Maria, die Königin der Patriarchen

P. Johannes Lechner fj schreibt über Maria, die Königin der Patriarchen folgendes:

Quelle: Betrachtung im Rahmen der Aktion "Nazaret-Gebet" der Erzdiözese Wien

Die verantwortungsvolle Rolle des Vaters in der Familie steht im Mittelpunkt der Betrachtung von Pater Johannes Lechner fj, Prior der St. Johannesgemeinschaft in Marchegg, über die 41. Anrufung der lauretanischen Litanei. Sie soll jene Eltern inspirieren, die im Rahmen der Initiative "Nazaret-Gebet" täglich den "Engel des Herrn" für die Berufung ihrer Kinder beten.

Maria, du Königin der Patriarchen

Gott ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Er hat einen ganz persönlichen Bund mit diesen drei Männern geschlossen. Durch all die Geschehnisse in ihrer Lebensgeschichte haben sie Gott immer tiefer entdeckt. Wie erstaunlich, daß Gott sich an diese Männer hat binden wollen, um sich zu erkennen zu geben. Gott beginnt inmitten der Unheilsgeschichte seine Heilsgeschichte mit dem Herzen der Väter, das Geheimnis der Geschichte als Geschichte der Barmherzigkeit. In ihnen formt Gott zuerst den Glauben.

Abraham ist der Vater des Glaubens. Abraham hat auf Gottes Stimme gehört und ist weggezogen in eine ungewisse Zukunft hinein. Wo wären wir heute, wenn Abraham erst einmal sorgfältig das Für und Wider der Aufforderung Gottes abgewogen und am Ende beschlossen hätte, daß er lieber in Ur bleibt, um nicht alles auf das Spiel zu setzen, was er erreicht hat? Die Taten seines Glaubens sind eingeschrieben inmitten all dessen, was unser menschliches Leben ausmacht, mit allen schmerzhaften Prüfungen und Kämpfen: ungewisse Zukunft, Kinderlosigkeit, Hungersnot, Familienstreitigkeiten und schwierige politische Situationen. Doch die große Wunde seines Lebens ist, daß er kinderlos blieb.

Ich muß an viele junge Ehepaare denken, denen es auch so geht. Oft verbirgt sich jedoch hinter der größten Wunde auch die größte Gnade. Gott verheißt Abraham einen leiblichen Sohn und eine Nachkommenschaft so zahlreich wie die Sterne am Himmel. Gott wandelte seine Unfruchtbarkeit und er wurde zum Vater des Volkes Gottes. Ich kenne zahlreiche Familien, die in medizinisch aussichtslosen Situationen um Kinder gebetet haben, und Gott hat sie erhört! Er allein ist der Herr über die Fruchtbarkeit. Und jedes Kind ist eine Erinnerung daran, daß Gott seinem Bund treu ist.

Ein Patriarch ist ein Mann, der fähig ist, Verantwortung für andere zu übernehmen. Er ist jenen ein Vater, die unglücklich, verwaist und arm sind. Ein wahrer Patriarch ist erkennbar an seiner Liebe zu den Menschen, durch Entschlossenheit, Klarheit und Großmut. Er sucht das Beste für die anderen und legt die Last der Verantwortung auf sich. Er ist ein Mann der durch Gott innere Stärke besitzt und diese Stärke anderen anbietet.

Gott beginnt die Erneuerung des Bundes mit dem Herzen der Väter und vollendet ihn mit dem Herzen einer Mutter. Der neue Bund beginnt mit Maria, einem jungen Mädchen. In ihrem Leib ist das Wort Fleisch geworden. Durch das Herz einer Mutter beginnt Gott seine Neuschöpfung. Siehe, ich mache alles neu. Mit Maria, der Mutter, werden in Jesus, dem Messias und Vater in alle Ewigkeit, alle Generationen erlöst.

Der geheimnisvolle und treue Plan Gottes hat sich erfüllt, gemäß der Verheißung an Abraham und seinen Nachkommen auf ewig (vgl. "Magnificat"!). Tatsächlich, die Barmherzigkeit Gottes breitet sich aus und wird sich durch Jesus ausbreiten von Generation zu Generation, denn seine Huld währt ewig. Gott wirkt heute, wie zur Zeit der Patriarchen, wie in Maria.

Beten wir besonders für die Väter um innere Stärke, daß sie die Last ihrer Verantwortung tragen können und aus unserer Lebensgeschichte eine Geschichte des Glaubens und der Barmherzigkeit wird. Wandeln wir all unser Leben in Taten des Glaubens und der Liebe um.


Sei gegrüßt, Maria, Königin der Patriarchen und Mutter Jesu,
Mutter und Modell seiner Kirche.

Sei gegrüßt, du Quell der Gnade und Barmherzigkeit.
Wie Abraham wollen auch wir uns auf den Weg machen.
Geh du mit uns unseren Weg und hilf uns,
unser ganzes Leben in der Kraft des Glaubens zu sehen
und in Taten der Liebe zu verwandeln.

Schenk du den Vätern innere Stärke, Entschlossenheit, und Großmut.
Sei du jenen Vätern nahe, die ein verwundetes Herz haben,
und verwandle diese Wunden in Gnade.

Sei gegrüßt, du Freude in den Tränen,
du Sieg im Kampf,
du Hoffnung in der Prüfung,
du unser Weg zu Jesus.

P. Johannes Lechner fj



Beten wir besonders für die Väter um innere Stärke, daß sie die Last ihrer Verantwortung tragen können, und beten wir für uns, damit aus unserer Lebensgeschichte eine Geschichte des Glaubens und der Barmherzigkeit werde.                                                                          Impressum


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