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Hintergrund marianischer Theologie heute |
Die Theologie beschäftigt
sich heute eingehender, tiefer und ernster als früher mit Maria. An
der Oberfläche mag manchmal vielleicht eine emphatische Frömmigkeit
und die Neigung, sich gewissen Zeitströmungen anzupassen, mitspielen.
„Religion hat ja auch mit dem Herzen zu tun. ... Ich gestehe, eine Liebe
gälte mir nicht sonderlich hoch, die sich nie des Übermaßes
schuldig macht." (Newmann, Die hl. Maria)
Im Letzten aber geben
andere Gründe den Impuls zur ernsten theologischen Forschung. Man
erspürt tiefere Zusammenhänge mit den Wahrheiten von Erlösung,
Kirche, eucharistischem Opfer, Kindschaft Gottes, Christus König,
Herz Jesu, die weithin in der Kirche im Brennpunkt religiösen Lebens
stehen sollten. M. Scheeben: „Von Maria gesehen, beginnen sich neue und
tiefere Sichten auf das gesamte Heilswerk, auf Christologie und Ekklesiologie
aufzutun. In der Jungfrau strahlen die Gedanken und Pläne und Werke
Gottes mit seinen Geschöpfen wie in einem leuchtenden Transparent
auf."
Der tiefste Grund
aber dürfte sein: Es geht bei unserem Thema nicht um etwas an Christus
oder von Christus, sondern um Christus selbst - im Glaubensleben der Christen,
wie im Kampf um das Christentum in einer säkularisierten Welt.
Und da erahnen wir
es zutiefst: Aus den Händen Mariens empfangen wir Christus! Und: Maria
ist die mütterliche und stärkste Beschützerin des in seinem
mystischen Leib auf Erden, der Kirche, fortlebenden Christus! Das sind
die treibenden Kräfte heutiger marianischer Theologie.
Dabei sieht sich jedoch
die Mariologie gerade in ihren aktuellen Problemen vor bedeutende Schwierigkeiten
gestellt, die sich teils aus den Quellen, teils aus ihrer Stellung im Schnittpunkt
der christlichen Glaubenswahrheiten ergeben. Wir stehen mitten in einer
theologischen Entwicklung, die wohl von der Definition der Unbefleckten
Empfängnis ihren Anstoß erhielt, und der die letzte Vollendung
und Reife heute noch fehlt..