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Verkünder des
Evangeliums und Förderer der slawischen Sprache
Cyrill
war der eigentliche Betreiber der Slawenmission. Er achtete die slawische
Kultur und verkündete auf dieser Basis das Evangelium. Dazu entwickelte
er eine eigene Schrift, die aus Zeichen bestand, welche zum Teil an christliche
Symbole erinnerten. Diese Schrift wurde von Cyrills Schüler Klemens
von Ohrid zur heute bekannten „kyrillischen Schrift" entwickelt. Leider
führte der Gebrauch der slawischen Sprache im Gottesdienst zu Konflikten
mit fränkischen und bayerischen Bischöfen, so daß Cyrill
und Methodius ihr Anliegen Papst Hadrian II., der kurz zuvor den Stuhl
Petri bestiegen hatte, vortrugen. Bald darauf erkrankte Cyrill zu Tode
und starb am 14. Februar 869 in Rom. Von der großen Wertschätzung,
die Papst Hadrian Cyrill und seinen Anliegen entgegenbrachte, zeugt seine
Anordnung, „daß alle Griechen, die in Rom waren, und die Römer
sich mit Kerzen in den Händen bei ihm versammelten und über ihm
sangen, daß sie einen Leichenzug hielten wie bei einem Papst" (vgl.
Lektionar zum Stundenbuch, Bd. II/2, de ea die). Nach dem Tod seines Bruders
wirkte Methodius, vom Papst zum Bischof geweiht, bis 885 mit kurzer Unterbrechung
als Missionar in Mähren. Dabei geriet er erneut in Auseinandersetzungen
und schwere Anfeindungen, so daß Methodius bei einem Scheingericht
auf der Synode zu Regensburg im Jahr 870 zu Verbannung und Kerkerhaft verurteilt
wurde. Eine Gedenktafel an der Außenmauer der Stiftsbasilika Unserer
Lieben Frau zur Alten Kapelle am Alten Kornmarkt in Regensburg erinnert
seit 1985 an den Aufenthalt des Heiligen in dieser Stadt. Nachdem schließlich
880 durch eine päpstliche Bulle die offizielle Anerkennung des Slawischen
als Kirchensprache erfolgte, übersetzte Methodius weitere kirchliche
Texte in diese Sprache. Elf Jahrhunderte später erhob Papst Johannes
Paul II. das heilige Brüderpaar Cyrill und Methodius zu Patronen Europas.
Fürsprecher
für den Verkündigungsauftrag Europas
Was
sagen uns die beiden Slawenapostel Cyrill und Methodius, wenn wir ihren
Einsatz für das Evangelium betrachten? Die Botschaft ist eindeutig:
Wer das Evangelium verkünden will, muß denjenigen, denen er
begegnet, mit großer Achtung, ja mit Liebe zuvorkommen. Nicht Macht
oder Gewalt, politische Klugheit oder taktisches Verhalten öffnen
dem Evangelium den Weg zu den Herzen der Menschen; allein die Liebe und
die Wertschätzung des anderen tun dies.
Als
Patrone Europas mögen Cyrill und Methodius den Menschen unseres europäischen
Kontinents die Augen öffnen für ihren Auftrag in unserer Zeit,
in welcher der christliche Glaube zu verdunsten droht. Bischof Dr. Rudolf
Graber, der 1969 die Herausgabe des Directorium Spirituale veranlaßte
und der in vielen seiner Ansprachen und Predigten immer wieder den Europa-Gedanken
aufgriff, wurde nicht müde, auf die Bedeutung Europas für die
Weitergabe des christlichen Glaubens an die Welt hinzuweisen. „Europa darf
nicht untergehen; Europa ist berufen. Diese Auszeichnung unseres Erdteils
bedeutet auch Verpflichtung", so betont Bischof Rudolf. Und indem er Donoso
Cortes mit folgenden Worten zitiert: „Noch immer ist also das Abendland
die bevorzugte Stätte des göttlichen Segens, der Ort, wo die
Gnade Christi sich bis auf den heutigen Tag nicht unbezeugt gelassen hat",
schließt Bischof Graber: „Ein herrliches Wort, das uns Hoffnung gibt.
Aber beachten wir das kleine Wort, das wir ja nicht übersehen dürfen:
,noch', d. h. heute gerade noch. Wie wird es morgen sein? Dafür sind
wir verantwortlich, jeder von uns."
(Quelle:
"Bote von Fatima", Febr. 2009, S. 16f, Regensburg)
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