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- von Papst Klemens XI. (um 1717) |
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mein Gott, Ich glaube an Dich, stärke meinen Glauben,- ich hoffe auf
Dich, festige meine Hoffnung; ich liebe Dich, vermehre meine Liebe; es
reut mich, daß ich jemals gesündigt habe, vermehre meine Reue.
loh bete Dich an als meinen ersten Anfang und Ursprung, ich verlange nach
Dir als meinem letzten Ziel und Ende, ich danke Dir als meinem ewigen Wohltäter;
ich rufe Dich an als meinen gnädigen Beschirmer.
Mein
Gott, leite mich durch Deine Weisheit, regiere mich durch Deine Gerechtigkeit,
tröste mich durch Deine Barmherzigkeit, beschütze mich durch
Deine Allmacht.
Ich
opfere Dir auf alle meine Gedanken, Worte, Werke und Leiden, auf daß
ich immer an Dich denke, von Dir rede, nach Deinem Wohlgefallen handle
und für Dich leide. Ich will, o Herr, alles was Du willst, weil Du
es willst, wie Du es willst, wann und wo Du es willst. Ich bitte Dich,
erleuchte meinen Verstand, entzünde meinen Willen, reinige mein Herz
und heilige meine Seele. Laß mich nicht vom Stolze angesteckt, von
Schmeichelei eingenommen, von der Welt getäuscht und vom Satan überlistet
werden. Verleihe mir die Gnade, mein Gedächtnis zu läutern, meine
Zunge zu zügeln, meine Augen zu hüten und alle meine Sinne zu
bewachen.
Mein
Gott, stärke mich, daß ich meine begangenen Sünden beweine,
die künftigen Versuchungen überwinde, meine bösen Neigungen
unterdrücke und jegliche Tugend ausübe. Verleihe mir Liebe zu
Dir, Haß gegen meine Fehler, Seeleneifer für den Nächsten
und Verachtung der Welt; laß mich eingedenk sein, o Jesus, daß
ich meinen Oberen Gehorsam, meinen Feinden Liebe, meinen Freunden Treue
und meinen Untergebenen Nachsicht schuldig bin.
Hilf
mir, o Gott, daß ich die Hoffart durch Demut, die Sinnlichkeit durch
Abtötung, den Geiz durch Freigebigkeit, den Zorn durch Sanftmut, die
Trägheit durch Hingebung überwinde. Mein Gott, mache mich vorsichtig
bei Unternehmungen, beherzt in Gefahren, geduldig in Widerwärtigkeiten
und demütig im Wohlergehen. Möge ich nie unterlassen, bei meinem
Tun und Leiden eine gute Meinung zu machen, aufmerksam beim Gebete, mäßig
bei den Mahlzeiten, gewissenhaft in den Berufsgeschäften und standhaft
in meinen guten Vorsätzen zu sein.
Gib,
o Herr, daß ich mich sorgfältig bemühe, immer ein gutes
Gewissen, ein sittsames Betragen, einen erbaulichen Umgang und ein wohlgeordnetes
Benehmen zu haben; daß ich mir unaufhörlich angelegen sein lasse,
meine böse Natur zu bezähmen, mit Deiner Gnade mitzuwirken, die
Gebote zu halten und nur für mein Heil zu wirken.
Mein
Gott, laß mich erkennen die Nichtigkeit der irdischen Dinge, den
hohen Wert des Himmels, die Kürze der Zeit, die Länge der Ewigkeit,
die Bosheit der Sünde und die Größe Deiner Liebe. Gib,
daß ich mich auf den Tod vorbereite, Dein Gericht fürchte, der
Hölle entgehe und endlich den Himmel erlange durch die Verdienste
unseres Herrn Jesus Christus. Amen.
"Dieses
Gebet, welches altes umfaßt, was dem Menschen zur Erlangung des ewigen
Heiles notwendig ist, bildet für Papst Klemens XI. ein Denkmal, das
Erz und Marmor überdauern wird."
(Entnommen
dem Werk "Geschichte der Päpste" von Ludwig Freiherr von Pastor, 15.
Band, SS 387f)