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Vertrauensvolles Gebet.
Ausschnitte aus einer Predigt von verst. Hochw. Herrn Pfr. Klaus Müller

 „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl Geistes.“    Amen
 Liebe Schwestern und Brüder im Herrn.
Über das Gebet, möchte ich jetzt einmal etwas mehr deutlich machen, es scheint mir doch wichtig zu sein, daß wir uns über das Gebet Gedanken machen. Ein 14 jähriger Junge hat einmal gesagt: Ich bete nicht mehr, beten bringt ja nichts. Ein Familienvater sagte: Bei uns ist es Tradition zu Hause, da wird Mittags still gebetet, jeder  betet für sich,  da mache ich immer das Kreuzzeichen, dann zähle ich bis zehn und dann mache ich wieder das Kreuzzeichen. Wenn man solche Äußerungen hört, dann ist es doch ein Zeichen dafür, daß diese Menschen  überhaupt nicht verstanden haben, was das Gebet wirklich bedeutet, wie wichtig es für unser Leben ist. Ja, so mancher hört auf zu beten, vielleicht auch aus dem Grunde,  weil er Erfahrungen gemacht hat, daß er gebetet hat und das Gebet ist nicht so erhört worden wie er es wünschte. Es sieht jedenfalls so aus. Ich muß ganz ehrlich sagen, solche Erfahrungen habe ich auch gemacht, auch als Priester noch. Ich habe oft gebetet und hatte nicht den Eindruck, daß etwas passiert ist. Dann habe ich eines Tages zu Gott gebetet und habe gesagt: Herr zeige mir jetzt mal, warum du meine Gebete nicht erhörst. Danach habe ich eine interessante Erfahrung gemacht. Gott spricht ja auch oft zu uns durch Erfahrungen. Da ist folgendes geschehen: Ich war auf Urlaub und da war ein kleiner Junge der war ca. 5 Jahre alt und wir hatten uns vorgenommen wir fahren alle zusammen in den Harz.Der kleine Junge sollte mitfahren und urplötzlich wurde er krank. Er bekam hohes Fieber, es ging ihm nicht gut. So war er ganz traurig, daß er den nächsten Tag nicht mitfahren konnte. Da habe ich ihm gesagt, du mußt beten. Dann hat der Junge aus vollem kindlichem Herzen zu Gott gebetet. Es hat mich tief ins Herz getroffen. Gott hat sein kindliches einfaches aber inniges Gebet erhört und am nächsten Morgen war kein Fieber mehr da, es ging ihm wunderbar. Er konnte mitfahren. Später habe ich noch so einige andere Dinge dazu erlebt und dann ist mir klar geworden, was meinem Gebet fehlte war der kindliche tiefe Glaube. Ich habe zu sehr verkopft, das heißt mit dem Verstand gebetet. Wenn ein Kind Probleme hat, dann überlegt es nicht erst, ob wohl mein Vater oder meine Mutter mir helfen können, sondern das rennt mit seinen Problemen sofort zu den Eltern und im Herzen ist es ganz sicher, der Vater wird mir helfen oder die Mutter weiß bestimmt Rat. Das Kind wird in der Regel nicht enttäuscht. Das ist genau die Haltung, die wir auch haben müssen beim Gebet, wenn wir unsere Bitten zu Gott hintragen. Dieses Vertrauen im Herzen, wir dürfen zum Vater im Himmel gehen, der Vater weiß schon Rat, der Vater wird mir helfen. Ja, und dann habe ich gemerkt, daß ich dieses kindliche Vertrauen in das Gebet gar nicht hatte und dann habe ich zu Gott gebetet: „Herr, hilf du mir, schenke du mir kindliches Vertrauen in meinem Gebet“. Kurze Zeit später kam eine Frau aus Norddeutschland zu mir. Sie kam hier in die Kirche und sprach mich an und sagte: Sie habe ganz gewaltige Probleme und ob ich ihr nicht einen guten Rat geben könne. Da hatte sie mir ihre ganzen Familiennöte erzählt und sie wollte dann einen Rat haben. Aber ich wußte nicht was ich ihr sagen sollte, ich war total hilflos und dann auf einmal kam mir ein Gedanke. Ich habe ihr gesagt: Wir wollen jetzt einfach einmal still werden und auf Gott hören. Vielleicht zeigt uns Gott etwas und dann kam mir ganz klar das Wort: Wenn zwei einmütig um etwas bitten, dann wird es ihnen zuteil werden. Dann habe ich ihr gesagt: Wissen Sie was wir jetzt machen, sie haben mir die ganze Situation geschildert. Ich formuliere das jetzt im Gebet zu Gott hin und immer dann, wenn sie den Eindruck haben, jawohl das stimmt so, dann sagen sie immer still: "Herr darum bitte ich dich auch." Und so haben wir gebetet. Am Ende des Gebetes sagte die Frau: jetzt ist mir richtig leicht geworden. Sie fuhr dann gleich danach mit dem Zug nach Hause. Gegen Abend kam sie an und sie schrieb mir dann einen langen Brief  und berichtete wie sich die Situation zu Hause total verändert hatte. Mit der Tochter hatte sie immer Probleme gehabt, sie hatte keinen Handschlag im Haushalt getan und es gab immer nur Zank und Streit. Als sie nach Hause kam, kam ihr die Tochter aus dem Haus entgegen gelaufen und fiel der Mutter um den Hals und sagte: "Schön daß du wieder da bist", und dann sah die Mutter, daß die Tochter das Haus von oben bis unten sauber gemacht hatte. Dann kam Ihr Mann, sie waren im Streit auseinander gegangen und beide haben sich versöhnt. Da war noch ein anderes massives Problem, das hat sich auch innerhalb weniger Tage gelöst. Da ist mir klar geworden, wie wichtig kindliches Vertrauen ist im Gebet, damit Gott auch unser Gebet erhören kann. Sicher es gibt noch andere Bedingungen. Wir dürfen zum Beispiel, wenn es wirklich um wichtige Dinge geht, nicht im Zustand der schweren Sünde sein. Da ist es gut vorher zur Hl. Beichte zu gehen um mit reinem Herzen Gott zu bitten oder wenn wir mit anderen Menschen in Zank und Streit liegen, dann ist es wichtig, daß wir  uns erst versöhnen und dann unsere Bitten  zu Gott tragen. Ja, es ist wirklich wichtig, daß wir das richtige tun, damit unser Gebet auch Segen bringen kann, daß unsere Gebete auch erhört werden. Wenn wir auf  das Evangelium schauen, dann sehen wir, da ist auch eine Frau in einer großen Not. Ihre Tochter ist von einem Dämon besessen und sie weiß im Grunde genommen, nur einer kann helfen, Jesus. Aber sie ist keine Jüdin, sondern Heidin und sie hat es bestimmt schwer, aber sie macht den Weg zu Jesus hin. Das erste was sie auszeichnet, sie weiß wer Jesus ist. Darum redet sie ihn an mit dem Wort „Herr“ und sie bezeichnet ihn als den Sohn Davids. Ich glaube auch für uns ist es wichtig, wir müssen wissen wer Gott für uns ist. Gott ist nicht, wie manche uns heute weis machen wollen „der Kumpel“ der auf der selben Ebene ist wie wir. Er ist der große Gott, der alle Macht hat, im Himmel und auf der Erde. Wenn wir unsere Bittgebete zu Gott bringen, dann wissen wir; wir beten zu einem Gott, der groß ist, der allmächtig ist und dann können wir mit ganz anderer innerer Kraft auch unsere Bitte zu Gott hinbringen. Das zweite was für diese Frau wichtig war, das ist, daß sie demütig  ist, sie weiß um ihre eigene Nichtigkeit, um ihre Armseligkeit und das zeigt sich darin, daß sie sich vor Jesus ganz klein macht. Demütig fällt sie vor ihm nieder und dann sagt sie nur: „Herr hilf mir“. Ich glaube das ist auch für uns wichtig, daß wir mit demütigem Herzen Gott begegnen. In der Bibel steht ja: „Den Demütigen schenkt er seine Gnade“. Wenn wir demütig zum Herrn gehen, wenn wir wissen, daß wir im Grund genommen ein Nichts vor Gott sind, aber daß er alles für uns tut, dann werden wir auch mit ganz anderem Herzen beten. Und das 3. was wir von dieser Frau sagen können: sie hat einen starken Gauben gehabt. Dieser starke Glaube zeigt sich darin, daß sie nicht  nachläßt, daß sie mit Beharrlichkeit ihre Bitten vor Gott hinträgt, sie gibt einfach nicht auf und dann kann Jesus ihr sagen: „Frau, dein Glaube ist groß, wie du willst, so soll es geschehen“. Auch für uns ist es wichtig, daß wir mit Beharrlichkeit beten. Viele Menschen machen den Fehler, daß sie zu schnell aufgeben. Ich habe mir auch mal überlegt, warum hat Jesus 3 mal die Frau zurückgewiesen mit ihrer Bitte. Vielleicht war ihr Glaube noch nicht stark genug und durch dieses immer wieder neu die Bitte vortragen, da ist ihr Glaube stärker geworden. Dann wenn der Glaube stark ist, dann kann Gott auch helfen. „Dein Glaube hat dir geholfen“. Das hat Jesus so oft gesagt. Darum ist es auch für uns so wichtig, daß wir beten um einen starken Glauben und daß wir im Gebet jeden Tag mit Gott verbunden sind. Dann kommt nämlich die Kraft Gottes  in unser Leben hinein. Ein Mensch der täglich betet, der kann dann auch ganz anders beten, wenn es um entscheidende, um wichtige Dinge geht. Ja, das ist also für uns wichtig, daß wir uns immer wieder bewußt machen, eine Wurzel im Gebet ist ganz wichtig für unser Leben. Ja durch das Gebet wird wirklich etwas bewegt und ausgelöst. Das Gebet hilft uns zum lebendigen Christ sein.
„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl Geistes.“              Amen



Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Peter Koros! Herzliches Vergelt's Gott dafür und für all Deine Beiträge, lieber Peter / lb. Karin!

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