Maria - Mutter der Kirche
Die belebende Quelle von Konstantinopel
Mutter Gottes - Mutter der Kirche
Die Mutterschaft Mariens, die mit dem "fiat" von Nazareth begonnen hat, findet ihre Vollendung unter dem Kreuz. Wenn es wahr ist, dass - wie der heilige Anselm schreibt - "Maria von dem Augenblick an, in dem sie das "fiat" gesprochen hatte, uns alle unter ihrem Herzen zu tragen begann", dann begann tatsächlich die Berufung und mütterliche Sendung der Jungfrau gegenüber denen, die an Christus glauben, in dem Moment, als Jesus zu ihr sagte: "Frau, siehe, dein Sohn!" (Joh 19,26). Als der sterbende Christus vom Kreuz herab die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, erkannte er die Erstlingsfrucht der neuen Familie, die in der Welt ins Leben zu rufen er gekommen war, die Keimzelle der Kirche und der neuen Menschheit.

Deshalb wandte er sich an Maria und nannte sie "Frau" und nicht "Mutter"; diese Bezeichnung hingegen gebrauchte er, als er sie dem Jünger anvertraute: "Siehe, deine Mutter!" (Joh 19,27). So vollendete der Sohn Gottes seine Sendung: Geboren von der Jungfrau Maria, hat er wie wir als Mensch gelebt, in allem uns gleich ausser der Sünde, und hinterliess im Augenblick seiner Rückkehr zum Vater in der Welt das Sakrament der Einheit der Menschheit (vgl. Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 1): die "in der Einheit des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes verbundene" Familie (hl. Cyprian, De Orat.Dom.23:PL 4,536), deren ursprünglicher Kern eben diese neue Verbindung zwischen der Mutter und dem Jünger ist. Auf diese Weise bleiben die göttliche Mutterschaft und die Mutterschaft in Bezug auf die Kirche unauflöslich miteinander verbunden.
Papst Benedikt XVI.
Predigt im Marienheiligtum in Ephesus, Türkei


Die belebende Quelle von Konstantinopel

Die Interventionen Mariens in Konstantinopel (heute Istanbul) waren sehr häufig, namentlich im sehr bekannten Heiligtum zur „Belebenden Quelle“, das sich im Westen der Stadt, etwas außerhalb der Befestigungsmauern, in der Nähe des Tores von Silivri, befindet. Es ist dies ein Ort unzähliger Wunder, die dort, durch das Einschreiten der Heiligen Jungfrau Maria, „Quelle des Lebens“, stattgefunden haben und seit 15 Jahrhunderten immer noch stattfinden.

Der byzantinische Historiker Nicéphore Calliste Xanthopoulos (13. - 14. Jhdt.), berichtet, daß Kaiser Leo I. von Thrakien (5. Jhdt.), den Ort der Quelle entdeckt hat. Als er noch einfacher Soldat war, befahl ihm eine himmlische Stimme, indem sie zu ihm wie zu einem Herrscher sprach: „Kaiser Leo, geh tief in diesen Wald hinein, schöpfe mit deinen Händen das schlammige Wasser und stille den Durst des Blinden; bestreiche die Augen dieses Blinden und du wirst sofort wissen, wer ich bin, ich, die ich seit langer Zeit Bewohnerin dieses Ortes bin.“ Der Blinde erlangte sein Augenlicht wieder und als Leo Kaiser war, ließ er gegen 474 an dieser Stelle eine Kirche bauen.

Als lange Zeit danach der Tempel einmal einzustürzen drohte, erschien die Mutter Gottes und stützte ihn solange, bis die sich darin befindende Menschenmenge ihn verlassen hatte. 1453, nach der Einnahme Konstantinopels durch die Türken, sind die Kirche und das Kloster nur noch Ruinen, aber die Kranken eilen weiterhin zur Quelle, wo Wunder und Heilungen sich vermehren: „Welche Zunge könnte beschreiben, was dieses Wasser alles veranlaßt hat und bis zum heutigen Tag noch alles bewirkt, denn die Wunder, die wir täglich beobachten, übersteigen in Zahlen die Regentropfen, die Sterne des Himmel oder die Pflanzen der Erde!“ (Triode der Fastenzeit, Apostolische Diakonie 1993).

Im 19. Jahrhundert wird die Kirche, so, wie sie auch heute noch existiert, wieder aufgebaut, gemeinsam mit einer kleineren, die die Quelle vor Wind und Wetter schützt. Dieser Ort nennt sich heute „Balikli“ oder „Baloukli“, vom Türkischen „balik“, was „Fisch“ bedeutet; das Wasser ist dort in der Tat sehr fischreich. Seit 1824 werden alle Patriarchen von Konstantinopel in diesem Kloster beerdigt. Dieses Wasser des Heiles fließt immer noch … für die Heilung der Krankheiten des Körpers und der Seele:

„Oh Heilige Jungfrau, du bist in Wahrheit die Quelle des belebenden Wassers;
du allein löscht durch deine Berührung die qualvollen Krankheiten der Seele und des Körpers aus,
in dem du Christus wie das Wasser des Heiles über uns ausgießt.“
(Orientalisches Gebet zur Feier dieses Tages).

Bild oben: Muttergottes-Statue in der Kirche von Medugorje


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