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25. März: Menschwerdung Jesu Christi |
"Stellen
wir uns die dreifaltige Dimension Gottes vor: ein unendliches, allwissendes,
allem vorangehendes rein geistiges Wesen, das in seiner tiefsten Eigenschaft
Liebe ist, welches aber nicht einsam, sondern dreifältig ist. Drei
Personen - Vater, Sohn, Heiliger Geist - in völliger
Identität,
aber doch verschieden. Ein Gott in drei Personen, alle drei sind der wahre
und einzige Gott.
Wer
aber ist dieser Jesus Christus, der die Weltgeschichte und die Zeitrechnung
in zwei Teile teilt: die vor und die nach ihm? Der neun Monate im Schoß
Marias gewachsen ist und dann in der rauen Krippe in einem Stall als hilfloses
Baby liegt, der an einem Kreuz leidend stirbt,
im
Grab liegt, nach drei Tagen Totsein wieder lebendig wird? In der rechten
Antwort finden wir das Kernelement des Christentums, das gleichzeitig der
grundlegende Unterschied zu allen anderen Religionen ist.
Christus ist nicht einfach ein erwählter Mensch, den Gott auf besondere
Weise begnadet hat. Er ist nicht einfach ein Religionsstifter, in dem der
Geist Gottes wirkt. Christus ist absolut einzigartig; ganz und gar anders
als alle anderen vor und nach ihm.
Christus
ist nicht einfach ein Mensch, sondern er ist ein „Gott-Mensch"!
Gott
selber - genauerhin die zweite unendliche, allmächtige und allwissende
reine Geistperson, auch „Wort
Gottes" oder „Logos" genannt
- dieser Gott in Person tritt in die Weltgeschichte ein und nimmt ein menschliches
Wesen an! Das ist die tiefste Wahrheit unseres Glaubens.
Gott
selber wird Mensch, einer von uns. Dieser Mensch, dieser Gott, dieser Gottmensch,
das ist Jesus Christus. Staunen, Schweigen, Bewunderung sollten unsere
Seele aufgrund dieser Wahrheit erfassen. Solange wir nicht begriffen haben,
was das bedeutet: „und das Wort ist Fleisch geworden" (mit anderen Worten:
die 2. Person der Dreifaltigkeit ist Mensch geworden), solange können
wir den katholischen Glauben nicht verstehen.
Die
Unendlichkeit Gottes tritt ein in die Begrenztheit unserer Welt. Der Allwissende
und Allmächtige schreitet als Mensch durch diese Welt, lebt mit seinen
Menschenkindern in vertrauter Zweisamkeit. Der geisthafte Urquell und die
Wurzel jeder Liebe wird einer von uns, damit wir die Liebe Gottes zu uns
fühlen, sehen, erfahren, hören können. Christus ist ein
Geheimnis. Ich sage es noch einmal: Er ist nicht einfach ein Prophet.
Er
ist nicht einfach der beste aller Menschen. Er ist nicht einfach ein Vorbild.
Er ist nicht einfach ein Religionsstifter.
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25.
März: (vgl. Komet!!!)
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Die
Entstehung des Menschen Jesus geht auf ein direktes Einwirken Gottes zurück:
Maria fragt den Engel, wie sie Mutter des Kindes werden soll, das ihr verheißen
wird. Der Bote Gottes antwortet darauf, daß der Heilige Geist (also
die dritte göttliche Person) das bewirken wird:„Der
Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten
wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn
Gottes genannt werden (Lk 1,35).
•
Christus verheimlicht die Wahrheit über sein göttliches Wesen
nicht. Nein, er spricht sie so direkt aus, daß die Juden ihn als
Gotteslästerer bezeichnen und ihn töten wollen („Darum
waren die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er nicht
nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und sich damit
Gott gleichstellte." Joh 5,17). Die ganze
folgende Passage zeigt deutlich, daß Jesus und der Vater eine absolut
einzigartige Beziehung zueinander haben. Alle Aussagen von Joh 5,17- 47
werden verständlich, wenn wir sie vor dem Hintergrund lesen, daß
Christus die inkarnierte (fleischgewordene) zweite Person des dreifaltigen
Gottes ist.
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Sehr oft wird Jesus in der Bibel als „Sohn Gottes" bezeichnet. Das darf
aber nicht in dem Sinn verstanden werden, wie auch wir Menschen „Söhne
Gottes" sind. Wir sind Söhne im Sohn. Er aber ist der wahre Sohn Gottes,
also eben diese unendliche ohne Anfang seiende 2. Person der Dreifaltigkeit,
die auch „Sohn" genannt wird (Vater, Sohn und Heiliger Geist): „Denn
Gott hat die Welt so sehr geliebt, daß er seinen einzigen Sohn hingab"
(Joh 3,16).
Die
Tatsache, daß Christus Gott ist, erklärt auch seine Fähigkeit,
echte Wunder zu bewirken: Er heilt mit seiner eigenen Kraft Kranke, er
erweckt sogar drei bereits Gestorbene wieder zum Leben (man beachte, daß
er dabei nicht Gott um Hilfe bittet, sondern aus seiner eigenen - göttlichen
- Macht heraus diese Wunder vollbringt). Er befiehlt den unreinen Geistern
und sie müssen gehorchen. Auch sie erkennen in Christus ihren Herrn,
dem sie gehorchen müssen.
Wir
verstehen also: Christus Jesus ist nicht jemand, der so einfach faßbar
ist. Er birgt ein göttliches Geheimnis in sich.
Er
ist mehr als ein Mensch. Er ist Gott und Mensch zugleich, in einer Person
vereint.
Wir
haben uns heute ein wenig mit dem Wesen Jesu auseinandergesetzt. In der
nächsten Ausgabe dieser Zeitschrift werden wir uns Gedanken über
sein Tun und sein Werk machen. Das erhält vor dem Hintergrund seines
Gott-Seins eine ganz neue nicht überschätzbare Bedeutung.
Er
[der Logos] ist wahrhaft Mensch geworden und dabei doch wahrhaft Gott geblieben.