Gebetsgemeinschaft Lebendiger Rosenkranz
Geschätzte Förderinnen, geschätzte Förderer! Liebe Mitbeter/innen im LEBENDIGEN ROSENKRANZ!
Gelobt sei Jesus Christus und ein herzliches Grüß Gott!

Unsere Gebetsgemeinschaft ist eine sehr „lebendige" Gebetszelle in der Kirche! Seit ihrer Gründung sind viele Mitglieder zu unseren Fürbittern in der Ewigkeit geworden. Heute haben wir 3600 Schweizer, 1400 Deutsche und 360 Österreichische und andere Datensätze, von denen - um es gleich am Anfang zu erwähnen - leider gute 20% nicht „aktiv" sind. Und das war der Anfang: Begonnen hat die Gebetsaktion 1981. In aller Stille und von der Öffentlichkeit unbemerkt, wuchs diese Gebetsgemeinschaft zu einer großen Beterschar für die Gottesmutter heran. Auf dem Anmeldezettel stand von allem Anfang an - und es steht auch heute noch so: Ich bin mir dessen bewußt, daß nur das gemeinsame Gebet dem Glaubens- und Sittenzerfall in unserer Heimat Einhalt gebieten können. Von Anfang an aber hielten wir uns streng an die Vorgaben der Gründerin und der Päpste!

1. Ein Blick auf die Gründerin
Pauline-Marie Jaricot, die Gründerin des Lebendigen Rosenkranzes, ist als Tochter armer Leute in Lyon geboren und daselbst 1862 im Ruf der Heiligkeit gestorben. Auf sie gehen zwei große kirchliche Werke zurück: Das „Werk der Glaubensverbreitung" (1819) und „Der Lebendige Rosenkranz" (1826). Mit beiden Werken hatte sie nur ein einziges Ziel: Die Verbreitung und Erhaltung des Glaubens in ihrer Heimat. Das erste wurde zum „Päpstlichen Missionswerk MISSIO" (1822 durch Papst Pius VII.), das zweite breitete sich weltweit als Gebetsgemeinschaft aus. Das von der Gründerin vorgegebene Ziel ist in beiden Werken erhalten geblieben. Bei ihrem Tod waren es allein in Frankreich über 2 Millionen eingeschriebene Mitglieder, die für die Verbreitung und Erhaltung des Glaubens beteten. Kurze Zeit nach seiner Gründung, schon am 27. Januar 1832, approbierte Papst Gregor XVI. diese „neue Gebetsform des Rosenkranzes". Durch das „Breve" Papst Pius IX. „Quod iure" vom 17. August 1877 erhielt der Lebendige Rosenkranz „für alle künftige Zeiten" einen Generaldirektor in der Person des Generals des Dominikanerordens, der am 15. November 1877 und am 5. Juni 1879 im Auftrag des Papstes eine Reihe organisatorischer Erlasse veröffentlichte, um die schon damals in mehreren Kontinenten verbreitete Gebetsgemeinschaft zu vereinheitlichen. Danach muß jede Neugründung über einen geistlichen Leiter („Director spiritualis") verfügen, der seinerseits die Beauftragung durch den zuständigen Provinzial des Dominikanerordens erhält. Im Verlauf der Zeit entstanden weitere Rosenkranzgemeinschaften, so: „Rosenkranzkreuzzug des Dominikanerordens" 1939; „Familienrosenkranz" 1942; der in Europa nebst dem Lebendigen Rosenkranz wohl bekannteste „Sühnerosenkranz um den Frieden in der Welt", Wien 1949, und einige Rosenkranzbruderschaften.

2. Die hl. Philomena: Patronin des LEBENDIGEN ROSENKRANZES
Pauline-Marie Jaricot, die Gründerin des LEBENDIGEN ROSENKRANZES selbst war es, die auf Anraten des hl. Pfarrers von Ars, Johannes-Maria Vianney, die hl. Philomena zur Patronin der von ihr gegründeten GEBETSGEMEINSCHAFT erhob. Pauline-Marie Jaricot weilte im Vatikan, um von Papst Gregor XVI., der später den LEBENDIGEN ROSENKRANZ genehmigen wird, empfangen zu werden. Doch Pauline war so krank und schwach, daß sie den Termin beim Hl. Vater nicht wahrnehmen konnte. Und da war es der Hl. Vater selbst, der zu ihr in das Kloster Trinità dei Monti kam. Nebst der Vorstellung des LEBENDIGEN ROSENKRANZES bat Pauline den Hl. Vater, ihr die Verehrung der hl. Märtyrin Philomena als Patronin des LEBENDIGEN ROSENKRANZES zu genehmigen für den Fall, daß sie am Grab der Märtyrin geheilt würde. „Sicher mein Tochter", sagte der Hl. Vater, denn wenn eine so schwer Kranke geheilt wird, „dann wäre das ein Wunder ersten Grades". Und dieses Wunder fand statt. Pauline ging, voll genesen, zurück nach Rom, wo sie auf Wunsch von Papst Gregor XVI. ein Jahr lang zur Beobachtung blieb. Daraufhin erließ die Ritenkongregation am 30. Januar 1837 ein Dekret, in welchem das Fest der hl. Philomena, der Märtyrin und großen Helferin in schweren Nöten, auf den 11. August festgelegt wurde.
Am 9. August 1835 kam die todkranke Pauline-Marie Jaricot aus Lyon in Mugnano del Cardinale, Italien, an. Man stellte ihr Tragbett zu Füßen des Reliquienaltars der hl. Märtyrin Philomena. Vierzehn Monate schweren Leidens machten die Besucherin blaß, abgezehrt und schwach. Sie befand sich im letzten Stadium einer schweren Herzkrankheit und glich eher einem Leichnam, als einem lebenden Menschen. Ihr leidender Zustand wurde von mehreren Ärzten, die aus Neapel zum Fest der Heiligen nach Mugnano pilgerten, bestätigt. Bis zum Vorabend des Festes stellte sich jedoch keine Besserung ihres Zustandes ein. Dennoch nahm sie an der Andacht am Vorabend des Festes teil. Als der Priester ihr den Segen mit dem Altarsakrament gab, spürte sie plötzlich eine ganz ungewöhnliche Kraft in sich. Mutig erhob sie sich von der Tragbahre und ging - völlig gesund - umher und lobte Gott. Hunderte Pilger waren Zeugen dieses Vorfalls. Das Volk verlangte sie zu sehen. Da sie aber sehr ärmlich bekleidet war, zog sie aus Dankbarkeit das Ordenskleid der „Töchter der hl. Philomena" an und verkündete, daß sie ihrem Namen Pauline ab sofort noch den Namen Philomena-Maria hinzufüge. 1939 kehrte Pauline Philomena-Maria erneut ins Heiligtum von Mugnano zurück, um für die anhaltende Hilfe der hl. Märtyrin Dank zu sagen. Fräulein Jaricot entschlief nach äußerst schweren Prüfungen, die sie mit Ergebenheit und Heiterkeit der Heiligen ertrug, am 9. Januar 1862. Ihr Seligsprechungsprozeß ist seit vielen Jahren im Gange.
Papst Gregor XVI. bezeichnete die hl. Philomena als „Schutzheilige des LEBENDIGEN ROSENKRANZES". Papst Pius IX. wurde selbst als Jüngling auf wunderbare Weise von der hl. Philomena geheilt. Als Papst machte er am 7. November 1849 eine Pilgerreise zum Reliquienschrein der Heiligen. Der hl. Pfarrer von Ars ... war ein ganz großer Verehrer der Heiligen Philomena. Er verbreitete ihre Verehrung in ganz Frankreich.

3. Der Weg unserer Gebetsgemeinschaft
Am 25. März 1989 wurde der „Lebendige Rosenkranz Schweiz" (nach dem Start von 1981) neu- bzw. offiziell gegründet. Die Zeit von 1981 bis 1989 darf als „Vorbereitungszeit" für eine bisher sehr erfolgreich verlaufene Gebetsgemeinschaft angesehen werden.
Als ich im Oktober 1981 in meiner damaligen Pfarrei Wangen bei Olten/Schweiz beim kath. Frauen-und Mütterverein anfragte, was man von einer solchen Gründung hält, bekam ich spontan von vielen Mitgliedern des Vereins die Zusage zum Mitmachen. Zu Weihnachten 1981 waren es dann schon 33 ROSEN (zu je 15 Personen). Die Gemeinschaft wuchs bald über die Grenzen der Pfarrei hinaus: 1985 waren es schon 60, 1989, zehn Jahre nach der Gründung, waren es rund 120 ROSEN! Inzwischen kamen schon Anmeldungen aus verschiedenen Ländern: Deutschland, Österreich, Südtirol, Frankreich, Ungarn, Luxemburg, Belgien. Heute sind es 365 ROSEN zu je 20 Personen. Leider sind durch die Einführung des Lichtreichen Rosenkranzes viele Rosen lückenhaft.
Nach Einsicht sämtlicher Unterlagen der neu gegründeten Gebetsgemeinschaft schrieb der Provinzial der Schweizer Dominikaner in seiner Installationsurkunde am 25. März 1989 an mich: „Gerne erteile ich Ihnen hiermit die Erlaubnis zur Installierung des Lebendigen Rosenkranzes in der Schweiz und beauftrage Sie zu dessen geistlichen Direktor'. Die Generalkapitel unseres Ordens haben in den letzten Jahren immer wieder auf die Bedeutung des Rosenkranzes als eine Form der Predigt und des Gebetsapostolats hingewiesen. In diesem Sinne möchte ich Ihnen für Ihren unermüdlichen Einsatz danken."
 
Danach vergingen wiederum einige Jahre, bis im Herbst 1997 die „Gebetsgemeinschaft Lebendiger Rosenkranz Schweiz" in das Verzeichnis der diözesanen Vereine und Gemeinschaften für alle Bistümer in der Schweiz aufgenommen und so der Weg der Entfaltung abgeschlossen wurde.
• Unsere Gebetsgemeinschaft ist international und auf allen Kontinenten verbreitet - echt katholisch! Wir wollen ein Netz des Gebets für die Gottesmutter aufbauen.
• Wir sind kein Verein. Unsere „Jahresversammlungen" sind die Gebetsnachmittage. Diese bestehen aus Anbetung vor dem Allerheiligsten und Rosenkranz.
• Unser Fest ist der 25. März, dem Tag der Menschwerdung Jesu in Maria.
• Wir sind der Botschaft von Fatima und der Treue zur Römisch-Katholischen Kirche und ihrer Hierarchie verpflichtet. Unser besonderes Gebet gilt dem Heiligen Vater!

4. Die wesentlichen Züge dieser „neuen Gebetsform"
Unsere Gebetsgemeinschaft wurde in Ihren Anfängen von Papst Gregor XVI. approbiert und von der folgenden Päpsten wohlwollend begleitet und geordnet. Das „Neue" an dieser Gebetsform ist, daß je 15 (heute 20) Personen sich täglich zu einem „Psalter" zusammenschließen.
Es war damals die Zeit der beginnenden Industrialisierung in Frankreich. Pauline-Marie Jaricot wollte jedoch nicht, daß die Menschen wegen ihrer langen täglichen Arbeitsbelastung (noch war der „8 Stundentag" nicht eingeführt!), den Kontakt zum Gebet und zu Gott verlören. Dies sah auch Paps Gregor so. Hier ein kurzer Überblick über das Wesentliche des Lebendigen Rosenkranzes. Eine „Rose" besteht aus 15 Mitbetern/innen (Mitgliedern). Das einzelne Mitglied einer „Rose" betet täglich nur ein Geheimnis aus dem Rosenkranz, gemeinsam jedoch beten sie täglich den ganzen Psalter (= alle 15 Geheimnisse). Jede Rose hat eine/n Förderer/in, der täglich stellvertretend für alle 15, das heißt im Namen „seiner Rose", das Apostolische Glaubensbekenntnis (beim Kreuz) und bei den ersten drei Perlen um Glaube - Hoffnung - göttliche Liebe betet. Die Mitglieder des Lebendigen Rosenkranzes dürfen sich anhand der von den Päpsten verliehenen Privilegien eines ganzen Psalters, das heißt der Gnaden aller drei Rosenkränze, erfreuen.
Der Lebendige Rosenkranz geht einen Schritt über das „nur Beten" des Rosenkranzes hinaus: Wir stellen uns ein Leben lang ganz und vorbehaltlos unter das „Geheimnis aus dem Leben Jesu", das uns im Heiligen Geist zugeteilt wurde und deuten alles, was uns freut oder was wir ertragen müssen, in Lichte und im Sinne dieses Geheimnisses. So entsteht mit der Zeit ein lebendiger Austausch zwischer dem Beter und „seinem" Geheimnis aus dem Leben Jesu. In dem wir immer mehr in das geheimnisvolle Leben Jesu eindringen, versuchen wir, unser eigenes Leben zu verstehen.
Das Leben Jesu war und bleibt für uns Menschen etwas geheimnisvolles; wir werden es hier auf Erder nie verstehen können. An diesem geheimnisvollen Leben nehmen wir - durch „unser Geheimnis" -aktiv teil. Wie die Apostel, denen es gegeben war, das geheimnisvolle Leben Jesu auf Erden zu begleiten, so soll „unser Geheimnis" unser Leben begleiten und uns zu ,Aposteln unserer Zeit für Jesus" machen!
Wer schon täglich den Rosenkranz betet, sollte jetzt den nächsten Schritt wagen. Dazu verhilft der Lebendige Rosenkranz. Die Kürze dieser Form des Rosenkranzgebets trägt dazu bei, die Familie im Gebet zu einen und zu umschließen. Daher können auch schon Kleinkinder angemeldet werden, wenn die Eltern (in Gegenwart des Kindes) „sein Geheimnis aus dem Leben Jesu" stellvertretend für das Kind beten. So wächst das Kind schon frühzeitig durch „sein" Gebet in das „Geheimnis aus dem Leben Jesu' hinein.
Zur Zeit sind es tausende Personen, die in unserer Gebetsgemeinschaft täglich füreinander beten. Jeder betet für jeden - und natürlich auch für sich selbst. Ihre Freude, Ihr Leid ist täglich in eine große Beterschar eingebettet!
Der geistliche Leiter zelebriert jeden Samstag eine hl. Messe für alle lebenden und verstorbenen Mitglieder, in das sich alle Mitglieder bewußt einschließen können. So ist auch nach dem Hinscheiden in die Ewigkeit niemand, der einmal zu uns gehörte, „vergessen"! Darum gilt: Keine Kranken oder alten Menschen abmelden!

5. Ein Gnadenmittel für Kinder und Jugendliche
Oft werde ich gefragt, ob man Kinder etwa ab 10 Jahren, wenn es ausdrücklich bereit wäre, Mitglied des Lebendigen Rosenkranzes zu werden, sich aber noch nicht verpflichten könne, „täglich" sein Geheimnis zu beten, anmelden sollte. Sollen die Eltern dann „zur Sicherheit" das Geheimnis des Kindes stellvertretend beten? Über das stellvertretende Gebet für Kleinkinder war oben die Rede. Dieselbe Frage wird auch bezüglich der alten und kranken Menschen gestellt, die nicht mehr in der Lage sind, ihr Geheimnis zu beten. Für letztere gilt: Bitte nicht abmelden, ihr Leiden ist ja auch „Teilhabe am geheimnisvollen Leben Jesu"- und was für eine!
Was die Kinder angeht, ist eine Anmeldung sicher zu befürworten. Wenn dann der spätere Jugendliche die Bereitschaft zum Mitbeten hat, aber von der „Pflicht" sich scheut, muß grundsätzlich festgehalten werden, daß im Lebendigen Rosenkranz eine Person nur ein Geheimnis beten soll. Da das Gebet aber nicht „unter Sünde" verpflichtet, ersetzt die Kirche aus dem Gnadenschatz des Glaubens, wenn der Jugendliche das Gebet einmal „vergißt" (Kinder in diesem Alter sind manchmal nach ermüdenden Tagen „zu faul" zum Beten). Betrachten wir aber die Vorteile einer Mitgliedschaft des Jugendlichen in einer Gebetsgemeinschaft, dann steht fest:
1) Der Jugendliche ist täglich in das Gebet von Tausenden von Betern, in den Segen des hl. Meßopfers jeden Samstag und in das Exorzismusgebet, in das ich jeden Mitbeter wöchentlich bewußt einschließe und dem sich die Beter auch bewußt unterstellen können, eingeschlossen. Die Gnade wirkt oft Großes!
2) Sie sind Mitstreiter Mariens, der Unbefleckten, deren Mittel im Kampf gegen Satan und Sünde das Gebet - und vornehmlich das Rosenkranzgebet - ist.
3) Vielleicht liest der/die Jugendliche irgendwann einmal die mit der Anmeldung erhaltene „Marienweihe" durch und weiht sich in einem Augenblick, den sonst niemand kennt, durch Maria Jesus. Maria beruft sich die Beter eben wann und wie sie will. Und die Kraft einer solchen Weihe können wir mit menschlichen Maßstäben niemals erfassen.
4) Schließlich macht gerade im Lebendigen Rosenkranz nicht die „Menge" es aus, wieviel wir beten, sondern die Hingabe an das geheimnisvolle Leben Jesu anhand des zugeteilten Geheimnisses - der zentrale Gedanke des Lebendigen Rosenkranzesl Kinder und Jugendliche lernen so, ihr Leben immer mehr und mehr dem Leben Jesu anzugleichen. Kann es für die große Streiterin im letzten Kampfe, Maria, eine größere Freude geben, als zu wissen, daß sich viele Menschen in das Leben des göttlichen Erlösers „hineinarbeiten"? Damit aber kann man nicht früh genug beginnen. Die Welt wird immer von neuem versuchen, sich ihren Teil von uns abzuverlangen. Doch durch die Angleichung an das Leben Jesu sind wir gewappnet und werden nach kurzen Irrwegen schneller und leichter den Rückweg zu Gott finden! Und das ist gerade für den Lebensweg der Jugendlichen wichtig!

6. Der Rosenkranz: Ein langweilig armes Gebet
„Langweiliges Gebet? Kommt darauf an. Vielmehr kann es dagegen ein Gebet voller Freude und Frohsinn sein. Wenn man sich darauf versteht, wird der Rosenkranz zu einem Blick auf Maria; einem Blick, der immer intensiver wird, je weiter man voranschreitet. Es kann auch zu einem Refrain werden, der aus dem Herzen sprudelt, der die Seele wie ein Lied hinschmelzen läßt... Wenn das Lesen der Bibel nur als akademisches Studium geschätzt wird, sind die meditierten Geheimnisse des Rosenkranzes das Herz der Bibel, werden zu deren geistlichem Saft und Blut...
Der Rosenkranz - ein armes Gebet? Und was soll dann das reiche Gebet sein? - Der Rosenkranz ist eine Reihe von Vaterunser, ein von Jesus gelehrtes Gebet, von Ave Maria, der Gruß Gottes an die Jungfrau Maria durch den Engel, von Gloria Patri, ein Lob der Heiligsten Dreifaltigkeit. Oder soll ich vielleicht noch mit anderen theologischen Austüftelungen fortfahren? Doch die wären wenig geeignet für die Armen, die Alten, die Demütigen, die Einfachen. Der Rosenkranz drückt den Glauben aus ohne falsche Probleme, ohne Gekünsteltes, ohne Wortspiele, hilft bei der Hingabe an Gott, dem großzügigen Akzeptieren des Schmerzes. (Aus: Albino Luciani - Papst Johannes Paul I., Opera omnia VI. Bd)

7. Marienweihe und Herz-Mariä Sühnesamstag
Zum Streben danach, wahre Marienkinder zu sein, gehört klar und deutlich die Marienweihe. Im Lebendigen Rosenkranz glauben wir daran: MARIA BERUFT SICH IHRE BETER SELBST. Darum geben wir auch keine großen Reklame auf, sondern werben um Mitbeter auf persönlicher Ebene. Die Konsequenz dieses „direkten Rufs Mariens" führt, wenn wir kindlich Mariens Hand ergreifen und uns von IHR führen lassen, zur MARIENWEIHE. Maria IST Mutter, Mutter Jesu und unsere himmlische Mutter. Was die TAUFE nach der Geburt ist, das ist die MARIENWEIHE nach der Taufe! Das ist auch der Grund, warum ich allen Neuanmeldungen eine kurze ,Anleitung zur "Marienweihe" beilege. Wer aber Kind Mariens ist, der fühlt sich hingezogen, Maria im gegenwärtigen Kampf gegen die „Mächte der Hölle" etwas Entscheidendes zu tun: 1. DEN ROSENKRANZ täglich beten und 2. DEN HERZ-MARIÄ SÜHNESAMSTAG - auf ausdrücklichen Wunsch Jesu gegenüber Sr. Lucia von Fatima - zu halten. An NOTWENDIGKEIT sind diese beiden Andachtsübungen mit NICHTS zu übertreffen! Mit diesen beiden Gnadenmitteln werden Sie verstehen und unterscheiden lernen, in welch verführerischen und unterweltverführten und verblendeten Welt wir zur Zeit leben. Und das auf zwei Möglichkeiten.

Möglichkeit 1:
Die guten Gläubigen
Hier möchte ich den Hinweis einfügen, daß es heutzutage „jede Menge" von „unten" stammende sogenannte „Botschaften" gibt, von denen die Seherin Conchita von Garabandal sagt, sie seien in erster Linie von Satan für gute Gläubige „fabriziert" worden, um diese in die Irre zu führen, indem sie allerlei Gebete, Andachten ja sogar das Beichten und Fasten anempfehlen, um unbemerkt „seine Angst" zu schüren und die Menschen im Dauerzustand der Erwartung von immer mehr neuen „Sensationen" - die dann „Botschaften" genannt werden - gefangenzuhalten. Diese „Andachtsübungen" MÜSSEN ja drinnen sein, denn es geht ja um die Verwirrung von guten Gläubigen!
Hier spreche ich ausdrücklich die verwerflichen und sicher nicht vom Himmel stammenden „Warnungen" an!!!, vor deren schädlichem Einfluß ich hiermit in allem Ernst warnen möchte. Verteilen Sie bitte solch einen Irrsinn nicht. Die „Warnung" ist eine Sache aus Garabandal - und kann UNMÖGLICH jetzt, da die Seherin Conchita noch lebt, von einem anderen „Seher" weitergeführt werden. Vielmehr leidet Conchita sehr darunter, daß dieser Irrtum so viele Menschen verführt. Und die Katastrophen, die darin angesprochen werden?
Gute Frage. Denn Satan weiß gut genug, daß er 1) mit Katastrophenmeldungen die Menschen einschüchtern kann und 2) daß diese Katastrophen ja er selbst verursacht und sie daher gut genug kennt. Merken wir uns; Katastrophen sind die Antwort der Natur auf die Sünden der Menschen. Und davon wird das Kreuz Christi heute mehr denn je täglich belastet. Stellen Sie sich vor, wenn jeder Mensch auf Erden täglich nur eine einzige Sünde begeht, dann sind das täglich sieben Milliarden Sünden!!! Und dennoch gibt es heute ebenfalls mehr denn je Menschen (nicht nur außerhalb der Katholischen Kirche!!!), welche die Tatsache der Sünde leugnen, Beichten für überflüssig halten, wenn es doch eh keine Sünden gibt (obschon Beichthören eine der wichtigsten Aufgaben des Priesters ist) und jeden, der es wünscht, ob würdig oder nicht, zur hl. Kommunion einlädt. Man muß sich mal diese Dimensionen vor Augen halten um zu wissen, warum Satan noch die verbliebenen „guten Gläubigen" durch Einschüchterung und Täuschung in die Irre führen will!
Dahinter steht folgende Logik: Der Mensch, der sich von Gott abgewendet und „Fabeleien zugewendet" hat, sollte eigentlich der „Repräsentant Gottes in und vor der Natur" sein. Das ist er aber nicht mehr. DIE NATUR jedoch befolgt das von ihrem Schöpfer in sie gelegte Gesetz. So treffen zwei mächtige Kräfte aufeinander: Der Mensch, der nicht mehr Gott vor der Natur repräsentiert und die Natur, die nicht anders kann, als Gottes Gesetz einzuhalten. Nicht umsonst wird zur Zeit so sehr gegen die „Schöpfungslehre" gekämpft („Gott hat alles erschaffen") und dafür die „Entwicklungslehre" betont („Alles ist durch verschiedene Entwicklungsstufen geworden"). Dadurch wir in eminenter Weise der Mensch von seinem Schöpfergott entfernt und der Natur entgegengestellt. Satan aber weiß, daß er die Natur nur dann gänzlich zerstören kann (denn das ist sein Ziel), wenn er den Menschen zuerst von Gott völlig wegführt! Wer aber Katastrophen als „Vorläufer der Warnung", so wie sie in Garabandal vorausgesagt wurde, predigt, der hat Garabandal nicht verstanden und glaubt an die „von unten" suggerierte Weiterführung der Garabandal-Botschaft. Dies aber KANN ES NICHT GEBEN, ganz gleich, was in diesen „Warnungen" mitgeteilt wird. Von der Warnung, wie sie „im Original" (Garabandal) vorausgesagt wurde, muß kein Mensch sich fürchten, wenn er ehrlichen Herzens an Gott glaubt.
(Wer mehr und absolut korrekt über Garabandal und die Warnung wissen will, dem empfehle ich - anstatt irgendwelche Botschaften - das Buch: DerZeigefinger Gottes' von Abrecht Weber, sicher einer der besten Garabandalkenner, zu lesen. Ich besorge es Ihnen gern!) Menschen, wacht auf! Weiht euch Maria, haltet die Sühnesamstage - und all diese Katastrophenmeldungen werden Ihnen in ihrem wahren Licht vor Augen stehen. Katastrophen werden kommen, das kennen wir aus der Hl. Schrift (Vgl. Matthäus Kapitel 24!). Aber die Verbindung zwischen Katastrophen und Warnung ist unzulässig. Und nochmal: Die Warnung in ihrem echten Ursprung gehört zu Garabandal und NICHT in irgendeine Angst-Botschaft! Laßt euch bitte nicht in die Irre führen!
Bekanntlich reden die „Warnungen" über den Monat August (Grund genug, daß ich diesen Rundbrief nicht im September, sondern Anfang August verschicke). Und wenn der vorbei ist und nichts geschieht, wird eine weitere „Botschaft" euch klarmachen: Bravo, ihr habt gut gebetet, Gott hat seinen Arm nicht fallen lassen (wer immer schon versteht, was das das zu bedeuten hat - ich nicht!). Und schon werden die Hiobsbotschaften weitergehen und erneut Leser finden!
 
Möglichkeit 2:
Für die „anderen" hat Satan „Besseres" anzubieten: Frauenpriestertum, das entgegen besserem Wissen, daß es unmöglich ist, selbst von kirchlichen Würdenträgern - wohl aus Angst vor der Presse oder um „gut dazustehen vor der Welt" - nicht selten ins Spiel gebracht wird; dann die langsam aber stetig sinkende Ehrfurcht und Anbetung des Allerheiligsten; die unzähligen „Theater-Messen", die man eigentlich nicht mehr als „heilige Messe" bezeichnen kann - und hierzu hat die Handkommunion einen wesentlichen Beitrag geleistet; die fast völlig zum Erliegen gekommene Predigt über Maria und über die heiligen Engel, deren Verehrung in dieser Zeit notwendig und wichtig ist.

8. Darum bitte ich im Jubiläumsjahr
Die Übernahme des Lichtreichen Rosenkranzes in den LEBENDIGEN ROSENKRANZ bewirkte, daß sehr viele ROSEN (=20 Mitbeter) lückenhaft dastehen. Was wäre es eine Gnade für uns und die Kirche - und eine Freude jener himmlischen Mutter, der wir uns ja geweiht haben, wenn wir in diesem Jahr bis zum nächsten Rundbrief im Herbst 2011 vermehrt ganz konkret Menschen in den LR zuführen könnten! Neben der Bitte, MARIA die Treue zu halten, egal was und wie etwas auf uns zukommt, ist dies meine einzige große Bitte an Sie.
Es gibt hingegen auch sehr stabile und komplette ROSEN (ganz besonders unter den deutschen ROSEN). Und obschon ich im letzten Jahr einige Rosen zusammenlegen mußte, gibt es noch zu viele ROSEN mit allzu großen Lücken. Ich danke Ihnen von Herzen, wenn Sie dieses Anliegen, bis in einem Jahr alle ROSEN mit Mitbetern komplett aufzufüllen, unterstützen. VERGELT'S GOTT!

9. Rückblick auf 30 Jahre
Es ist sicher ein interessanter Lesestoff, der sich uns anbietet aus den Rundbriefen, die ich nun schon seit 1989 regelmäßig versende. Wenn Sie pro Jahr nur 4000 Rundbriefe und dazu die „normale Post" nehmen, sind das gut und gerne 88-1ooTausend Briefe, die ich vorbereitet und versendet habe! Ein paar Auszüge aus den bisherigen Rundbriefen:
1992: "Täuscht euch nicht, Gott läßt Seiner nicht spotten!" (Gal 6,7). Beten wir voll Zuversicht und mit noch größerem Vertrauen unseren täglichen Rosenkranz! Damit bestätigen wir am besten, daß wir die Bitten Marias ernstnehmen und daß uns an der Rettung der Seelen liegt! Wenn uns diese Lebenseinstellung gelingt, dürfen auch wir mit Maria Gott preisen, da auch an uns „Großes getan hat der Allmächtige - Sein Name ist heilig!"
1993: Umso schmerzhafter ist es, daß sich gelegentlich des jährlichen Rundbriefversands, so auch im Oktober 1992, mehr als zehn Rosen aufgelöst haben, indem viele Mitglieder sich abmeldeten oder durch eine unbegründete Rücksendung des Rundbriefes andeuteten, aus der Gebetsgemeinschaft aussteigen zu wollen bzw. daß sie kein Interesse an einer weiteren Gemeinschaft mehr haben.
1994: Zwei Fragen werden immer wieder an mich gestellt: 1. Kann man auch Kleinkinder anmelden? Die Antwort lautet eindeutig: Ja!, wenn die Mutter oder der Vater das dem Kind zugeloste Gesätzchen in Anwesenheit des Kindes solange betet, bis das Kind selbst (spätestens etwa ab dem Erstkommuniontag) "sein Geheimnis" selbst täglich übernehmen kann. So wird das Kind schon früh daran gewöhnt, sein Leben in den Dienst "seines Geheimnisses aus dem Leben Jesu" zu stellen und es wird letztlich sehr früh in eine große Gebetsgemeinschaft eingeschlossen sein! 2. Was geschieht, wenn man das Gesätzchen vergißt oder man an einem Tag einfach nicht dazukommt, es zu beten (oder jemand alt und/oder sehr krank ist und daher nicht beten kann ... der Fälle gibt es viele)? Dazu muß erwähnt werden, daß das Beten des Gesätzchens nicht unter Sünde verpflichtet. Es wäre auch dann keine Sünde, wenn man es mal sogar absichtlich weglassen würde! Dennoch: Die Mitbeter müssen sich darauf verlassen können, daß alle 15 "Geheimnisse" täglich gebetet werden, damit sie in den Genuß der Gnaden und Ablässe kommen, die von den verschiedenen Päpsten dem Lebendigen Rosenkranz gewährt wurden. Mit einem Wort: Man sollte danach trachten, daß alle 15 Gesätzchen täglich gebetet werden. Bei Unfähigkeit (hohes Alter oder schwere Krankheit) möge man aber niemanden abmelden, denn gerade dann braucht der Mensch die Hilfe der betenden Gemeinschaft. Haben wir in diesem Falle volles Vertrauen auf den Gnadenschatz der Katholischen Kirche, die dieses Gebet helfend ersetzt ("Suppleat ecclesia" - Die Kirche ersetzt unsere Schwäche - nennt dies die Katholische Theologie).
1995: Und vergessen Sie nicht: Der Lebendige Rosenkranz steht auf drei Pfeilern: DIE EUCHARISTIE, DAS KREUZ UND DIE ALLERSELIGSTE JUNGFRAU UND GOTTESGEBÄRERIN MARIA. Das verteidigen wir, dafür stehen wir ein! Die Vision von Don Bosco ist bekannt: In der Eucharistie und in Maria sieht er die rettenden Säulen der Kirche!
...
(Quelle: Auszug aus: Jubiläumsrundbrief "Gebetsgemeinschaft Lebendiger Rosenkranz", Hrsg.: Hw. Pfr. Dr. A. Fugel, CH-8355 Aadorf)



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