Mit
Maria ein vorbehaltloses „Ja" zu den Plänen Gottes sprechen
Papst
B e n e d i k t XVI., Rom
Mit
Maria ein vorbehaltloses „Ja" zu den Plänen Gottes sprechen
Es ist mir eine Freude,
mich mit Euch im Gebet zu vereinigen zu Füßen der hl. Jungfrau,
auf die wir heute am Fest ihrer Heimsuchung schauen. (...) Zum Abschluß
des Monats Mai wollen wir unsere Stimme mit der Mariens vereinigen in ihrem
ureigenen Loblied; mit ihr wollen wir den Herrn hochpreisen für die
Wundertaten, die er
fortwährend im
Leben der Kirche und eines jeden von uns wirkt. Insbesondere war und bleibt
es für alle ein Grund zu großer Freude und Dankbarkeit, daß
wir diesen marianischen Monat mit der unvergeßlichen Seligsprechung
Johannes Pauls II. eröffnen konnten. Welch großes Gnadengeschenk
war doch für die ganze Kirche das Leben dieses großen Papstes!
Sein beständiges Zeugnis erleuchtet auch weiter unser Dasein und ist
uns Ansporn, wahre Jünger des Herrn zu sein, ihm mit dem Mut des Glaubens
zu folgen und ihn mit derselben Begeisterung zu lieben, mit der er ihm
sein eigenes Leben geschenkt hat.
Wenn wir heute die
Heimsuchung Mariens geistlich bedenken, so bringt uns dies auch zum Nachdenken
eben über diesen Mut des Glaubens. Sie, die von Elisabeth in ihrem
Haus aufgenommen wird, ist die Jungfrau, die der Ankündigung des Engels
„geglaubt hat" und die im Glauben darauf geantwortet hat, indem sie mutig
den Plan Gottes für ihr Leben annahm und so das ewige Wort des Höchsten
in sich aufnahm. Wie schon mein seliger Vorgänger in der Enzyklika
Redemptoris Mater unterstrichen hat, geschah es durch den Glauben, daß
Maria ihr Fiat sprach, „sich ohne Vorbehalte Gott überantwortete und
.sich als Magd des Herrn ganz der Person und dem Werk ihres Sohnes hingab'"
(Nr. 13; vgl. II. Ökum. Vat. Konzil, Dogm. Konst. Lumen gentium, Nr.
56). Darum ruft Elisabeth, als sie Maria begrüßt, aus: „Selig,
die geglaubt hat, daß sich erfüllen wird, was der Herr ihr sagen
ließ" (Lk 1,45). Maria hat wirklich geglaubt, daß „ für
Gott nichts unmöglich ist" (Lk 1,37), und ließ sich, durch dieses
Vertrauen stark, vom Heiligen Geist im alltäglichen Gehorsam gegenüber
seinen Plänen führen. Wie sollten wir uns für unser Leben
nicht dieselbe vertrauensvolle Hingabe wünschen? Warum sollten wir
uns selbst von einer solchen Glückseligkeit ausschließen wollen,
die aus einem so innigen und tiefen vertrauten Umgang mit Jesus entsteht?
Wenn wir uns also heute an die Frau „voll der Gnade" wenden, dann bitten
wir sie, sie möge für uns von der göttlichen Vorsehung erlangen,
daß auch wir jeden Tag unser „Ja" zu den Plänen Gottes sagen
können, mit demselben demütigen Glauben einer Frau, mit dem sie
ihr Ja gesagt hat. Sie, die in sich das Wort Gottes aufnahm und sich ihm
ohne Vorbehalt übergeben hat, möge uns zu einer immer großmütigeren
und bedingungsloseren Antwort auf seine Pläne hinführen, auch
wenn wir dabei herausgefordert sein sollten, das Kreuz anzunehmen. In dieser
österlichen Zeit, in der wir vom Auferstandenen die Gabe seines Geistes
erbitten, vertrauen wir der mütterlichen Fürsprache der Gottesmutter
die Kirche und die ganze Welt an. Die Allerseligste Jungfrau Maria, die
im Abendmahlssaal mit den Aposteln den Tröster erflehte, möge
jedem Getauften die Gnade eines Lebens erlangen, das vom Geheimnis des
gekreuzigten und auferstandenen Gottes erhellt ist, und das Geschenk, immer
mehr im eigenen Dasein die Herrschaft dessen annehmen zu können, der
durch seine Auferstehung den Tod besiegt hat. Liebe Freunde, jedem von
Euch, Euren Lieben, besonders aber denen, die leiden, erteile ich von Herzen
den Apostolischen Segen.
(Ansprache von Papst
Benedikt XVI. bei der Lourdesgrotte in den Vatikanischen Gärten zum
Abschluß des Marienmonats am 31.05.2011. Übersetzung aus dem
Italienischen von Dr. J. Ammer - Anmerkung der Redaktion: Das Fest Maria
Heimsuchung wird in Rom dem römischen Generalkalender entsprechend
am 31. Mai gefeiert.)
(Quelle: "Bote
von Fatima", Juli 2011, S. 75f., Regensburg)
„Ich
bin ganz dein o Maria"
Papst Benedikt würdigt
Marienverehrung des sel. Johannes Paul II. anläßlich dessen
Seligsprechung Bei seiner Predigt zur Seligsprechung von Papst Johannes
Pau! II. am 1. Mai 2011 würdigte Papst Benedikt XVI. unter anderem
auch dessen Marienverehrung und Hingabe an die Gottesmutter. Er freue sich,
daß die Feier am ersten Tag des Marienmonats stattfinden könne
unter dem mütterlichen Blick Marias. Durch ihren Glauben habe sie
den Glauben der Apostel gestützt. Dies gelte fortwährend besonders
für die Nachfolger des Apostels Petrus und somit auch für den
neuen Seligen.
Als Teilnehmer des
Zweiten Vatikanischen Konzils zunächst als Weihbischof und dann als
Erzbischof von Krakau habe Karol Wojtyla über die Bedeutung Marias
als Vorbild der Heiligkeit für jeden Christen und die ganze Kirche
gewußt.
Wörtlich führte
Papst Benedikt dazu aus: „Diese theologische Sicht hat der selige Johannes
Paul II. als Jugendlicher entdeckt und dann während seines ganzes
Lebens bewahrt und vertieft - eine Sicht, die im biblischen Bild von Christus
am Kreuz und seiner Mutter Maria unter dem Kreuz zusammengefaßt ist.
Es ist ein Bild, das sich im Johannes-Evangelium findet (Joh 19,25-27)
und das in das Bischofs- und dann in das Papstwappen von Karol Wojtyla
aufgenommen wurde: ein goldenes Kreuz, ein ,M' rechts unten und das Motto
Jotus tuus', das vom bekannten Wort des heiligen Ludwig Maria Grignion
von Montfort stammt, in dem Karol Wojtyla ein Grundprinzip für sein
Leben gefunden hat: ,Totus tuus ego sum et omnia mea tua sunt. Accipio
te in mea omnia; praebe mihi cor tuum, Maria.' - ,lch bin ganz dein, und
alles, was ich habe, ist dein. Dich nehme ich zu mir als mein alles; schenke
mir dein Herz, o Maria' (Abhandlung über die wahre Andacht zu Maria,
Nr. 266)1.
Zum Abschluß
der Seligsprechung betete Papst Benedikt schließlich zusammen mit
weit mehr als einer Million auf dem Petersplatz und in den umliegenden
Straßen
versammelten Pilgern
sowie unzähligen Gläubigen, die die Seligsprechungsfeier über
die Medien verfolgten, das Gebet des „Regina Caeli" und vertraute im Geist
mit dem
neuen Seligen verbunden
der Jungfrau Maria, der Mutter der Kirche, „den Weg des ganzes Gottesvolkes"
an.
GFS
' L' Osservatore Romano
Nr. 18/06.05.2011, S.4.
(Quelle: "Bote
von Fatima", Juli 2011, S. 76, Regensburg)
Magnifikat
Meine
Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt
über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit
seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an
preisen mich selig alle Geschlechter!
Denn der Mächtige
hat Großes an mir getan,
und sein Name ist
heilig.
Er erbarmt sich von
Geschlecht zu Geschlecht über alle,
die ihn fürchten.
Er vollbringt mit
seinem Arm machtvolle Taten.
Er zerstreut, die
im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die
Mächtigen vom Thron
und erhöht die
Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt
er mit seinen Gaben
und läßt
die Reichen leer ausgehn.
Er nimmt sich seines
Knechtes Israel an
und denkt an sein
Erbarmen,
das er unseren Vätern
verheißen hat,
Abraham und seinen
Nachkommen auf ewig.
(Lk 1,46-55)