„Mariä Lichtmeß“: Ein kurzer Blick auf das Fest

             „Licht zur Erleuchtung der Völker":                          Ein kurzer Blick auf das Fest „Mariä Lichtmeß“

Das Fest der „Reinigung der seligen Jungfrau Maria" hat als äußeren Anlaß den Tempelbesuch, in dem die Jungfrau Maria nach 40tägiger „kultischer Unreinheit" ihr Reinigungsopfer darbringen mußte. Nur durch die Darbringung des vorgeschriebenen Opfers konnte sie nach alttestamentlich-jüdischer Vorstellung die „kultische Reinheit" wiedererlangen. Doch die Darbringung von lediglich zwei jungen Tauben - das Opfer, das für arme Menschen vorgeschrieben war - wird zum Anlaß einer tieferen Offenbarung.
Denn der erst 40 Tage alte Jesusknabe, der auf den Armen seiner jungfräulichen Mutter erstmals die Schwelle zum Haus seines Vaters (vgl. Lk 2,49) überschreitet, begegnet dem greisen Simeon und wird von diesem als „Licht zur Erleuchtung der Völker" und als „Verherrlichung für sein Volk Israel" erkannt. Daher heißt dieses bedeutende Fest in der Ostkirche offiziell „Begegnung unseres Herrn und Gottes und Erlösers Jesus Christus mit Simeon" oder einfach kurz „Begegnung" (Hyperpante). Beide Namen - Reinigung und Begegnung - sind richtig, denn sie beleuchten jeweils wichtige Aspekte des einen Festes. Wenn am 2. Februar eine „Begegnung" gefeiert wird, so ist es eine „Begegnung" zwischen Neuem und Altem: Dabei geht es nicht nur um die „Begegnung" des jungen Gottmenschen Jesus Christus mit den beiden „alten" Menschen, dem greisen Simeon und der 84jährigen Witwe und Prophetin Hannah. Nein, es geht darin gerade auch um die „Begegnung" von Altem und Neuem Bund, ja, um die „Begegnung" Gottes mit seinem Volk, die in Jesus eine vorher nie erreichte Tiefe und Qualität erreicht! Die Menschen müssen nur fähig werden, dieses Licht auch zu sehen, und sie müssen es sehen wollen!
Fangen wir bei uns selber an: Mögen auch uns immer wieder neu die Augen geöffnet werden, damit wir sein „Licht" erkennen, das gekommen ist, um alle Völker zu erleuchten - auch und gerade heute noch! - alle Menschen, die „in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes" (Lk 1,79), wie Zacharias ausruft.
(Quelle: "Informationsblatt der Priesterbruderschaft St. Petrus", Nr. 227/2, Febr. 2012, S. 12, Wigratzbad)
http://www.fssp.org

Bild links: "Muttergottes von Mettenbuch". (C) Karl Preiß, Metten
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