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Er
kommt um das Jahr 1560 in Amberg, in Deutschland, in kalvinistischer Familie,
zur Welt. Beendete mit Erfolg die humanistischen und musischen Studien.
Erhielt dann die Gelegenheit,
Katholiken kennenzulernen und studierte mit Eifer diese Konfession und
entschloß sich, zum katholischen Glauben zu konvertieren. Dies wurde
ihm im Jahr 1580 in Rom unter der Anleitung des Kardinals Ludwig Mandruzzi,
Erzbischof von Trento, möglich, der ihn der weisen Fürsorge des
Minoriten P. Pronerzio Resta anvertraute.
Er legte später
die Gelübde im Orden der Franziskaner-Minoriten in Tagliacozzo
(Aquila-Abruzzen) ab.
Erfüllt von der
Sehnsucht, auch seine Verwandten zu überzeugen und sie zur Konversion
zu bewegen, begab er sich nach Amberg, mußte jedoch Hals über
Kopf fliehen um nicht auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden, den einer
seiner Brüder ihm bereitet hatte. Auf dieser Flucht zog er sich eine
schwere Verletzung des linken Beins zu, die zu einer schmerzhaften Wunde
entartete, welche ihn sein Leben lang begleiten würde. Eine kontemplative
mystische Neigung ließ ihn zunächst nach Padua, Assisi, zur
Eremitei von Spoleto und anschließend verschiedenen anderen Orten
des Gebets und der Sammlung pilgern. Als "Spielmann" Gottes sang er immer
und überall, oft auch des Nachts:
Unzählig sind die von Gott gewirkten Zeichen, Gnadenerweise und Wunder auf dem Grab dieses Dieners Gottes.
Eine CD mit geistlicher
Musik aus dieser Zeit ist in der Sakristei der Amberger Kirche erhältlich.
Un'
canto per Padre Bartolomeo Agricola
Melodie:
Vergiß nicht zu danken dem ewigen Herrn
1.
In Amberg geboren, im bayrischen Land,
so
fängt einst ein Lebenslied an.
Ein
Küfnerskind Bartholomäus genannt:
Der
"Bauer"-Sohn folgt Gottes Plan.
KV:Wir
singen ein Lied von der Freiheit in Gott.
ER
hat uns als Freunde erwählt.
Wir
bauen auf dich, Herr, in Armut und Not,
weil
uns deine Liebe erhält.
2.
Verwirrung und Kampf waren Zeichen der Zeit.
Was
macht uns gerecht vor dem Herrn?
Die
Christen, sie hatten im Glauben viel Streit,
der
Friede verloren und fern.
3.
Den jungen Mann Bauer zieht's fort aus dem Streit,
die
Heimat verließ er schon früh.
Er
wird in Italien zum Priester geweiht,
der
Musicus sucht Harmonie.
4.
Agricola, Padre, wir singen dein Lied:
"Der
glaubt auch, der Taten vollbringt!"
Wenn
wahrhaft am Menschen die Liebe geschieht,
auch
so Gottes Lobpreis erklingt.
5.
Agricola hatte Gehör und ein Herz,
die
Botschaft des Herrn zu versteh'n.
Ein
hörender Diener, um Armut und Schmerz,
der
hilflosen Menschen zu seh'n.
6.
Gefangenen galt seine Sorge und Kraft,
war
Kindern und Kranken ein Freund;
weil
nur Gottes Liebe Gerechtigkeit schafft,
wenn
alles verloren erscheint.
7.
Vom Geiste des Heil'gen Franziskus entflammt,
so
diente der Padre dem Herrn.
Den
Diener, der unserer Heimat entstammt,
laßt
uns mit Neapel verehr'n.
KV:
Con tutta la terra cantiamo Dio.
Voi,
Santi, cantate con noi:
Tu
solo il Santo e l'Altissimo!
Proteggi
i servi tuoi.
Die
Erde lobpreise den ewigen Gott.
Ihr
Heiligen stimmt mit uns ein:
Herr,
du nur bist heilig und Retter in Not,
beschütze
uns, Herr, wir sind dein!
M:
mündlich überliefert T: Franz
Meiler,
Amberg 1999