zur Audienz vorgelassen wurden. Kaum war Diokletian meiner ansichtig, so heftete er seine Blicke fest auf mich. Er schien die ganze Zeit hindurch, während mein Vater mit ihm sprach und ihm die Gründe seiner Rechtfertigung mit Wärme an sein Herz legte, von seiner Befangenheit nicht zurückzukommen. Als mein Vater ausgeredet hatte, gab ihm der Kaiser zur Antwort, er solle sich nicht weiter beunruhigen, alle Besorgnis beseitigen und nur auf sein Glück bedacht sein. Er fügte hinzu: Ich gebe dir die ganze Macht meines Kaiserreiches zu deiner Verfügung und verlange nichts anderes als die Hand deiner Tochter. -
Mein Vater, geblendet von der Ehre, die alle seine Erwartungen übertraf, nahm den Antrag des Kaisers mit Freude an.
Als wir in unsere Wohnung zurückgekehrt waren, gaben sich mein Vater und meine Mutter alle erdenkliche Mühe, mich zu bewegen, dass ich dem Wunsche Diokletians und ihrem Wunsche willfahren möchte. Ich sagte zu ihnen: Wie, wollt ihr denn, dass ich, um einem Menschen zu gefallen, mein Gelübde breche, das ich schon vor zwei Jahren Jesus Christus gemacht habe? Meine Jungfrauschaft bleibt Gott geweiht, ich kann über mich nicht mehr verfügen. - Der Vater aber erwiderte mir: Aber ein solches Gelübde zu machen, warst du damals noch zu jung. - Er befahl mir, das Anerbieten Diokletians anzunehmen und fügte die fürchterlichsten Drohungen bei. Aber die Gnade Gottes machte mich unüberwindlich. Mein Vater trug die Einwendung dem Kaiser Diokletian vor. Da ihn dieser von seinem gegebenen Worte nicht losbinden wollte, sah er sich genötigt, mich ihm selbst vorzuführen. Aber einige Augenblicke früher musste ich noch einen Sturm des Unwillens und der Zärtlichkeit meines Vaters bestehen.
Auch meine Mutter stimmte ihm bei und wandte alles an, um mich in meiner Gesinnung wankend zu machen, Liebkosungen und Drohungen. Endlich fielen beide mir zu Füssen, beschworen mich mit Tränen in den Augen und baten mich, dass ich mich ihrer erbarmen möchte. Mein Kind, riefen sie, habe Mitleid mit deinem Vater und deiner Mutter, erbarme dich deines Vaterlandes und unserer Untertanen. Ich antwortete: Ich kann nicht; meine
Jungfrauschaft, die ich Gott an gelobt habe, geht euch, geht meinem Vaterlande, geht allem andern vor. Mein Reich ist der Himmel. - Diese meine Worte stürzten sie in Verzweiflung. Sie führten mich dem Kaiser vor. Dieser wandte sogleich alles an, was nur immer in seiner Gewalt stand, um mich zu gewinnen. Aber alle seine Versprechungen, alle seine Schmeicheleien und Drohungen waren vergeblich. Er geriet in heftigen Zorn.
Vom Satan entflammt, liess er mich ins Gefängnis seines Palastes werfen, wo man mich in Ketten schlug. In der Meinung, der Schmerz und die Schande werden meinen Mut brechen, den mir mein göttlicher Bräutigam einflösste, kam er täglich zu mir, um mich zu sehen. Er liess mir dann die Ketten abnehmen, auf dass ich das wenige Brot und Wasser, das mir zur Nahrung gereicht wurde, zu mir nehmen konnte. Dann wiederholte er seine verführerischen Anreizungen, die ohne einen besonderen Beistand Gottes meiner jungfräulichen Reinheit sehr gefährlich hätten sein können. Der Widerstand, den er bei diesen Gefährdungen meiner Unschuld fand, reizte ihn stets, mir neue Qualen anzutun. Aber das Gebet hielt mich aufrecht und ich liess nicht nach, mich jederzeit meinem Jesus und seiner reinsten Mutter anzuempfehlen.
Am 37. Tage sah ich die seligste Jungfrau Maria, von himmlischem Glanz umflossen und ihr göttliches Kind in den Armen haltend. Sie sprach zu mir: Noch drei Tage wirst du in diesem Gefängnis schmachten und nach dieser vierzigtägigen Haft wirst du diesen Ort der Pein verlassen. Über diese frohe Nachricht war mein Herz voll Freude. Als aber die Königin der Engel hinzufügte, dass ich deswegen aus dem Gefängnis entlassen werden soll, damit ich noch schwerere Martern leide und einen noch fürchterlicheren Kampf als den vorhergehenden bestehe, so verwan-
delte sich meine Freude in grosse Angst. Ich hatte mir nämlich Hoffnung gemacht, man werde mich sogleich töten. Da sprach Maria zu mir: Fasse Mut, meine Tochter! Du weisst ja, dass ich eine ganz vorzügliche Liebe zu dir trage. Der Name, den du in der heiligen Taufe empfangen hast, ist ein Beweis, dass du eine Ähnlichkeit mit meinem Sohne und mit mir hast. Dich nennt man Lumena (Licht) und auch dein Bräutigam wird 'Licht', 'Stern' und 'Sonne' genannt. Mich nennt man 'Morgenröte', 'Stern', 'Mond', 'Sonne'. Fürchte dich nicht, ich werde dir beistehen. Jetzt übt die Natur ihre Rechte über dich aus, damit du dich in deiner Schwäche demütigst. Dann aber, wenn es zum Kampfe kommt, wird dir die Gnade Kraft geben, und dein Schutzengel, der auch der meinige war, der Engel Gabriel, dessen Name 'Kraft' bedeutet, wird dir zu Hilfe kommen. Ich werde dich ganz besonders seiner Sorgfalt
empfehlen als meine vielgeliebte Tochter, die ich vor allen anderen liebe.
Diese Worte der Königin der Jungfrauen flössten mir Mut ein. Die Erscheinung verschwand und hinterliess einen himmlischen Wohlgeruch, der mein ganzes Gefängnis erfüllte. Was mir angekündigt worden, ging alsbald in Erfüllung. Diokletian verzweifelte, mich zum Nachgeben zu zwingen, und fasste den Entschluss, mich öffentlich martern zu lassen. Er begann damit, dass er mich geisseln liess.
Er sagte:
Weil sie sich nicht schämt, mir, dem Kaiser, einen Missetäter vorzuziehen, der von seinem ganzen Volke zum schimpflichsten Tode verurteilt worden ist, so verdient sie nach Gerechtigkeit so behandelt zu werden, wie er behandelt wurde. Er befahl also, mich zu entblössen und an eine Säule festzubinden. Hierauf liess er in Gegenwart
einer grossen Menge vornehmer Hofleute mich dermassen geisseln, dass mein ganzer Leib vom Blute triefte und nur eine Wunde zu sein schien. Als der Tyrann sah, dass ich in Ohnmacht fiel und dem Tode bereits nahe war, befahl er, mich von seinen Augen zu entfernen und mich neuerdings in den Kerker zu schleppen. Er meinte, hier würde ich meinen Geist aufgeben. Er wurde jedoch in seiner Erwartung getäuscht. Auch mich täuschte die süsse
Hoffnung, bald zu meinem geliebten Bräutigam zu kommen.
Zwei von Licht schimmernde Engel erschienen mir und gossen Balsam in meine Wunden. Nun fühlte ich mich mehr gekräftigt, als ich vor der Marter gewesen war. Am folgenden Morgen in der Frühe gab man dem Kaiser hiervon Nachricht. Er liess mich vor sich kommen. Staunend betrachtete er mich und wollte mich überreden, dass ich meine Heilung dem Jupiter, dem er diente, zu verdanken habe. Er wollte mich mit Gewalt zur Kaiserin von Rom haben, machte mir eitle Versprechungen, mit denen er Schmeicheleien und Liebkosungen verband. Er wollte das höllische Werk, das er sich vorgesetzt hatte, vollenden.
Aber der Heilige Geist, dem ich meine Standhaftigkeit verdanke, erleuchtete mich in so hohem Grade, dass weder Diokletian, noch irgend einer seiner Hofleute gegen meine Beweise, die ich für die Wahrheit unseres Glaubens vorbrachte, etwas einwenden konnte. Dieses brachte ihn neuerdings in Wut. Er befahl, mich mit einem Anker an meinem Halse in den Fluten des Tibers zu begraben. Der Befehl wurde vollzogen. Aber Gott verhinderte dessen Folgen, denn in dem Augenblicke, als man mich in den Fluss stürzte, kamen mir abermals zwei Engel zu Hilfe, die
das Seil, womit der Anker an meinem Halse hing, ablösten, so dass der Anker im Tiber zu Boden sank, wo er sich jetzt noch befindet. Mich aber trugen sie ganz sanft angesichts einer ungeheuren Volksmenge an das Ufer. Dieses Wunder brachte bei den Zuschauern glückliche Wirkungen hervor. Viele bekehrten sich zum Christentum. Diokletian aber, der es einer unbekannten Zauberkraft zuschrieb, liess mich hierauf durch die Gassen der Stadt Rom schleifen und befahl, einen ganzen Hagel von Pfeilen auf mich abzuschiessen. Mein Leib war ganz durchbohrt; das Blut rieselte von allen Seiten herab. Erschöpft wie ich war, und beinahe sterbend, wurde ich auf Befehl des Kaisers wieder in den Kerker zurückgebracht. Der Himmel aber begnadigte mich neuerdings auf wunderbare Weise. Ich fiel in einen süssen Schlaf.
Beim Erwachen fand ich mich vollkommen geheilt. Diokletian erfuhr es, geriet in Wut und rief wie ein Rasender: 'Wohlan, mit spitzigen Pfeilen durchbohre man sie abermals, auf dass sie an dieser Marter sterbe!' Sein Befehl wurde sogleich vollzogen. Die Bogenschützen spannten ihre Bogen und strengten alle ihre Kräfte an. Aber die Pfeile versagten ihnen den Gehorsam. Der Kaiser, selbst gegenwärtig, war ganz ausser sich vor Wut und nannte mich eine Zauberin. In der Meinung, die Wut des Feuers werde meiner Zauberkraft widerstehen, befahl er, die Pfeile in einem Ofen glühend zu machen und sie dann neuerdings auf mich abzuschiessen. Man tat so. Aber die Pfeile nahmen, nachdem sie eine Strecke fortgeflogen waren, plötzlich eine entgegengesetzte Richtung und fuhren auf diejenigen zurück, die sie abgeschossen hatten. Sechs dieser Bogenschützen starben auf der Stelle. Mehrere andere von ihnen entsagten dem Heidentum. Das Volk bekannte öffentlich die Allmacht Gottes, der mich beschützt
hatte.
Der Tyrann, durch das Murren und das Geschrei des Volkes erschreckt, beeilte sich, meinem Leben ein Ende zu machen, indem er mir das Haupt abschlagen liess. Meine Seele flog empor in den Himmel zu ihrem göttlichen Bräutigam, um von ihm die Krone der Jungfräulichkeit und die Palme des Martyriums zu empfangen und sich eines besonderen Vorzuges vor vielen Auserwählten in Seiner Gegenwart zu erfreuen. Der für mich so freudenreiche Tag, an dem ich in die himmlische Herrlichkeit eintrat, war ein Freitag, und die Stunde meines Todes war die dritte Stunde nachmittags."



Der lebendige Rosenkranz
Die heilige Philomena ist Patronin des Lebendigen Rosenkranzes. Letzterer ist verknüpft mit Pauline Jaricot (s.o.), die als Gründerin dieser einzigartigen Bewegung gilt. Pauline Jaricot wurde in äußerster Todesnot und schwerster Krankheit in Mugnano geheilt. Wir nennen es das "Große Wunder von Mugnano". Ohne dieses große Wunder wäre Philomena nicht so schnell zur Ehre der Altäre erhoben worden. Der hl. Pfarrer von Ars pflegte oft in einer leisen, aber eindringlichen Stimme zu sprechen, die alle Herzen zu ihm zog: "Mein Kind, die heilige Philomena hat eine große Macht bei Gott, und sie hat überdies ein liebes Herz. Laßt uns in Vertrauen zu ihr beten. Ihre Jungfräulichkeit und Großzügigkeit beim Annehmen ihres heroischen Martyriums haben sie Gott gegenüber so wohlgefällig erwiesen, daß Er ihr nie etwas verweigert, um was immer sie bittet."
Es wurde bekannt, daß der hl. Pfarrer alles für die heilige Philomena und sie alles für ihn erwirkte.
Der Pfarrer lernte die wundervollen Kräfte der heiligen Philomena erst kennen, als er mit Pauline Jaricot, der Gründerin der "Gesellschaft der Glaubensverbreitung", bekannt wurde.
Pauline Jaricot wurde im Jahre 1835 durch die Fürbitte der heiligen Philomena von einer hoffnungslosen Krankheit wunderbar geheilt. P. Jaricot bot dem Pfarrer einen Teil der kostbaren Reliquien der Heiligen an, die sie vom Schrein in Mugnano (Italien) erhalten hatte. Diese nahm der Pfarrer mit tief empfundener Freude an.
Sofort setzte er die Errichtung einer Kapelle im Nebenschiff seiner kleinen Kirche in Ars in Gang, um dort die Reliquien im Heiligtum zu verwahren. Die Stelle wurde bald zum  Schauplatz zahlreicher Heilungen, Bekehrungen und Wunder.
Erfüllt von großer Liebe zu der kleinen Heiligen wählte er sie als seine himmlische Fürsprecherin und gelobte sich ihr. Zu jeder Jahreszeit sprach er von ihr. Denjenigen, die um seinen Rat baten, empfahl er, zu ihr Novenen für viele Gebetsmeinungen aller Art zu beten. Ernsthaft ermahnte er die Kranken, auch zur heiligen Philomena zu beten. Er segnete sie und schloß sich ihnen mit seinem Novenengebet an. Aber er legte es ihnen auch nahe, daß alle heilungen von der kleinen Heiligen stammten und daß man nach Gott ihr alle Dankbarkeit schulde. Tausende pilgerten dorthin, um die hl. Philomena anzurufen.

    Anmeldung zum Lebendigen Rosenkranz   (Vordruck zum Ausfüllen: bitte links anklicken!)
           (Pfr. A. Fugel, Postf. 174, CH 3427 Utzenstorf)
    Schließen auch Sie sich der Heerschar der Muttergottes an mit dem Beten des Rosenkranzes!



         Für viele wurde das Grab des Philomena-Herolds Rev. Don
         Francesco di Lucia zur Pilgerstätte. Das Grab befindet sich in
         der Kirche Unsere Liebe Frau der Gnaden. Obwohl sich der
         einfache und demütige Priester ein einfaches Begräbnis ge-
         wünscht hatte, sorgte seine liebe Freundin Philomena für ein
         liebes Zeichen. Im Augenblick seines Todes fingen die Glocken
         der Kirche von selbst zu läuten an.

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