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1.) "In Maria leuchtet die ewige Güte des Schöpfers auf" 2.) Papst Benedikt XVI.: Mit Maria durch den Advent |
Ansprache Papst Benedikts XVI.
beim Angelus am Hochfest der Unbefleckten
Empfängnis im Zeichen des 40-jährigen
Jubiläums des Zweiten Vatikanischen Konzils
1.) "In Maria leuchtet die ewige
Güte des Schöpfers auf"
Wir veröffentlichen hier die Ansprache, die Papst Benedikt XVI. anläßlich eines Angelusgebets hielt. Am Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria dankte der Heilige Vater der Mutter Jesu und Mutter der Kirche für ihren besonderen Schutz in den 40 Jahren seit Abschluß des Zweiten Vatikanischen Konzils und erklärte: "Ihre himmlische Unschuld zieht uns zu Gott, denn sie hilft uns die Versuchung zu überwinden, ein mittelmäßiges Leben zu führen (…) und führt uns so mit Bestimmtheit zum wahren Gut hin, das die Quelle der wahren Freude ist."
Liebe Brüder und Schwestern!
Heute feiern wir das
Hochfest der Unbefleckten Empfängnis,
einen Tag, der von tiefer geistiger
Freude geprägt ist.
Wir betrachten die Jungfrau Maria heute als
diejenige, die demütiger und zugleich
"höher" ist alles, "was je gewesen; Ziel,
ausersehen vom Herrn des ew’gen Throns", wie der große Dichter Dante
sagte ("Paradies", 33, 1). In ihr leuchtet die ewige Güte des Schöpfers
auf, der sie nach seinem Heilsplan dazu bestimmte, die Mutter seines eingeborenen
Sohnes zu werden. Und in Hinblick auf den Tod seines Sohnes
bewahrte er sie vor jeder Sünde (vgl. Tagesgebet).
In Maria, der Mutter Christi und unserer Mutter, gelangte so die Berufung des Menschen zur Vollendung.
Alle Menschen sind, wie uns der Apostel Paulus
sagt, dazu berufen, vor Gott in Liebe untadelig und heilig zu leben (vgl.
Eph 1,4). Schauen wir auf die Jungfrau Maria, dann ist es unmöglich,
daß in uns, ihren Kindern, nicht das Verlangen nach Schönheit,
nach dem Guten, nach Herzensreinheit neu erweckt wird! Ihre himmlische
Unschuld zieht uns zu Gott, denn sie hilft uns die Versuchung zu überwinden,
ein mittelmäßiges Leben zu führen – ein Leben, in dem man
mit der Sünde paktiert – und führt uns so mit Bestimmtheit zum
wahren Gut hin, das
die Quelle der wahren Freude
ist.
Am heutigen Tag wandern meine Gedanken zum 8. Dezember 1965 zurück. Damals schloß der Diener Gottes Papst Paul VI. feierlich das Zweite Ökumenische Vatikanische Konzil ab, das größte kirchliche Ereignis des 20. Jahrhunderts, das der selige Johannes XXIII. drei Jahre zuvor eröffnet hatte. Unter dem Jubel zahlreicher Gläubiger vertraute Paul VI. die Umsetzung der Konzilsbeschlüsse auf dem Petersplatz der Jungfrau Maria an, die er mit dem Titel "Mutter der Kirche" anrief. Als ich heute Morgen der festlichen Eucharistiefeier in der Vatikanbasilika vorstand, wollte ich Gott für das Geschenk des Zweiten Vatikanischen Konzils danken und die allerseligste Jungfrau Maria dafür preisen, daß sie uns in diesen 40 Jahren kirchlichen Lebens, das in vielerlei Hinsicht so reich war, immer begleitet hat.
Auf
besondere Weise hat Maria mit mütterlicher Fürsorge über
die Pontifikate meiner geschätzten Vorgänger gewacht.
Jeder einzelne von ihnen steuerte das Schiff Petri auf der Route der authentischen
konziliaren Erneuerung und arbeitete unaufhörlich für die treue
Interpretation und Realisierung des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Liebe Brüder und Schwestern, zur Krönung dieses Tages, der ganz der allerseligsten Jungfrau Maria gewidmet ist, werde ich am Nachmittag gemäß einer alten Tradition zur Statue der Unbefleckten Empfängnis auf der Piazza di Spagna gehen. Ich bitte euch, begleitet mich im Geiste bei dieser Wallfahrt. Sie soll Erweis einer kindlich-aufrichtigen Andacht zu Maria sein und dazu dienen, ihr die geliebte Stadt Rom, die Kirche und die ganze Menschheit anzuempfehlen.
Mit der ganzen Kirche schauen
wir heute auf die Jungfrau Maria, die Morgenröte unseres Heils. Gott
hat die Mutter seines Sohnes vor jeder Schuld und Sünde bewahrt. Vertraut
euch jederzeit ihrer mütterlichen Fürsprache an. Euch allen einen
gesegneten Festtag!
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Die Mutter Jesu könne den Christen besser als sonst jemand dahin führen, "den Mensch gewordenen Sohn Gottes kennenzulernen, zu lieben und ihn anzubeten", erklärte Benedikt XVI. am Sonntag "Gaudete", als er zu einer bewußten Vorbereitung auf das kommende Weihnachtsfest aufrief.
In seiner Ansprache vor dem Angelusgebet regte der Heilige Vater dazu an, sich in der Adventszeit von der Jungfrau Maria begleiten zu lassen, um in der heutigen Konsumgesellschaft nicht von jener "kommerziellen 'Verunreinigung'" angesteckt zu werden, durch die der echte Weihnachtsgeist "erstickt zu werden droht. Dieser ist von Sammlung und Schlichtheit geprägt sowie von einer Freude, die nicht äußerlich ist, sondern aus der Tiefe des Herzens kommt", stellte der Papst fest.
Die Verbundenheit mit der Jungfrau und Gottesmutter Maria sollte dazu ermutigen, "uns in der Aufrichtigkeit des Herzens und der Offenheit des Geistes vorzubereiten, damit wir im Kind von Bethlehem den Sohn Gottes erkennen können, der auf die Erde gekommen ist, um uns zu erlösen. Laßt uns mit ihr verbunden im Gebet voranschreiten und jene Einladung annehmen, die immer wieder in der Adventsliturgie an uns gerichtet wird: in wachsamer und freudiger Erwartung auszuharren, da der Herr kommen und nicht säumen wird. Er kommt, um sein Volk von der Sünde zu befreien."
Die vom hl. Franz von Assisi eingeführte Tradition der Weihnachtskrippe,
"die ihren Wert für die Evangelisierung bis in die heutigen Tage hinein
behält", sei eine große Hilfe, um "das Geheimnis der Liebe Gottes
zu betrachten, der sich uns in der Armut und Schlichtheit des Stalls in
Bethlehem offenbart". Außerdem strahle in dieser bildlichen Darstellung
der Menschwerdung Gottes das Geheimnis vom wahren Weihnachtsfest auf, "weil
sie von der Demut und der barmherzigen Güte Christi erzählt,
der reich war und euretwegen arm wurde, 'um euch durch seine Armut reich
zu machen'. Seine Armut bereichert diejenigen, die sie annehmen." Alle
deutschsprachigen Pilger erinnerte der Heilige Vater daran, daß die
christliche Hoffnung, wie sie in der Weihnachtsfreude zum Ausdruck komme,
den Menschen auch in Zeiten der Prüfung Mut und Kraft schenke.