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ABBA, LIEBER VATER!
Gebete zum himmlischen Vater
Ein Wort zuvor
Die
Menschheit an der Schwelle zum dritten Jahrtausend sieht sich vor Probleme
gestellt, die nur gemeinsam gelöst werden können: die Sicherung
des Friedens, der Kampf gegen Hunger, Armut und Krankheit, die Bewahrung
der Schöpfung, um nur einige zu nennen. Auch sehen viele Menschen
der Zukunft mit Angst und Sorge entgegen. Solidarität, das Bewußtsein,
eine einzige, große Menschheitsfamilie zu bilden, werden nötiger
denn je. Ist es nicht ein Gebot dieser Weltstunde, den tiefsten Grund unserer
Zusammengehörigkeit, den Garanten unserer Zukunft entdecken zu lassen:
Gott als Vater aller Menschen?
Uns Gott als Vater nahe
zu bringen, uns dessen grenzenlose Güte zu offenbaren, das Kommen
seines Reiches zu begründen und uns zu ihm zu führen, war die
Sendung Jesu. Sein ganzes Leben war auf den Vater ausgerichtet:
«Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meinem Vater gehört?» (Lk 2,49) «Niemand kommt zum Vater außer durch mich.» (Joh 14,6) «Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart.» (Joh 17,6) «Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.» (Lk 23,46).
Schon
die Art, wie Jesus seinen Vater nannte, war neu: «Abba», «Papa»
— so wie ein kleines Kind seinen Vater anredet.
«Abba, lieber Vater!»
war der begeisterte Ruf, der aus den Herzen der ersten Christen aufstieg.
Und heute? Sind wir mit
Jesus auf dem Weg zum Vater? Oder hat uns die Kritik der Vaterfigur durch
Psychoanalyse und Feminismus «vaterlos» gemacht?
Keineswegs,
vorausgesetzt, daß wir uns bewußt sind, daß Gott Vater
kein Mann ist, weil kein Mensch, sondern Gott, und daß wir mit dem
Namen «Vater» das meinen, was Jesus gemeint hat, nämlich
Gott als Urquell allumfassender, grenzenloser Güte. Dann aber dürfen
wir in kindlicher Unbefangenheit Gott «Vater», ja, wie Jesus,
«Abba», «Papa» nennen.
Diese einfachen Gebete,
die auch als Novene verrichtet werden können, möchten so vielen
Menschen wie möglich helfen, Gott als reine Güte zu entdecken,
und so der Verwirklichung von dessen Liebesplan dienen: alle Menschen in
Christus zu einer einzigen Familie zu vereinen, «zum
Lob seiner Herrlichkeit» (Eph 1,12).
Du
bist nur Liebe
Seht,
wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat...(1
Joh 3,1)
Vater,
wie wunderbar! Bei dir ist alles so einfach. Ich darf vor dir sein wie
ein Kind.
Ich darf dich um alles
bitten, und du gibst mir alles, was ich brauche.
Ich darf dir erzählen,
was mich bewegt. Du hörst mich an, nimmst mich ernst, verstehst mich.
Nie wirst du meiner überdrüssig.
Nie wendest du dich von
mir ab.
Du bist jederzeit ganz
für mich da.
Du schaust nicht auf das,
was ich habe, was ich weiß, was ich kann, was ich leiste.
Du nimmst mich an, so
wie ich bin.
Du schaust nicht auf meine
Fehler und verurteilst mich nicht.
Du verzeihst mir alles
und trägst mir nichts nach.
Du nimmst
mich so, wie ich jetzt bin, nicht, wie ich war, und läßt mich
jederzeit neu anfangen.
Von dir brauche ich nichts
zu befürchten.
Du bist der Vater aller.
Jeder darf zu dir kommen, niemand ist ausgeschlossen.
Jeden liebst du mit der
gleichen Liebe, liebst ihn, wer immer er sei, wie deinen eigenen Sohn!
Vater,
wie unerhört, ja unglaublich klingt dies alles! Und doch ist es wahr.
Jesus hat bezeugt, daß du wirklich so bist: Liebe, grenzenlose Liebe.
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Amen.
Das
größte Geschenk
Wenn
nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist,
wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben,
die ihn bitten.(Lk
11,13)
Vater,
alle guten Gaben kommen von dir. Je größer und kostbarer eine
Gabe ist, desto lieber und schneller willst du sie uns geben.
Darum, lieber Vater, möchte
ich dich heute um die größte und beste aller Gaben bitten...
um die LIEBE, um den HEILIGEN GEIST.
Vater,
ich brauche den Heiligen Geist. Ich möchte leben, mich am Leben freuen,
ohne den Tod fürchten zu müssen.
Ich möchte geistig
jung und beweglich bleiben.
Ich möchte großmütig,
mitfühlend, hilfsbereit werden.
Ich
möchte frei werden von allem, was mich belastet, hemmt, versklavt.
Ich will siegen über
meine Lauheit und Trägheit, meine Ängstlichkeit, Mutlosigkeit
und Traurigkeit.
Ich brauche Kraft zum Leiden, zum Verzeihen, zum Neuanfangen.
Ich
möchte ein neuer Mensch werden und dazu beitragen, daß die Welt
etwas menschlicher wird.
Du selbst
hast diese Wünsche in unser Herz gelegt. Deine Freude ist es, sie
zu erfüllen, indem du uns den Heiligen Geist schenkst.
Sende aus deinen Geist,
der uns zu deinen Kindern macht, der deinen Namen heiligt, indem er in
uns «Abba, lieber Vater!» ruft.
Gib, daß ich nicht
nachlasse, immer wieder zu beten:
Komm,
Heiliger Geist!
Vater unser...
Dein
Herzenswunsch
Er
hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch
Jesus Christus.(Eph
1,5)
Lieber
Vater, von Ewigkeit her hast du an uns gedacht.
Dein liebendes Vaterherz
hatte einen herrlichen Plan:
Du wolltest dir Kinder
erwecken, um sie in deinem Sohn und wie deinen Sohn zu lieben.
Mit heiliger Begeisterung
hast du das ganze Universum auf dieses Ziel hin geschaffen.
Du willst
eine einzige große Familie, in der alle durch die Liebe Christi geschwisterlich
miteinander verbunden sind.
Diese
Liebesgemeinschaft ist deine Kirche: Alles in ihr ist auf Liebe gegründet.
Darum soll auch alles in ihr aus Liebe, in Liebe und für die Liebe
geschehen.
Welch
ein Traum! Eine Gemeinschaft, die nur die Liebe kennt und allen Menschen
offen ist.
Vater,
dieser Traum soll Wirklichkeit werden!
Ich
will da anfangen, wo ich gerade bin: Laß mich den Nächsten als
den empfangen, den Jesus durch mich lieben will.
Mach mich geduldig, verständnisvoll,
weitherzig. Gib, daß ich in Demut den andern höher einschätze
als mich selbst, überall das Gute hervorhebe und mich liebloser Kritik
enthalte.
Mögen
nur jene Gedanken in meinem Geiste haften bleiben, die der Liebe und Einheit
dienen, und mein Bemühen darauf gerichtet sein, Frieden zu stiften.
Vater,
laß die Kirche immer mehr zum Abbild der dreieinigen Liebesgemeinschaft
werden!
Vater unser...
Nur
die Liebe zählt
…hätte
aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.(1
Kor 13,2)
Vater,
dein Wille ist Liebe, denn du bist die Liebe, bedingungslose, grenzenlose
Liebe — und nur Liebe.
Vater, alle Liebe kommt
von dir.
Erfülle mir Herz
und Hand mit Liebe, Güte und Barmherzigkeit und laß sie überströmen
auf jeden meiner Mitmenschen.
Du willst im Nächsten
geliebt werden. Ich bin dir nicht näher als ich meinem Nachbarn, ja
meinem größten Feinde bin.
Laß mich so heiter
und wohlwollend sein, daß alle, die mir begegnen, deine Gegenwart
und deine Liebe spüren.
Hilf mir, alle so zu lieben,
wie auch ich geliebt werden möchte.
Verleihe mir die Kraft,
das Böse mit Gutem zu vergelten.
Gib, daß ich auch
mich selber liebe, mit all meinen Mängeln, Schwächen und Grenzen
— wie du mich liebst.
Laß mich alles als
Gelegenheit zur Liebe betrachten und auf alles mit Liebe antworten:
auf Dunkles, Unverständliches mit Glauben und Vertrauen,
auf Krankheit und Not mit Hilfe und Trost,
auf Haß und Bosheit mit Gutsein und Verzeihen,
auf Ungerechtigkeit und Unterdrückung mit mutigem Einsatz für Gerechtigkeit und Freiheit.
Nur
die Liebe zählt.
Liebe ist der Sinn meines
Lebens.
Liebe ist meine Berufung.
So
bitte ich dich denn nur um dieses eine:
um
Liebe, um noch mehr Liebe.
Vater
unser...
Fünfter Tag
Du
sorgst für uns
Euer
Vater weiß, was ihr braucht.(Mt
6,8)
Vater, ich weiß nicht, was das Leben mir noch bringt. Die Zukunft ist uns verborgen. Werde ich stets Arbeit finden? Wie wird es mir gesundheitlich ergehen? Was geschieht mit der Kirche? Wohin steuert die Welt?
Du willst
nicht, daß wir uns sorgen, denn du sorgst für uns. Du bist ja
unser Vater, und wir sind deine Kinder. Das Kind kann für seinen Lebensunterhalt
nicht selber sorgen. Es kann sich nicht selber durchbringen. Es ist auf
Hilfe angewiesen.
Vater, was wäre ich
ohne dich! Was habe ich, das ich nicht empfangen hätte! Alles verdanke
ich letztlich dir, mein gütiger Vater.
Du allein kennst die Zukunft.
Du weißt alles, du vermagst alles, und du liebst mich. Darum kann
ich mich bei dir total geborgen fühlen.
Vater, ich überlasse
alles dir. Wie du es fügst, so ist es am besten. Ich glaube an deine
Liebe.
Ich glaube, daß du deiner Kirche jederzeit mit deinem Geist beistehst und uns durch ihre Hirten auf gute Weide führst.
Du liebst
unsere Erde. Darum glaube ich, daß du ihr auch Zukunft geben wirst.
Vater, ich vertraue dir
ganz.
Ich will nur noch eines:
auf deine Liebe mit dankerfüllter Liebe antworten und dir durch mein
Vertrauen Freude machen.
Alles zu deiner größeren
Freude!
Vater
unser...
Vergib
mir!
Vater,
ich habe gegen die Liebe gefehlt.
Ich war selbstgerecht,
engherzig, undankbar...
Ich weiß, für dich sind unsere Vergehen keine «Majestätsbeleidigungen». Was dich schmerzt, ist einzig, daß wir durch unsere Verfehlungen gegen unser eigenes Wohl verstoßen.
Dir geht es nicht um deine verletzte Ehre, sondern einzig um das Glück deiner Kinder.
Vater,
wie leid tut es mir, daß ich auf den Anruf deiner Liebe nicht gehört
habe!
Allerdings kann ich dein
Verzeihen nicht in Anspruch nehmen, wenn ich selber nicht verzeihe. Aber
meine negativen Gefühle sind noch da. Vater, ich weiß, du schaust
nicht auf unsere Gefühle, sondern auf unsern Willen. Wenn ich verzeihenwill,habe
ich verziehen.
Vater, ich will allen
vergeben, die mir unrecht getan haben, und für sie beten.
Vergib auch mir! Ich weiß,
du tust nichts lieber als verzeihen. Vater, bewahre mich davor, andere
zu richten, ihnen Vorwürfe zu machen, unversöhnlich, nachtragend
zu sein.
Laß mich immer daran
denken, daß Jesus sogar jene vor dir entschuldigt hat, die ihn kreuzigten.
Vater, ich danke dir für deine Liebe und preise deine unendliche Barmherzigkeit.
Vater
unser...
Trotz
Leiden an deine Liebe glauben
Denn
die augenblickliche, leichte Trübsal schafft uns eine überreiche,
gewaltige Fülle ewiger Herrlichkeit...(2
Kor 4,17)
Vater, wenn es in meiner Seele düster geworden ist, laß mich nicht meinen, du wärest nicht mehr bei mir.
Wenn
ich von einer Krankheit oder von einem Leid heimgesucht werde, laß
mich nicht meinen, du wollest mich für etwas strafen.
Wenn ich mich in Sünde
und Schuld verstrickt habe, laß mich nicht glauben, du seist böse
auf mich und würdest mich nicht mehr lieben.
Wenn ich mich unnütz
und unfähig fühle, laß mich nicht denken, ich sei bei dir
abgeschrieben.
Bist
du mir nicht gerade dann besonders nahe, da du ja die Liebe bist?
Kann ich je Größeres
leisten als dann, wenn ich zu nichts anderem mehr fähig bin als zu
leiden und zu sagen: Vater, ich liebe dich?
Die größte
Leistung ist das Leiden, und die größte Tat ist die Liebe. Was
hat Jesus am Kreuz noch tun können? Nichts als leiden und lieben.
Nicht du wolltest ja sein
Leiden, denn du bist die Liebe. Aber du hast alles zum Besten gewendet,
zu Leben und Heil für die ganze Welt, zu Sieg über Sünde
und Tod, zu Herrlichkeit ohne Ende für alle, die ihr Herz der Liebe
geöffnet haben.
Vater, ich glaube an deine Allmacht und Liebe.
Alles hast du zum Besten deiner Kinder gemacht.
Alles
ist Gelegenheit zur Liebe.
Du kannst selbst das größte
Übel zum Guten wenden.
In deine Hände lege
ich alles, was ich habe und bin.
Nicht
mein, sondern dein Wille geschehe, immer und überall.
Vater,
ich liebe dich!
Vater
unser...
Heim
zu dir...
Muß
ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn
du bist bei mir.(Ps
23/22,4)
Vater,
die Zeit vergeht. Ich werde immer älter. Die Kräfte nehmen ab.
Ich gehe dem Tod entgegen... Soll ich darüber traurig sein? — Nein.
Jeder Augenblick, der vorübergeht, nähert mich dir...
Mag
auch mein äußerer Mensch zerfallen, den innern erneuerst du
mir Tag für Tag durch deine Liebe. Diese Liebe kennt kein Alter und
kein Vergehen; sie ist ewige Jugend, Schönheit, Kraft und Frische.
Darum kann ich freudig
und vertrauensvoll meinen Lebensweg weitergehen.
Vor nichts brauche ich
Angst zu haben, denn deine Liebe ist mir sicher.
Auch vor dir brauche ich
mich nicht zu fürchten.
Deine Gerechtigkeit steht nicht im Gegensatz zu deiner Güte.
Sie
ist nicht eine rächende, vergeltende Gerechtigkeit wie oft die unsere,
sondern eine, die gerecht macht; sie richtet nicht hin, sondern richtet
auf; sie zahlt nicht heim, sondern führt heim: heim zu dir.
Deine Gerechtigkeit ist
deine Heiligkeit — und Heiligkeit ist Liebe.
Vater,
gib, daß ich mich an nichts festklammere, außer an dir, nichts
wichtig nehme, außer der Liebe.
Laß
mich immer einfacher, hingebender, dankbarer, freudiger werden, bis zu
jener höchsten Stunde meines Lebens, da ich dir restlos alles schenken
kann und heimkehren darf zu dir!...
Vater
unser...
Himmlische
Freude
Dankt
dem Vater mit Freude! Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben am
Los der Heiligen, die im Licht sind.(Kol
1,12)
Himmlischer
Vater, wie wenige freuen sich auf den Himmel!
Der Himmel scheint die
Menschen kaum mehr zu interessieren — oder interessieren sie sich überhaupt
für etwas anderes als für den Himmel? Die ganze Welt sucht Freude,
Glück und Seligkeit.
Vater, du hast uns für
die Freude geschaffen, weil du die Liebe bist. Liebe will Freude bereiten.
Was kann ein Vater lieber
sehen als fröhliche Kinder?
In der
Freude öffnest du uns dein Herz.
Der Genuß der Güter
dieser Erde soll uns erfahren lassen, wer du bist: Güte, grenzenlose
Güte...
Der
Himmel hat schon begonnen! Alle Freuden, die du uns schenkst. sind Vorboten
des Himmels. Alle deine Gebote sind Wegweiser zum Himmel. Schon jetzt dürfen
wir durch unsere Liebe und Güte ein Stück Himmel um uns verbreiten,
dürfen uns an dir und aneinander, ja an all deinen Geschöpfen
herzlich freuen und das Lob deiner Herrlichkeit singen.
Wie
schön wird es einst im Himmel sein!
Jede Träne wirst
du von unsern Augen abwischen. Keine Schuld, kein Leid, kein Tod wird mehr
sein. Für immer wird nur noch eines unser Herz erfüllen und zutiefst
beseligen:
die
Liebe...
Vater
unser...
LINK:
Gott-Vater-Werk.de
Gott
Vater kennenlernen
Lesen Sie bitte
nun die herrliche Botschaft
von Gott Vater an Mutter Eugenia.
Diese Botschaft ist mit bischöflichem IMPRIMATUR
versehen!