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Kirche - das Haus Christi, wo Maria, seine Mutter wohnt
Ansprache Papst Benedikts XVI. an 4500 Seminaristen aus aller Welt
beim Weltjugendtag in Köln

Zeitschriftvorstellung / Leseprobe:
"Wir sind gekommen, um Ihn anzubeten".
"Dieser  Evangelien-Abschnitt hat für Euch eine einzigartige Bedeutung, gerade weil ihr im Begriff seid, den Weg der Unterscheidung und der Prüfung der Berufung zum Priestertum zu vollenden. Die Sterndeuter brachen auf, weil sie ein tiefes Sehnen in sich verspürten, das sie drängte, alles zu verlassen und sich auf den Weg zu machen. Es war, als hätten sie diesen Stern schon immer erwartet, als sei diese Reise schon von Ewigkeit her in ihr Schicksal eingeschrieben gewesen und käme jetzt endlich zur Verwirklichung. In Bethlehem angekommen, gingen die Sterndeuter „in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und beteten es an" (Mt 2,11). Das ist endlich der so sehr erwartete Augenblick: die Begegnung mit Jesus. „Sie gingen in das Haus": Dieses Haus stellt in gewisser Weise die Kirche dar. Um dem Retter zu begegnen, muß man in das Haus eintreten, das die Kirche ist. Während der Seminarzeit vollzieht sich im Bewußtsein des jungen Seminaristen ein ganz bedeutender Reifungsprozeß: Er sieht die Kirche nicht mehr „von außen", sondern empfindet sie sozusagen „von innen", als sein „Haus", weil sie das Haus Christi ist, wo „Maria, seine Mutter" wohnt. Und gerade die Mutter ist es, die ihm Jesus, ihren Sohn zeigt. Ihn ihm vorstellt und ihm ermöglicht. Ihn gewissermaßen zu sehen, zu berühren und in die Arme zu nehmen. Maria lehrt ihn, Jesus mit den Augen des Herzens zu betrachten und von ihm zu leben. In jedem Augenblick des Seminarlebens kann man diese liebevolle Gegenwart der Mutter des Herrn spüren, die jeden in die Begegnung mit Christus einführt, im Schweigen der Meditation, im Gebet und in der Brüderlichkeit. Maria hilft, dem Herrn vor allem in der Eucharistiefeier zu begegnen, wenn er im Wort und im verwandelten Brot zu unserer täglichen geistigen Nahrung wird. „Da fielen sie nieder und beteten es an ... Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar" (Mt 2,11-12). Das ist der Höhepunkt des ganzen Weges: Die Begegnung wird zur Anbetung, mündet in einen Akt des Glaubens und der Liebe, der in dem von Maria geborenen Jesus den Mensch gewordenen Sohn Gottes erkennt."
(Quelle: St. Josef, Heft 10, 2005/6, Verlag St. Josef, A-3107 Kleinhain 6, Tel.: +43 2742 360088, Fax: +43 2742 20284. Bestellen Sie sich diese sehr empfehlenswerte Zeitschrift!)
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