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Hl. Jungfrau Maria!
Heut'
hab' ich unterm Kreuz mit dir gestanden und hab so deutlich wie noch nie
empfunden, daß unter'm Kreuz Du uns're Mutter bist worden.
Wie sorgt schon einer irdischen Mutter Treue,
des Sohnes letzten Willen zu erfüllen!
Du aber warst des Herren Magd. Des menschgewordenen
Gottes Sein und Leben war Deinem Sein und Leben restlos eingeschrieben.
So hast die Deinen Du ins Herz genommen, und mit dem Herzblut Deiner bitteren
Schmerzen hast jeder Seele neues Leben Du erkauft. Du kennst uns alle:
unsere Wunden, unsere Schäden, kennst auch den Himmelsglanz, den Deines
Sohnes Liebe um uns ergießen möchte in der ew'gen Klarheit.
So lenkst Du sorgsam uns're Schritte. Kein
Preis ist für Dich zu hoch, um uns ans Ziel zu führen.
Doch die Du auserwählt Dir zum Geleite,
Dich zu umgeben einst am ew'gen Thron, sie müssen hier mit Dir am
Kreuze stehn, sie müssen mit dem Herzblut bitt'rer Schmerzen der treuen
Seelen Himmelsglanz erkaufen, die ihnen Gottes Sohn als Erbe anvertraut.
(Quelle: Manfred Baumotte (Hrsg.): Das
Kreuz wie eine Krone tragen, Zürich-Düsseldorf 1997, S. 94)