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Der Himmlische Vater im Leben Mariens

1. Maria, die Tochter Sions

Die hl. Kirche verehrt Maria u.a. als die "Tochter Sions", was uns daran erinnert, daß sie leiblich und geistig eine Tochter des auserwählten Volkes war, eine Tochter Abrahams, Isaaks und Jakobs. Sie glaubte, hoffte und vor allem sie betete, wie es im Volke Israel üblich war.

Mit den Gerechten des Alten Bundes glaubte Maria an Jahwe, an den Gott, der in der Geschichte dieses auserwählten Volkes einzigartig gewirkt hatte.
Beten im Volk Israel war und ist zuvörderst das Gebet der Psalmen, die an den Vater im Himmel gerichtet sind.
Daneben war ihr Leben geprägt durch die Erwartung, das Erbeten und Ersehnen des prophezeiten Erlösers, den der Vater im Himmel senden sollte. Im täglichen jüdischen Abendgebet wandte sich die heilige Jungfrau an Ihn mit den Worten:
 
 

                                                       Höre Israel!

Jahwe ist unser Gott, Jahwe allein!
Du sollst Jahwe, deinen Gott,
lieben aus deinem ganzen Herzen,
aus deiner ganzen Seele
und mit all deiner Kraft!
(5 Mose 6,4-5)

2. Das Magnifikat
Das einzige Gebet, das von Maria überliefert ist, ist das Magnifikat, das sie - bei der Begegnung mit ihrer Base Elisabeth - spontan ausruft.
Jubelnd und frohlockend preist ihre Seele die Größe des Herrn, der auf die Niedrigkeit seiner Magd geschaut und Großes an ihr getan hat. Sie fährt fort, indem sie zugleich die unendliche Barmherzigkeit, die im Herzen des Vaters wohnt, anruft, denn "er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht". Dieses Gebet offenbart auch die Zärtlichkeit und Güte des Himmlischen Vaters, der "die Niedrigen erhört und die Hungernden mit Seinen Gaben beschenkt".
So ruft sie - voll der Gnaden - zu ihrem Vater im Himmel - der sie unter allen Frauen der Welt einzigartig erwählte.
Das Magnifikat ist somit auch ein Gebet, in dem der Heilige Geist durch den Mund Mariens die Liebe und Güte des Vaters offenbart, mit dem die heilige Jungfrau in ständiger Verbundenheit lebt.

3. Ihre Verbundenheit mit dem VATER im Leid
Dieser ihrer innigen Verbundenheit mit dem Vater im Himmel bleibt Maria auch im Leid treu: Unter dem Kreuze Jesu harrt sie aus ohne Murren und Klagen.
Nach dem Tode Jesu ist Maria beim Anblick der Marterwerkzeuge ihres Sohnes in tiefstes Leid versenkt:
"Menschen seht, womit ihr Gott, meinen Sohn, durchbohrt habt! Und ich muß euch verzeihen. Denn er verlangt von mir, daß ich euch liebe. Er hat mich zu eurer Mutter gemacht, zur Mutter der Mörder meines Sohnes... Sieh, Jesus, ich verzeihe. Ich liebe sie. Ach! Es zerreißt mir das Herz bei dieser Verzeihung, bei dieser Liebe... Ich bete für sie..."
Und an den Vater im Himmel gerichtet: "Oh Gott! Gott, wie viele Wunden hat dein Sohn, mein Sohn! Wie konnte ich ansehen, ohne darüber zu sterben, ich, die ich zu Tode erschrak, wenn er sich als Kind verletzte." (Valtorta, Bd. XI, S. 318)

4. Gott Vater hört Mariens Flehen
Nach dem Tode Jesu wendet sich Maria wiederum in innigsten Gebeten an den Vater im Himmel. Dazu sagt Jesus (s. Valtorta, Bd. XII, S. 34):
"Die inbrünstigen Gebete Marias haben meine Auferstehung um einige Zeit vorverlegt. Ich hatte gesagt: 'Der Menschensohn wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.' Ich starb am Freitag nachmittag um 3 Uhr. Ob ihr nun die Tage oder die Stunden zählt, ich hätte nicht am Morgen des Sonntags auferstehen dürfen. Es waren nur achtunddreißig Stunden anstatt zweiundsiebzig, die mein Leib ohne Leben blieb; und wenn man die Tage zählt, hätte ich wenigstens bis zum Abend des dritten Tages warten müssen, um sagen zu können, daß ich drei Tage im Grab gelegen war.
Aber Maria hat das Wunder beschleunigt. So wie sie durch ihr Gebet den Himmel einige Jahre vor der vorherbestimmten Zeit geöffnet hat, um der Welt das Heil zu schenken, so hat sie nun erreicht, daß ihrem gebrochenen Herzen einige Stunden früher Trost geschenkt wurde..."

Durch das Gebet der heiligen Jungfrau wird das Herz des Himmlischen Vaters in ganz besonderer Weise angerührt - sie ist ja das Meisterwerk Seiner Schöpfung!

Deshalb wird ja auch die heilige Jungfrau Maria in der Katholischen, aber auch in der orthodoxen Kirche so sehr verehrt, weil Gott ihr keinen Wunsch abschlagen kann und ihre Bitten eher erhört als unsere!

(Quelle: Monika Waldhier in "Gott-Vater-Echo" Nr. 6, April/2006, S. 8f., zu bestellen bei H.H. Pfr. Harrer, Tel.: 08671/958050)  email: info(at)gott-vater-werk.de, www.gott-vater-werk.de



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