Pater Benno schildert Geld, Einfluß und
Macht als unheimliche Größen, die das Geschehen oft bestimmen.
Ein Blick in die Welt bestätigt uns dies. Über Medien und moderne
Kommunikationsmittel (bibl.: "Hörner") werden dabei die Massen gesteuert
und manipuliert. Um so wichtiger ist es, in einer solchen Zeit die Hand
nach der Hilfe Mariens auszustrecken. P. Benno Mikocki OFM ist geistlicher
Leiter des Rosenkranz-Sühnekreuzzuges (RSK) in Wien.
...
Die Macht des Bösen
In der Versuchungsgeschichte sagt der Teufel
zu Jesus: "All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben;
denn sie sind mir überlassen, und ich gebe sie, wem ich will." (Lk
4,6). Damit ist gesagt: Gott überläßt dem Teufel Spielraum
in dieser Welt. Überall dort, wo große Machtkonzentrationen
sind, kann der Teufel seine Hand im Spiel haben.
Hier aber gleich ein Einwand: Haben wir denn
nicht "Abschied vom Teufel" genommen, wie es ein Theologe formuliert hat?
Dazu ist zu sagen: Die Bibel und in ihr auch Jesus sprechen von guten und
bösen Geistesmächten. An der Spitze der bösen Geistesmächte
steht der Teufel, der "Gott dieser Welt". Es ist in diesem Zusammenhang
sehr bedenkenswert, was der Naturwissenschaftler Siegfried Scherer gesagt
hat: "Ich sehe in diesen Erscheinungsformen (Viren, Bakterien) ein böses
Prinzip. Ich nenne das wirklich böse. Ich glaube nicht, daß
das zur ursprünglichen guten Schöpfung gehört, die Gott
gemacht hat."
Natürlich wäre uns allen eine Welt
ohne den und das Böse lieber. Aber ein Blick in die Welt bestätigt
uns, daß es die Macht des Bösen gibt.
Unheimliche Machtkonzentrationen
Einige Beispiele, die uns zeigen, wo die Macht
des Bösen im Spiel sein kann. "Geld regiert die Welt." Ein bekanntes
Sprichwort. Pro Tag zirkulieren 1500 Milliarden Dollar in der Welt. Nicht
etwa durch solide Geschäfte, sondern durch "Spekulationsgeschäfte".
Wenn man es geschickt anstellt, kann man hier hohe Gewinne erzielen. Man
sagt, daß ein bekannter Industriekonzern nur 1/3 seines Gewinnes
aus der Produktion erzielt, 2/3 durch Geldgeschäfte. Geld regiert
die Welt. Werden diejenigen, die hinter den großen Geldgeschäften
stehen, nicht die Medien, die Wirtschaft, ja sogar die Regierung beeinflussen
können? Und: Geht es denen, die die großen Geschäfte machen,
um die Menschen oder um mehr Geld, mehr Einfluß und mehr Macht? Ist
zum Beispiel nicht zu fürchten, daß Krieg oder Bürgerkrieg
vom Zaun gebrochen werden, weil Krieg für manche ein sehr gutes Geschäft
ist? [vgl. Irakkrieg!]
Der 11. Sept. 2001 wird als ein Tag eines
furchtbaren Terrorakts in die Geschichte eingehen. Wer ist für dieses
Verbrechen verantwortlich? ...
Andreas Bülow, Minister und Staatssekretär
a.D., hegt Zweifel. In einem Interview sagte er u.a.:
"Und was ist mit den obskuren Aktiengeschäften?
In der Woche vor dem Attentat haben sich die Umsätze im Wertpapierhandel
bei den Fluglinien American Airlines, United Airlines und Versicherungen
um 1200% gesteigert. Es ging um etwa 15 Milliarden Dollar. Einige Leute
müssen etwas gewußt haben. Wer?"
"Ich stelle fest: Die Planung der Attentate
war eine ... leistung. In wenigen Minuten vier Großraumflugzeuge
zu entführen und binnen einer Stunde in komplizierten Flugbewegungen
ins Ziel zu steuern! Das ist ohne langjährigen Rückhalt aus den
geheimen Apparaten von Staat und Industrie undenkbar."...
Wie aber soll die Wahrheit gefunden werden,
wenn die Medien in den Händen von Machtgruppierungen sind, denen es
um die Desinformation der Massen geht. Sagt man doch nicht ohne Grund:
Er lügt wie gedruckt.
"Die Medien sind es, die entscheiden, über
welche Themen die Auseinandersetzungen im Lande geführt werden sollen.
Sie können z.B. das Thema "Armut" auf bringen oder abwürgen.
Das Gleiche gilt für die Erörterung über die "Bevölkerungsexplosion".,
die Umweltverschmutzung, den Frieden, die Entspannung oder was auch immer."
Man spricht von einem Medienreich. Wer aber
beherrscht dieses Reich?
Wenn man an die unheimlichen Machtkonzentrationen
denkt und den, der in vielen Fällen dahintersteht, gibt es überhaupt
noch eine Chance für eine gerechtere und menschlichere Welt?
Mir ist alle Macht gegeben
In der Versuchungsgeschichte nach Lukas sagt
der Teufel, daß ihm die Macht der Reiche überlassen worden sei
und daß er sie gebe, wem er wolle. Wie verträgt sich dies mit
dem Wort des Auferstandenen, daß IHM alle Macht gegeben sei? Diese
Macht beinhaltet u.a. die Vollmachten, die Jesus in seinem irdischen Leben
ausübte: Die Vollmacht der Lehre (Mt 7,29), des Sündenvergebens
(Mt 9,6), des Heilens (Mt 9,8); 10,1). In dem Maß, wie die Kirche
diese Vollmachten Jesu ausübt, wird auch die Macht des Bösen
gebrochen. In dem Maß, wie die Kirche ihre Aufgaben erfüllt,
kann eine gerechtere Welt entstehen.
Die Hand ausstrecken nach einer
Hilfe
"Die Erneuerung des Einzelnen und der Gesellschaft
ist ein so kühnes Vorhaben, daß wir, wenn es gelingen soll,
notwendig die Hand ausstrecken nach einer Hilfe. Diese Hilfe ist Maria."
(Papst Paul VI.)
Entspringt diese Aussage nicht einer übertriebenen
Marienverehrung? Bedenken wir dazu Folgendes: Die vier bedeutendsten Ereignisse
des 20. Jahrhunderts waren: der Erste und Zweite Weltkrieg, der Aufstieg
des kommunistischen Rusland zur Weltmacht, die große Wende des Jahres
1989. Wie ist Maria mit diesen Ereignissen verknüpft? Im Schicksalsjahr
1917 erscheint Maria in Fatima und bittet bei jeder Erscheinung: Betet
den Rosenkranz, um den Frieden zu erlangen. Bei ihrer dritten Erscheinung
spricht sie die prophetischen Worte: "Rußland wird seine Irrtümer
in der Welt verbreiten", aber auch: "Rußland wird sich bekehren".
Das bedeutet nach einer Erklärung von Sr. Lucia, daß der atheistische
Kommunismus in Rußland seine Macht verlieren wird. Ebenfalls sagt
die Gottesmutter den 2. Weltkrieg voraus: "Der Krieg geht seinem Ende entgegen;
aber wenn man nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird nicht lange
Zeit vergehen, bis ein neuer, noch schlimmerer beginnt." Daß die
große Wende von 1989 mit der Fürsprache Mariens zusammenhängt,
ergibt sich aus folgenden Tatsachen:
a) Diese Wende wurde schon 1917 vorausgesagt
- "Rußland wird sich bekehren."
b) Am 13. Mai 1981 entgeht der Papst knapp
den tödlichen Kugeln eines Attentats. Johannes Paul II. schreibt dies
dem Schutz der Gottesmutter zu. Er vertraut daraufhin am 13. Mai 1981 und
am 25. März 1984 die Welt dem Schutz der Gottesmutter an: "Noch einmal
zeige sich in der Geschichte die unendliche Macht Deiner erbarmenden Liebe."
Diese erbarmende Liebe hat sich in der größten, abe sanften
Revolution des Jahres 1989 gezeigt. Wenn wir sehen, welche Bedeutung Maria
im Zusammenhang mit den wichtigsten Ereignissen des 20. Jahrhunderts hat,
dürfen, ja sollen wir doch auch im 21. Jahrhundert die Hand nach ihrer
Hilfe ausstrecken.
Ein Einwand
Aber, so könnte jemand einwenden: Fatima
ist doch nur eine Privatoffenbarung, die nicht zum Glauben verpflichtet.
Dazu ist zu sagen: Der Aufruf Jesu "Bekehrt euch!" gilt zu jeder Zeit.
Fatima gibt uns eine Anweisung, wie diese Bekehrung aussehen könnte.
Durch seine Lehre und durch die Vergebung der Sünden will Jesus die
Macht des Bösen, die unheimliche Macht des Bösen, brechen.
Maria führt uns in der schlichten Form
des Rosenkranzes zum Leben und Wort Jesu. Aber sie möchte auch, daß
wir direkt zur Bibel greifen: "Was Er euch sagt, das tut!" (Joh 2,5).
Maria ruft in Fatima auf, für die Bekehrung
der Sünder zu beten und zu opfern. Bevor Jesus - durch die Kirche
- Sünden vergeben kann, muß der Mensch seine Schuld (bes. auch
seinen Stolz!) einsehen. Er muß in einem weiteren Schritt bereit
sein, die Sünde aufzugeben. All dies ist schmerzlich schwer: Indem
wir unser Gebet mit der Fürbitte Jesu, unser Opfer mit dem großen
Opfer Jesu vereinigen, können wir mitwirken an der Bekehrung der Menschen
zu Gott.
Hoffnung für unsere Zeit
Unheimlich
stark ist die Macht des Bösen in dieser Welt. Aber da ist auch Jesus
Christus, dem alle Macht gegeben ist. Wenn wir auf sein Wort hören
und eigene und fremde Sünden überwinden bzw. überwinden
helfen, können wir manches Unheil von dieser Welt abwenden. Das hat
uns zuletzt das Jahr 1989 gezeigt. Maria möchte uns auf dem Weg der
Bekehrung helfen. Ein "Werkzeug" in ihrer Hand darf dabei der Rosenkranz-
Sühnekreuzzug, die Gebetsgemeinschaft für Kirche und Welt, sein.
Diese Gebetsgemeinschaft will immer auf Maria, "das Zeichen der sicheren
Hoffnung und des Trostes" - auch für unsere Zeit - hinweisen.
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