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Der
heilige Paschalis Baylon:
Patron
aller Verehrer des heiligen Sakramentes allgemein aber auch der Patron
der ewigen Anbetung
im Geist und in der Wahrheit, wie ein Blick auf das gegenüberstehende
Bild erkennen läßt:
Die Monstranz, vor der Paschalis kniet, steht nicht auf einem Altar, sondern
auf Wolken!
Das will sagen:
Paschalis hatte die Monstranz in seinem Leben ständig im Geiste vor
Augen -
und der Herr schenkte ihm ob seines Lebens ständiger Selbstverleugnung
•
die Gnade der geistlichen Gottesschau!
„Liebster Jesus, du
bist hier.
Betend knie ich vor
dir.
Schau mich an und
segne mich!
Will von Herzen lieben
Dich!"
Das Herz einer Mutter
Die Liebe zu Gott
geht stets mit der Liebe zum Nächsten Hand in Hand.
I. Die Liebe des heiligen
Paschalis zu den Armen und Notleidenden
Paschalis liebte alle
Armen und Kleinen, die von der Welt Verachteten; alle, die
weinen und klagen;
und des Trostes und der Hilfe bedürfen, mit jener übernatürlichen
Liebe, die nach den
Worten des heiligen Vaters Franziskus die Liebe einer Mutter an
Stärke und Süße
übertrifft.
1. Schon in der frühesten
Kindheit hat sich die Liebe des kleinen Paschalis geäußert.
Von der
Gnade unterstützt, hatte diese natürliche Neigung stets zugenommen;
und
nun im
Orden das wahre Feld ihrer Tätigkeit gefunden.
Schon
bald nach der heiligen Profeß war ihm das Amt des Pförtners
und damit die
Sorge
auch für die Armen übertragen worden. Eine Sorge, die seinen
Neigungen in
besonderer
Weise entsprach.
2. Trotz ihrer äußeren
Armut und gerade wegen ihrer inneren Losgelöstheit von den
Dingen
dieser Welt waren die Patres der strengen Richtung des Heiligen Petrus
von
Alcantara
überaus wohltätig.
Was bei
ihnen die eine Hand empfängt, reicht die andere den Bittenden; und
so
wurden
ihre Klöster Zufluchtsstätten der Armen der ganzen Umgebung.
Paschalis
bewegte sich mit einer ganzen Schar Bedürftiger als emsiger Lieferant;
und um
diese nicht ungespeist zu entlassen, wirkte er Wunder, die auch sein göt-
tlicher
Meister getan.
Er betrachtete
sich als Diener der Armen. In jedem erblickte er einen Herrn, der ein
Anrecht
auf seine Zeit und seine Dienste hatte.
Er gehörte
nicht sich, sondern den Armen, die frei über ihn verfügten und
oft allem
Anschein
nach unvernünftige Forderungen an ihn stellten.
Das aber
erschreckte ihn nicht. Er konnte ja fast nicht leben ohne seine Armen;
und als
ihn der Gehorsam einst in ein Kloster versetzte, welches von Armen wenig
besucht
wurde, beschlich ihn eine Art Heimweh; und er, der sich nie einen Aufent-
haltsort
selbst gewählt hatte; er bat nun Gott, ihm doch seine Armen wiederzu-
geben.
Je zahlreicher sie kamen, desto lieber war es ihm.
3. Wenn wir Bruder
Paschalis bei seinem Werk betrachten, so fällt uns vor allem
kluge
Unterscheidung auf, mit der er vorgeht.
Man könnte
glauben, im übergroßen Eifer habe er nur der Stimme seines Herzens
Gehör
geschenkt, blindlings nach rechts und links ausgeteilt, bald hier und bald
dort
etwas verkehrt gemacht. Doch nichts von alldem.
Paschalis
befolgte in allem treu den Rat der Heiligen Schrift, welche auch in der
Liebe
Ordnung empfiehlt.
Mit größter
Sorgfalt berücksichtigte er die verschiedenen Verhältnisse, trug
den
Bedürfnissen
jedes einzelnen Rechnung. Er teilte, um dieses besser tun zu können,
seine zahlreichen
Bittsteller in verschiedene Klassen, ohne daß sich dadurch ein noch
so mißtrauischer
Charakter hätte verletzt oder zurückgesetzt fühlen können.
Jeder er-
hielt, was ihm zukam;
und als Zugabe - zarte Rücksichten der Liebe. Die erste Klasse
oder Stufe bildeten
Die Armen, die sich
täglich einfanden,
um im Klosterhof ihre
Speise zu bekommen. Aber ehe wir diese Austeilung beachten,
wollen wir den Bruder
in der Küche aufsuchen, wo er an einem riesigen Kessel steht.
An gewissen Tagen
fehlte es dem Koch jedoch an verschiedenen Dingen. Was nun?
Wie sollte er für
sechzig, mit gutem Appetit versehene Gäste eine nahrhafte Suppe
bereiten?
Das war eine Aufgabe,
die ein Rätsel bleibt; nur ein Heiliger konnte sie lösen.
Er besaß ein
Rezept: Sein unerschütterliches Vertrauen auf die göttliche Vorsehung.
Dieses gläubige
Vertrauen
dieser lebendige Glaube,
der nach den Worten der Heiligen Schrift Berge versetzt, be-
wirkte auch, daß
sich unter seinen Händen Unzureichendes wunderbar vermehrte.
Einer der Brüder
des Klosters, wo Paschalis lebte, erzählt uns, daß er einst
ungebete-
ner Zeuge einer wunderbaren
Vermehrung gewesen.
An jenem Tage hatte
Paschalis kaum etwas, um auch nur zehn Arme zu speisen.
„Gib wohl acht, wie
er sich helfen wird", sprach ich leise zu mir selbst. „Mit seiner
gewöhnlichen
Ruhe sammelte Paschalis im Speisesaal des Klosters die übriggebliebe-
nen Stückchen,
warf sie mit einer Handvoll Salz in den großen Kessel und goß
einige
Eimer Wasser darüber.
Ich trat zu ihm und
sagte lächelnd:
„Bruder Paschalis,
dies Gericht wird den Magen Ihrer Kunden sicher nicht beschwe-
ren!"
„Machen Sie sich keine
Sorge!" entgegnete er freundlich. „Das ist Sache Gottes!"
Die Austeilung war
für Paschalis eine wahre Freude!
Die freundliche Miene
verlieh seiner Gabe doppelten Wert. Und so teilt er, indem er
unermüdlich schöpft,
dem einen ein mildes Trostwort, dem anderen einen guten Rat;
oder er erkundigt
sich auch nach den Abwesenden und Kranken.
Obgleich dieses Schauspiel
täglich das gleiche blieb, war es doch auch täglich neu
durch die stets neuen
Erfindungen der Liebe, mit denen Paschal es umgab.
Außer den täglichen
Gästen finden wir an der Klosterpforte auch
Durchziehende Arme
Und es waren ihrer
nicht wenige in der damaligen Zeit, wo man nur selten ein
Gasthaus antraf: Arme
Handwerker und Lehrburschen; und Invaliden, die das aben-
teuerliche Umherziehen
dem düsteren Eingeschlossensein in einem Hospital vorzo-
gen.
Man fand sie in ganz
Spanien verbreitet; alle auch klopften früher oder später an
der
gastlichen Pforte.
Nirgendwo aber wurde
ihnen eine freundlichere Aufnahme zuteil.
Auf diese Weise verbreitete
sich der Ruf unseres Heiligen immer mehr; und natürlich
nahm auch die Zahl
seiner Klienten zu.
Paschalis, der ein
feines Taktgefühl besaß, verband mit den materiellen Almosen
stets
das weit kostbarere
Geistliche.
Manche seiner täglichen
Gäste wußten längst die Grundwahrheiten der heiligen Reli-
gion nicht mehr und
hatten das Beten vollständig verlernt.
Besonders war das
bei jenen der Fall, die aus Frankreich kamen und dort unter Irr-
lehrern und Ungläubigen
gelebt haben.
Paschalis belehrte
sie; und bei diesem geduldigen Lehrer erlangten alle nicht allein die
Wissenschaft des Heiles
wieder, sondern sie wurden auch von neuem Eifer belebt, ihre
christlichen Pflichten
zu erfüllen.
Nun kommen wir zu
einer dritten Klasse Bedürftiger, die Paschalis zu seinen Kunden
zählte, zu jener
der
Armen Studenten
die sich in Spanien,
dem Lande der Doktoren und Gelehrten, in den großen Städten,
die entweder Universitäten
oder andere höhere Schulen besaßen, zu Hunderten fanden.
Zwar gab es zu ihrer
Unterstützung zahlreiche Stiftungen, doch selbst jene Studenten,
welche die Wohltat
eines Stipendiums genossen, hatten doch noch manche Entbehrun-
gen zu ertragen.
Und wie viele blieben
übrig, denen keine Unterstützung zuteil geworden war! Gott
allein weiß,
wieviel diese Armen durchzumachen hatten, ehe es ihnen möglich wurde,
durch Ablegung eines
Examens eine entsprechende Stellung zu finden.
Was Paschalis darüber
gehört, tat ihm im Herzen weh; und er versäumte nicht, all
diesen zu Hilfe zu
kommen.
Sie waren offenbar
seine Lieblinge. Auch bediente er sie in einem eigenen Raum; und
zu einer Zeit, wo
sie nicht Gefahr liefen, mit anderen Armen zusammenzutreffen. So
schonte er ihr Selbstgefühl,
ermutigte sie und gewann ihre Seele für Gott, die sich im
Unglück vielleicht
von ihm abgewandt hätte.
Keine Art von Elend
entging dem stets wachsamen Auge des Dieners der Armen.
Besonders bedauernswert
und des Mitleides würdig erschienen ihm jene, die nach
irdischem Wohlstand
der Armut und dem Elend zum Opfer fielen.
Er wartete nicht,
bis diese verschämten Armen ihm ein Geständnis ablegten; er kam
ihnen zuvor. Sein
Wort drang sanft und lieb in ihr verbittertes Herz.
Zu den zahlreichen
Bittstellern zählen wir noch die
Leute aus der Stadt
und der Umgebung
die an die Klosterpforte
pochten, um Heilkräuter oder wohlriechende Pflanzen zu er-
halten, die Paschalis
eigens für Kranke im Klostergarten zog.
II. Schwierigkeiten
in der Ausübung seiner Liebesdienste
Schwierigkeiten, die
sich aus der Natur der Sache selbst und der Verschiedenheit an-
derer ergaben.
Wir dürfen daran
keinerlei Anstoß nehmen, zumal jene, die ihm diese Schwierigkeiten
bereiteten, gleich
ihm ausgezeichnete Ordensleute und Freunde der Armen und Notlei-
denden waren.
1. Paschal hatte es
bald mit dem Gärtner, bald mit dem Koch oder Almosensammlern,
bald
hinwieder mit Mitbrüdem zu tun, die seiner Freigiebigkeit, welche
sie für
übertrieben
hielten, Schranken setzen wollten.
Bewährt
im geistlichen Kampf, antwortet Paschalis:
„Beruhigen
Sie sich! - Gott wird sorgen und neues Gemüse wachsen lassen!"
Und in
der Tat: Der Garten glich einer Fläche, die man nie erschöpfen
konnte, ob-
gleich
man ihr noch so viel entnahm.
Unter
Paschalis Händen vermehrten sich die Wunder:
Die am
Abend abgerissenen Pflanzen entfalteten sich während der Nacht aufs
neue;
und die Beete zeigten am Morgen keine Spur der Verwüstung vom Abend
her.
2. Der Verwalter des
Klosters erzählt in seiner Zeugenaussage:
„Ich
befand mich eines Abends an der Klosterpforte, als eine Schar Kinder sich
dem Seligen
nahte und ihn um eine Art Pflanzenblätter für Kranke baten.
„Arme
Kleine!" antwortet Paschalis. „Wie gerne gäbe ich euch welche, aber
es
sind
leider keine da. Trotzdem wollen wir sehen!"
Er suchte
und fand eine Handvoll Blätter, die er den Kindern freundlich austeilte,
worauf
die kleinen Bettler vergnügt davongingen.
3. Als ich am anderen
Morgen geschäftehalber zurückkehrte, traf ich Leute an, die
wiederum
dieselbe Blattart von Paschalis wünschten. „Ihr verliert eure Zeit!"
sagte
ich ihnen.
„Im ganzen Garten ist kein einziges derartiges Blatt mehr zu finden. Ich
habe
mit eigenen Augen gesehen, daß gestern abend die letzten Blätter
von
Kindern
weggeholt worden sind."
Unterdessen
war Paschalis gekommen; und nachdem er den Wunsch der Bittsteller
vernommen,
sah ich zu meinem Erstaunen, daß er den Weg zum Garten einschlug.
Mein
Erstaunen verwandelte sich jedoch in eine Art Bestürzung, als ich
gewahrte,
daß
jenes Beet, auf dem gestern abend kein Grashalm mehr zu finden, mit Gemüse
und grünen
Blättern bedeckt war.
Schluß
Paschalis erkannte
die unter der Armut verborgene Größe!
Er gehörte zu
jenen, von denen die Heilige Schrift sagt:
„Selig,
wer Verständnis für den Bedürftigen und Armen hat!"
In seinen Augen war
der Arme das sichtbare Abbild des armen, leidenden Heilandes;
und sein vom Licht
des Glaubens erleuchteter Blick erkannte in der Liebe zu den Ar-
men und Leidenden
die sicherste Bürgschaft der ewigen Glückseligkeit.
(Quelle: "Dienst
am Glauben", Heft 3/ 1999, S. 80ff., Innsbruck)
Im Tode hört jede
menschliche Größe auf; das Wirken der Heiligen aber fängt
da erst an.
Das ist deutlich geworden
beim heiligen Franziskus und im Leben des heiligen Paschalis Baylon.
1. Bei Franziskus
Der erste Biograph
sagt von ihm:
„So lange Franziskus
auf Erden lebte, durchzog er, das Wort Gottes verkündigend, den ganzen
Erdkreis (den Mittelmeerraum). Jetzt, da er mit den Engeln in den Höhen
thront, eilt er leichter als ein Gedanke dahin; und gewährt allen
Völkern herrliche Wohltaten." (Celano, Leben und Wunder d. hl. Franziskus
v. Assisi, S. 199)
2. Das Gleiche gilt
auch vom heiligen Paschalis
Jetzt nach seinem
Tode ist er allen alles geworden. Die Wunder lassen sich nicht mehr zählen.
a) Beim Seligsprechungsprozeß
ließen die Richter alles weg, was nicht „Wunder des ersten Ranges"
waren; und dennoch blieben noch einhundertfünfundsiebzig
Wunder, von denen ein einziges genügt
hätte, die Seligsprechung zu sichern.
b) Beim Heiligsprechungsprozeß
waren sie noch zahlreicher; ihre bloße Aufzählung füllte
ganze Bände.
Man legte aber nur
drei davon zur öffentlichen Prüfung vor; und diese drei aber
rissen alle Stimmen wie im Sturm mit sich! - so außerordentlich!
- so glänzend waren sie!
c) Die dabei zu Wort
kommenden Zeugen bilden eine wahre Armee, aus der Bevölkerung ganzer
Gegenden zusammengesetzt; die herbeigeeilt, um den apostolischen Richtern
zu erzählen, was sie gesehen und gehört; und die zahlreichen
Gnaden, die ihnen durch die Fürbitte des heiligen Bruders zuteil geworden.
3. Dazu kommt noch,
was Papst Leo XIII. „zum ewigen Gedächtnis"
in seinem Weltrundschreiben „Mirae caritatis" vom 28. Mai 1902 gesagt hat:
„Unter allen aber,
deren Andachtsglut gegen das erhabene Sakrament bekannt geworden, nimmt
Paschalis Baylon den ersten Platz ein: Von Natur zu himmlischen Dingen
hingezogen und nach einer in vollkommener Unschuld als Hirt verbrachten
Jugend in den Orden der Minderbrüder eingetreten, schöpfte er
aus der Betrachtung des göttlichen Mysteriums eine so erhabene Weisheit,
daß er, obgleich unstudiert, über die schwierigsten Glaubensfragen
Auskunft zu geben imstande war. Auch hat er für das freimütige
Bekenntnis seines Glaubens zum Allerheiligsten Sakrament von den Irrgläubigen
Vieles und Schweres zu erdulden; und ist mehrmals dem gewaltsamen Tode
nahe gestanden. Und darum:
Wie wir den heiligen
Thomas von Aquin der studierenden Jugend - und den heiligen Vinzenz von
Paul den Werken der christlichen Liebe - den heiligen Camillus und Johannes
von Gott den Krankenpflegeorden zum Patron gegeben, so bestimmen und ernennen
wir durch gegenwärtiges Schreiben kraft unserer höchsten Vollmacht
den heiligen Paschaiis Baylon zum besonderen
Patron der eucharistischen Verehrung.
Von dem Beispiel und
Schutz dieses Heiligen erbitten wir auch voll Vertrauen, daß von
Tag zu Tag die Zahl der Gläubigen wachse. Gegenwärtiges Schreiben
soll, allen etwa entgegengesetzten Bestimmungen ungeachtet, für alle
künftigen Zeiten Geltung haben. Gegeben
zu Rom, St. Peter.
(Quelle: "Dienst
am Glauben", Heft 1/2002, S. 19,22, Insbruck)
I. An einem Pfingstsonntag war seine Geburt
Am 17. Mai d. J. 1540
herrschte große Freude im Kreise der armen Familie Baylon: Der jüngste
Sproß des Hauses hatte soeben das Licht der Welt erblickt. Wie sollte
er heißen?
Man feierte gerade
das Pfingstfest (Pascua de Pentecosta). Darum sollte er den Namen Pascalis
(der Pfingstliche) erhalten.
Als nun der Kleine
in die Pfarrkirche des Dorfes zum Brunnen der geistlichen Wiedergeburt
getragen wurde, war Pascal schon ganz Aug und Ohr: Unverwandt schaute er
schon auf den Altar, als begreife er bereits, was dort vor sich geht.
II. An einem Pfingstsonntag auch sein Hinscheiden
Anscheinend durch einen
glücklichen Zufall - in Wirklichkeit aber durch eine liebevolle Fügung
der göttlichen Vorsehung sollte der Heilige, wie er auch an einem
Pfingstfest das Licht des Erdenlebens erblickte, ebenso auch an einem Pfingstfest
in das ewige Leben eintreten.
„Es ziemte sich",
heißt es im Heiligsprechungsprozess, daß derjenige, dessen
sterbliches Leben an dem Tage begann, wo die heilige Kirche die Herabkunft
des Heiligen Geistes in Gestalt feuriger Zungen feiert, an demselben Tage
in das ewige Leben einging.
1. Das war während
der heiligen Wandlung
Die heiligen Sterbesakramente
hatte man ihm auf sein Bitten schon gereicht; und es läßt sich
leicht erraten, mit welcher Andacht er die heilige Wegzehrung empfangen
hatte. Als man ihm bedeutete, daß die heilige Messe bereits begonnen,
konnte er seine Freude nicht zurückhalten.
Er wusste nämlich,
der Herr hatte ihm geoffenbart, daß er während dieser heiligen
Messe, und zwar während der heiligen Wandlung, seinen Geist aufgeben
werde. O wunderbare, ergreifende Belohnung seiner unvergleichlichen Liebe
und Verehrung des Allerheiligsten Sakramentes!
Als die Glocke zur
Wandlung ertönte und die heilige Hostie emporgehoben wurde, sprach
Paschalis zweimal den Namen Jesus aus, ergriff die Hand seines Beichtvaters
schaute ihn, der Gottes Stelle vertrat, an und hauchte seine Seele aus.
In diesem Augenblick
sahen zwei im Ruf der Heiligkeit stehende Personen an der entgegengesetzten
Grenze des Königsreiches Valencia, wie die Seele des Dieners Gottes,
strahlend von Glorie,
in einem feurigen Wagen gen Himmel getragen wurde. Die Aussagen der beiden
Bevorzugten wurden dem strengen Urteil der kirchlichen Autorität unterbreitet
miteinander verglichen und vollkommen identisch und glaubwürdig befunden.
In beiden wurde die
Persönlichkeit des Heiligen so wahrheitsgetreu beschrieben, daß
jeder ihn nach dieser Beschreibung hätte erkennen können.
2. Sein Leib, so
schön wie noch nie - und von seiner Stirn perlte Wohlgeruch
Der Tod, der sonst
niemanden verschont, berührte ihn nur zart, so daß der Heilige
aussah wie in einen tiefen Schlummer versunken.
Statt der durchsichtigen
Blässe bedeckte die Farbe der Gesundheit sein Antlitz. Die Gesichtszüge
trugen den Ausdruck hehrer Ruhe, Majestät wunderbarer Schönheit.
Zu seinen Lebzeiten war Paschalis nie so schön gewesen. Die Besucher
wollten nicht an seinen Tod glauben und warteten, bis er aus seiner Ohnmacht
erwache. Die Nachricht vom Tode des Seligen war ins Gotteshaus gedrungen,
das anläßlich der Pfingstfeier mit Gläubigen gefüllt
war.
Nach der heiligen
Messe flog die Trauerkunde von Mund zu Mund; und verbreitete sich blitzschnell
in der Stadt und in der ganzen Umgebung.
Die Bewegung unter
dem Volk nahm stündlich zu. Alles machte sich auf. Einigen gelang
es, in die Zelle vorzudringen, wo der Leib des Seligen ruhte. Der Guardian
befahl, den heiligen Leib im Chor des Klosters auszusetzen. Man wählte
einige Männer, die ihn als Ehrenwache umgaben und gegen die Zudringlichkeit
der Menge schützen sollten.
3. Eine Fülle
von Wunderheilungen
Glaubwürdige
Zeugen teilen uns mit, was sie mit eigenen Augen gesehen, gehört und
wahrgenommen:
„Als ich einen Lahmen,
mühsam auf seine Krücken gestützt, in die Kirche eintreten
sah, dachte ich bei mir:
Es wäre wirklich
ein Wunder, wenn der gute Bruder Paschalis die Beine des Krüppels
wieder gesund machen würde.
Der Gedanke verfolgte
mich; und ich verlor den Armen nicht aus dem Auge. Ich sah, wie er sich
mit großer Anstrengung einen Weg durch die dichte Menge bahnte. Bei
dem Katafalk angekommen, verneigte er sich, von zwei Männern gestützt,
gegen den Heiligen. Er ergreift seine Hand und küßt sie.
Was geschieht? - Ich
sah nur, wie der Lahme seine Krücken schwenkte; und vernahm ein lautes
Rufen: Wunder! Wunder! - Ich bin geheilt!
Das Volk brach in
Jubel aus. Man machte Platz, um dem Geheilten Durchgang zu verschaffen.
Hl. Paschalis Baylon, bitte für uns!