P. Bartholomäus Bauer OFMConv.

Er kommt um das Jahr 1560 in Amberg, in Deutschland, in kalvinistischer Familie, zur Welt. Beendete mit Erfolg die humanistischen und musischen Studien.
Erhielt dann die Gelegenheit, Katholiken kennenzulernen und studierte mit Eifer diese Konfession und entschloß sich, zum katholischen Glauben zu konvertieren. Dies wurde ihm im Jahr 1580 in Rom unter der Anleitung des Kardinals Ludwig Mandruzzi, Erzbischof von Trento, möglich, der ihn der weisen Fürsorge des Minoriten P. Pronerzio  Resta anvertraute.
Er legte später die Gelübde im Orden der Franziskaner-Minoriten   in Tagliacozzo (Aquila-Abruzzen) ab.
Erfüllt von der Sehnsucht, auch seine Verwandten zu überzeugen und sie zur Konversion zu bewegen, begab er sich nach Amberg, mußte jedoch Hals über Kopf fliehen um nicht auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden, den einer seiner Brüder ihm bereitet hatte. Auf dieser Flucht zog er sich eine schwere Verletzung des linken Beins zu, die zu einer schmerzhaften Wunde entartete, welche ihn sein Leben lang begleiten würde. Eine kontemplative mystische Neigung ließ ihn zunächst nach Padua, Assisi, zur Eremitei von Spoleto und anschließend verschiedenen anderen Orten des Gebets und der Sammlung pilgern. Als "Spielmann" Gottes sang er immer und überall, oft auch des Nachts:

«Gelobt sei immerdar, der Name Jesus und Mariens...»
Von Tagliacozzo gelangt er als Sänger, und Musiker nach Assisi in die Musikkapelle der Basilika des Hl. Franziskus, als Verantwortlicher für das musikalische Archiv. Von Assisi nach Bari, nach Trani, Barletta, Bitonto, Molfetta, Gravina,
Irsina und andere Orte Apuliens, wo er ein außerordentliches und fruchtbares Apostolat unter dem einfachen Volk und den Kindern ausübte. Um das Jahr 1603 wird er zum Priester geweiht, wir
wissen nicht, ob in Bari oder Trani.
Als Freund, und Verteidiger der Armen war er für diese überall ein eifriger Almosensammler. Besonders widmete er sich der Seelsorge der Gefangenen. Er war mehrere Male in Neapel in der Kirche von S. Maria Apparente und San Lorenzo Maggiore, und nach Neapel, San Lorenzo Maggiore, kam er endgültig in den Jahren um 1618-1619 zurück. Von 1619-1621 war er am Hospital der Unheilbaren (Incurabili) von Neapel, wo er mit der Genehmigung des Kardinalprotektors der Franziskaner-Minoriten die delikate Aufgabe des Beichtvaters der "Reumütigen" oder "Konvertierten" übernahm. Im Krankenhaus der "Incurabili" starb er dann am 23. Mai des Jahres 1621, frühmorgens wurde sein Leib von den Mitbrüdern verborgen und heimlich nach San Lorenzo Maggiore überführt und in der Kapelle des "Ecce Homo" später der "Verkündigung" beigesetzt, wo seine sterblichen Reste seit Jahrhunderten Ziel der Pilger sind, die dort im Gebet verharren.

Unzählig sind die von Gott gewirkten Zeichen, Gnadenerweise und Wunder auf dem Grab dieses Dieners Gottes.

Eine CD mit geistlicher Musik aus dieser Zeit ist in der Sakristei der Amberger Kirche erhältlich.


Un' canto per Padre Bartolomeo Agricola
Melodie: Vergiß nicht zu danken dem ewigen Herrn
1. In Amberg geboren, im bayrischen Land,
so fängt einst ein Lebenslied an.
Ein Küfnerskind Bartholomäus genannt:
Der "Bauer"-Sohn folgt Gottes Plan.

KV:Wir singen ein Lied von der Freiheit in Gott.
ER hat uns als Freunde erwählt.
Wir bauen auf dich, Herr, in Armut und Not,
weil uns deine Liebe erhält.

2. Verwirrung und Kampf waren Zeichen der Zeit.
Was macht uns gerecht vor dem Herrn?
Die Christen, sie hatten im Glauben viel Streit,
der Friede verloren und fern.

3. Den jungen Mann Bauer zieht's fort aus dem Streit,
die Heimat verließ er schon früh.
Er wird in Italien zum Priester geweiht,
der Musicus sucht Harmonie.

4. Agricola, Padre, wir singen dein Lied:
"Der glaubt auch, der Taten vollbringt!"
Wenn wahrhaft am Menschen die Liebe geschieht,
auch so Gottes Lobpreis erklingt.

5. Agricola hatte Gehör und ein Herz,
die Botschaft des Herrn zu versteh'n.
Ein hörender Diener, um Armut und Schmerz,
der hilflosen Menschen zu seh'n.

6. Gefangenen galt seine Sorge und Kraft,
war Kindern und Kranken ein Freund;
weil nur Gottes Liebe Gerechtigkeit schafft,
wenn alles verloren erscheint.

7. Vom Geiste des Heil'gen Franziskus entflammt,
so diente der Padre dem Herrn.
Den Diener, der unserer Heimat entstammt,
laßt uns mit Neapel verehr'n.

KV: Con tutta la terra cantiamo Dio.
Voi, Santi, cantate con noi:
Tu solo il Santo e l'Altissimo!
Proteggi i servi tuoi.

Die Erde lobpreise den ewigen Gott.
Ihr Heiligen stimmt mit uns ein:
Herr, du nur bist heilig und Retter in Not,
beschütze uns, Herr, wir sind dein!

M: mündlich überliefert       T: Franz Meiler,
                                    Amberg 1999



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