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Fasten
an zwölf Freitagen
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Papst Eugenius schreibt
und lehrt: Wenn man an den zwölf folgenden Freitagen zu Ehren der
Allerseligsten Jungfrau mit Wasser und Brot fastet und sich in der Tugend
übt und vor Sünden hütet, dem schickt die liebe Muttergottes
zwölf Tage vor seinem Ende zu seiner Hilfe und zu seinem Tröste
die Schar der hl. Engel, und ihm werden gegeben die sieben Gaben des Hl.
Geistes.
1. Gabe: daß
man keines bösen Todes sterben werde,
2. Gabe: daß
man nicht verdammt werde,
3. Gabe: daß
man in keine Armut hienieden komme,
4. Gabe: daß
man nicht ohne das hochwürdigste Sakrament sterben werde,
5. Gabe: daß
einem zwölf Tage vor seinem Ende der Sterbetag geoffenbart werde,
6. Gabe: daß
ihm die liebe Muttergottes mit allen Heiligen dienen will,
7. Gabe: daß
die liebe Muttergottes Maria seine Seele in Empfang nehmen und in das ewige
Leben führen will.
Wer diese Freitage
weiß, soll sie auch anderen mitteilen.
Der 1. Freitag ist
vor der Fastnacht,
der 2. Freitag ist
vor Maria Verkündigung,
der 3. Freitag ist
der hl. Karfreitag,
der 4. Freitag ist
vor Christi Himmelfahrt,
der 5. Freitag ist
vor dem hl. Pfingstfest,
der 6. Freitag ist
vor Johann Baptist,
der 7. Freitag ist
vor Peter und Paul,
der 8. Freitag ist
vor Maria Himmelfahrt,
der 9. Freitag ist
vor St. Michael,
der 10. Freitag ist
vor Simon u. Judas (Thaddäus),
der 11. Freitag ist
vor St. Andreas,
der 12. Freitag ist
vor dem hl. Christfest.
Anno 1737 am 17. Juli
ist in Köln am Rhein ein Mann gestorben auf dem Heumarkt mit Namen
Franz Webelmann, welcher an den genannten Freitagen zu Ehren der lieben
Muttergottes gefastet hat und in seiner letzten Stunde freudig bekannte,
er habe die liebe Muttergottes zwölf Tage vor seinem Ende gesehen
und sei ihm auch von ihr die letzte Stunde seines Todes verkündet
worden.
(Das Büchlein,
welchem diese Zeilen entnommen wurden, ist von der hl. Congregation wie
auch von der Sacr. Collegio d. Propaganda fide sowie von Papst Clemens
XII. approbiert und gutgeheißen worden.)
Erneuert oft diese
Aufopferung
„Himmlischer Vater,
durch Maria opfere ich Dir allen Sühne- und Genugtuungswert meines
heutigen Tagewerks auf
für die Armen
Seelen; ihnen will ich auch alle Ablässe zuwenden, die ich heute gewinnen
kann. Amen."
Schutzengel-Gebet
des heiligen Petrus Kanisius
Ihr himmlischen
Geister, ihr Diener Gottes! Da die stolzen, neidischen, hartnäckigen
und listigen bösen Geister sich zu unserem Untergang verschworen haben,
so rufen wir euren Beistand an, auf daß die so große Zahl übermütiger,
listiger und mächtiger Feinde weder im Leben noch im Tod über
uns siege. Steht uns bei, ihr heiligen Engel Tag und Nacht und kämpft
getreu für uns in diesem immerwährenden Kampf. Besonders empfehle
ich mich deinem Beistand, heiliger Engel, dessen beständigem Schutz
die göttliche Güte mich anvertraut hat. Ich bitte dich, führe
mich Blinden, belehre mich Unwissenden, stärke mich Schwachen, beschütze
mich Unwürdigen, führe mich zurück, wenn ich irregehe, sporne
mich Trägen an, wecke mich, wenn ich schlafe, hilf mir voran, wenn
ich gehe. Hilf mir ganz besonders, daß jener letzte und schwere Kampf,
der mir mit den bösen Geistern in der Todesstunde bevorsteht, für
mich einen glücklichen Ausgang nehme, damit meine Seele in die Gesellschaft
der Engel gelange und nach errungenem Sieg freudig singe: “Der Strick ist
zerrissen, und wir sind befreit” (Ps. 123, 7.)
Alle
Ihr lieben Engel und Erzengel, bittet für uns!
WIE HILFSBEREIT SIND
DIE HEILIGEN ENGEL ZU UNS MENSCHEN!
Sie warten
Tag und Nacht auf Arbeit, die wir Ihnen im Weinberg unseres Herrn übergeben,
aber wir müssen zuerst mal an die Gegenwart der guten und bösen
Engel glauben, wir müssen, wenn die guten heiligen Engel uns helfen
sollen, in bestem Einvernehmen mit ihrem und unserem Herrn und Gott stehen,
denn sie werden uns nur jene Wünsche erfüllen, die auch Gottes
Wünsche sind, dazu allein sind sie beauftragt; also erst sich prüfen,
bin ich gewillt, allein Gottes heiligen Willen zu erfüllen, wenn ja,
warten sie schon mit viel Liebe und Sehnsucht, unsere Bitten und Wünsche
zu unserm großen liebenden Gott zu bringen, sogar auf Umwegen, wenn
es nötig ist; sie verlieren nicht so schnell den Mut wie wir armen
sterblichen Menschen.
In
erster Linie wartet unser heiliger Schutzengel auf unsere Inanspruchnahme.
Wir
können ihn auf folgende Weise zu unserem Ehegatten, Sohn oder Tochter,
Eltern oder Geschwistern, Priester, Bischof, zum Heiligen Vater oder sonst
jemanden schicken, indem wir für jeden, zu dem wir ihn schicken, fünfmal
täglich beten:
Heiliger
Schutzengel mein, laß den (die)... dir empfohlen sein, laß
sein (ihr) Herz von Sünden frei, allzeit Gott gefällig sein,
führe ihn (sie) an deiner Hand in das himmlische Vaterland. Amen.
Vater unser...
Gegrüßet
seist Du, Maria...
Gegrüßet
seist Du Königin, o Mutter der Barmherzigkeit, unser Leben, unsere
Süßigkeit, unsere Hoffnung, sei gegrüßt! Zu Dir rufen
wir elende Kinder Evas, zu Dir seufzen wir trauernd und weinend im Tale
der Tränen. Wohlan denn, unsere Fürsprecherin, wende Deine barmherzigen
Augen zu uns, und nach diesem Elende zeige uns Jesus, die gebenedeite Frucht
Deines Leibes, o gütige, o milde, o süße Jungfrau Maria.
In aller Trübsal, Angst und Not komm uns zu Hilfe, Du allerseligste
Jungfrau Maria!
Glaubensbekenntnis...
Ehre
sei dem Vater...
Gebet
Mein
Jesus, hab Erbarmen
mit
Deinem schwachen Kind,
ganz
hilflos steh ich Armer,
der
Böse mich umringt,
doch
allzeit kämpfe, siege,
in
mir Du starker Gott,
damit
ich siegreich bliebe,
durch
Dich in aller Not.
Ich
danke Dir von Herzen,
mein
Jesus, Liebster, mein,
Maria
hilf mir danken,
jetzt
und zu jeder Zeit. Amen.
Gebet
Maria,
liebste Mutter mein,
nimm
Du mein armseliges Gebet,
mach
es liebevoll, würdig und rein,
damit
es dem lieben Gott
wohlgefälliger
sei.
Meinen
herzinnigen Dank dafür,
allerliebste
Mutter mein!
Dankgebet
Himmlischer
Vater, DU bist die ewige Liebe,
Deine
Allmacht, Weisheit und treusorgende Vatergüte ist unermeßlich,
Deine
Liebe und Barmherzigkeit ohne Grenzen,
Deine
Gnaden und Wohltaten unerschöpflich.
Täglich
beschenkst Du uns mit überreichen Gaben,
Täglich
wollen wir Dir danken.
Von
Dir allein kommt alles Gute, und nichts ist gut außer Dir.
Darum
sei Dir von allen Geschöpfen Himmels und der Erde ewig Preis und Dank
gesagt.
Unser
Dank, vereint mit Maria, allen Engeln und Heiligen, soll nie enden, bis
wir Dich einst loben und preisen dürfen in Deiner ewigen Herrlichkeit.
Amen.
Wir
wollen Gott, dem allmächtigen Vater, ewigen herzinnigen Dank sagen
für seinen eingeborenen Sohn, Jesus Christus, unseren göttlichen
Erlöser.
Alle:
Wir danken von ganzem Herzen!
Danken
wollen wir unserem lieben Heiland für sein Ja in seiner bitteren Ölbergnacht,
wo Er unsere vielen Sünden auf sich nahm, und Er, der Reinste unter
den Menschenkindern, als Gottessohn, all unsere Schuld zu tilgen verlangte
vor seinem und unserem himmlischen Vater, durch sein qualvolles Leiden
und Sterben, um uns dadurch die ewige Seligkeit zu erwerben. Wir danken...
Danken
wollen wir dem Heiligen Geist, der uns zur Erkenntnis der Wahrheit führt.
Wir danken...
Danken
wollen wir für unsere liebe Himmelsmutter, die Unbefleckte Empfängnis
und Gottesmutter Maria, unser vollkommenstes Vorbild des christlichen Lebens,
unsere Miterlöserin, Mittlerin und Fürsprecherin und ihre unermeßlich
große Liebe und Barmherzigkeit zu uns Menschen. Wir danken...
Danken
wollen wir unserem ewigen Hohenpriester Jesus Christus für das Priestertum,
das Er uns geschenkt hat, als Vermittlung zwischen Gott und den Menschen.
Wir danken...
Danken
wollen wir für das Ja zu unserem Leben und für die heilige Taufe,
durch die wir zu Kindern Gottes und Erben des Himmels geworden sind. Wir
danken...
Danken
wollen wir Jesus für die liebevolle Verzeihung all unserer Sünden
im heiligen Bußsakrament. Wir danken...
Danken
wollen wir Jesus für alle heiligen Messen und seine gnadenreiche Seelenspeise.
Wir danken...
Danken
wollen wir für das Sakrament der heiligen Firmung, durch das Er uns
zu Streitern Christi ausgerüstet hat. Wir danken...
Danken
wollen wir für unsere guten Schutzengel, unsere getreuen Ermahner
und liebevollen Beschützer. Wir danken...
Danken
wollen wir für unsere Fürsprecher am Throne Gottes und ihre große
Hilfsbereitschaft. Wir danken...
Herzinnigen
Dank unserer lieben Himmelsmutter für Ihre Sühneleistung als
Ersatz für unsere Undankbarkeit. Wir danken...
Danken
wollen wir der Heiligsten Dreifaltigkeit, unserer lieben Himmelsmutter
und allen Mächten des Himmels für die wunderbare Führung
und Kraft, mit der wir im Weinberg unseres lieben Herrn und Heilandes arbeiten
dürfen. Wir danken...
Danken
wollen wir der Heiligsten Dreifaltigkeit für unsere Eltern und christlichen
Erzieher, für unsere Gesundheit, für unsern Arbeitsplatz und
für alle segensreichen Krankheiten. Wir danken...
Danken
wollen wir für alle Gnaden der Liebe, Demut, Geduld, Sanftmut, Ruhe,
Dankbarkeit, Gottesfurcht, Weisheit, Ergebung, Enthaltsamkeit, Kraft, Reinheit
des Schweigens und der Heiligkeit. Wir danken...
Danken
wollen wir dem großen Gott für alle Freunde, die uns in Freud
und Leid zur Seite stehen. Wir danken...
Danken
wollen wir für alle Feinde und Widerwärtigkeiten, an denen wir
uns den Himmel verdienen dürfen, indem wir sie lieben, wie unser Heiland
sie geliebt hat. Wir danken...
Danken
wollen wir dem unendlich barmherzigen Gott, daß wir für andere
danken dürfen, die nicht danken und zur Rettung der Seelen beitragen
dürfen. Wir danken...
Danken
wollen wir der Heiligsten Dreifaltigkeit, daß die armen Seelen uns
helfen dürfen und wir ihnen zur Abkürzung ihrer Leiden im Fegfeuer.
Wir danken...
Danken
wollen wir der Heiligsten Dreifaltigkeit für die große Liebe
zu uns, trotz unserer großen Sündhaftigkeit. Wir danken...
Danken
wollen wir, daß der unendlich große Gott wünscht, daß
wir IHN lieben, trotz unserer armseligen Wenigkeit, wo wir IHN so schrecklich
und so viel beleidigen. Wir danken...
Danken
wollen wir allen, die uns verhelfen werden zu einer glückseligen Sterbestunde.
Wir danken...
Nicht
kann, o Herr, ich danken Dir genug, es soll Dir danken jeder Atemzug, es
soll Dir danken jeder Herzensschlag bis zum letzten Tag.
Es
sollen Dir danken alle meine Gedanken. O könnt ich danken Dir genug,
lobpreisen sollen Dich alle Deine Werke, glorreich und hocherhaben in Ewigkeit.
Amen. — O Maria, unsere liebe Mutter, hilf uns für alle Gnaden danken.
Wir danken Dir!
All
Ihr lieben Engel und Heiligen, helft uns danken am Throne der göttlichen
Barmherzigkeit. Wir danken Euch!
Heiliger
gerechter und Dreieiniger Gott, Du siehst mit Wohlgefallen auf jene herab,
die Dir von Herzen dankbar sind und belohnst sie dafür reichlich mit
Wohltaten. In Deiner göttlichen Barmherzigkeit verzeihe allen, die
sich ihrer großen Dankesschuld nicht bewußt sind. Nimm unseren
geringen Dank an und vervollkommne ihn durch den ewigen Dank unseres lieben
Herrn und Heilandes und unserer lieben Himmelsmutter an Dich, o liebender
Vater, zur Sühne für die undankbare Menschheit, zur größeren
Ehre des Dreieinigen Gottes und zum Heile unserer Seelen. Amen.
O
mein Jesus, ich empfehle mich in Dein göttliches Herz, ich versenke
mich in Deine unergründlich überströmende Barmherzigkeit,
ich übergebe mich ganz und gar Deiner Liebe und Deiner väterliche
Treue.
Ich
bitte Dich, o mein Jesus, Du mögest Dich Deinem Vater zum Ersatz anbieten
für alle Zeit, die ich armer Sünder in Deinem Dienste verloren
habe. Sei Du Deinem Vater ein vollkommenes Opfer für mein armes, undankbares
Leben. Bedecke mit Deiner großen Barmherzigkeit alle meine Sünden
und Undankbarkeiten und bilde mich durch die Macht Deiner Gnade ganz nach
Deinem heiligen Willen. Amen.
Lied:
Nun danket all' und bringet Ehr'...
Dankes-Rosenkranz
Wir danken
von ganzem Herzen Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist und Dir, liebe Himmelsmutter;
heilige Maria, Mutter Gottes, hilf Du uns armen Sündern danken, jetzt
und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Dieser
Rosenkranz wird wie üblich mit Glaubensbekenntnis, Glaube, Hoffnung
und Liebe, Vaterunser und Ave Maria gebetet.
Segen
Der
Segen des Vaters
die
Liebe des Sohnes,
die
Kraft des Heiligen Geistes,
der
mütterliche Schutz der Himmelskönigin,
der
Beistand der heiligen Engel,
die
Fürbitte der Heiligen
und
die Gottessehnsucht der Armen Seelen
sei
mit uns und begleite uns auf dieser Pilgerfahrt
und
in unserem Alltag.
“Wenn ein Priester
segnet, segnet der Heiland!”
Ein betagter
Priester sagte einmal: Es ist mir ein großer Trost, wenn ich daran
denke, daß ich in meinem Priesterleben viel gesegnet habe, gesegnet
nicht nur die Meinen, sondern alle Menschen, besonders die Kranken, die
Leidenden, Sterbenden, alle Ungläubigen, alle Sünder und Gefangenen,
alle Gottgeweihten und Opferseelen, auch alle armen Seelen im Fegfeuer;
daß ich gesegnet habe bei Tag und bei Nacht, manchmal mit letzter
Kraft auf hartem Krankenlager. Ich durfte die Segenskraft auch bei mir
spüren, an Leib und Seele und war immer dankbar dafür.
Wer
einmal in Rom erlebte, wie Papst Pius XII. die Pilgerscharen gesegnet hat,
wird das nie mehr vergessen. Dieses Ausweiten seiner Arme, dieses Aufheben
seiner Hände gegen Himmel, als wollte er alle Gnaden von dort herunterholen,
und dann die vielen Segenskreuze nach allen Richtungen: das waren Augenblicke,
die tief ergriffen haben. Mit derselben Innerlichkeit und Ergriffenheit
segnet der jetzige Heilige Vater, Papst Paul Vl.
Brüder,
Schwestern! Es ist etwas Großes und Heiliges um den Segen eines Papstes,
und den Segen eines Bischofs, ja eines JEDEN Priesters.
Alle
Priesterhände sind Segenshände, die des einfachen Pfarrers nicht
weniger als die des Heiligen Vaters. Sie sind geweiht von Bischofshand;
sie sind gesalbt vom Heiligen Geist. Sie bewirken aber auch die Kraft des
Heiligen Geistes und vermitteln Gottes Gnaden und Hilfe. Der Segen holt
Menschen und Dinge heim aus dem Herrschaftsbereich des Satans. “Die ganze
Schöpfung seufzt ja noch unter dem Fluch der Erbsünde” (Römerbrief).
Priesterhände strahlen im Namen unseres Herrn Jesus Christus Segen
aus über Menschen und Tiere, über alles Geschaffene.
“Der Priesterstand
ist die Liebe des heiligsten Herzens Jesu”
Das ist
das wunderbare Wort des heiligen Pfarrers von Ars. Das Priestertum ist
geboren aus dem liebenden Herzen Jesu. Es wird immer wieder neu aus seinem
liebenden Herzen geboren. Jesus lebt im Priester, wirkt, betet, sorgt,
segnet und liebt im Priester. Der Priester ist ein zweiter Christus. So
herrlich durfte einmal eine Seele hören: “Wenn ein Priester segnet,
dann segne Ich. Dann strömen aus meinem göttlichen Herzen Gnaden
in reichster Fülle auf dich herab. Ich habe meinem Segen große
Kräfte verliehen...”
“Bedenke,
daß etwas Großes geschieht, wenn du den Segen eines Priesters
empfängst. Der Segen ist ein Ausstrahlen meiner göttlichen Heiligkeit...
Durch meinen Segen bekommst du Liebe zum Lieben, Kraft zum Leiden, Stärkung
für Leib und Seele. Mein heiliger Segen enthält alle Hilfe für
die Bedürfnisse der Menschenkinder.
Er
kommt aus der unendlichen Liebe meines Herzens. Je andächtiger er
gespendet und empfangen wird, desto gewaltiger ist seine Wirkung... Der
Segen ist größer, unendlich größer als tausend Welten...
Du kannst von meinem Segen nie genug erwarten. So oft du gesegnet wirst,
bist du neu berührt mit mir, neu geheiligt, neu eingehüllt in
meines Herzens Gnade, Liebe und Schutz... Sei ein Kind des Segens, dann
wirst auch du für andere überall ein Segen sein!”
“DAZU
SEID IHR BERUFEN, SEGEN ZU ERBEN!” (1 Petr 3, 9). Der Heiland schenkte
als letzte Tat seiner Liebe seinen Segen. Christus will in seinen Jüngern
immer segnend wirksam sein. Gewiß wollen wir eine scharfe Grenze
setzen zwischen Sakrament und Sakramentale. Letzteres ist nicht von Christus
eingesetzt und bewirkt nicht die heiligmachende Gnade, aber es schenkt
helfende Gnade kraft unseres Glaubens an die unendlichen Verdienste Jesu
Christi. Der Priestersegen schöpft aus den unendlichen Reichtümern
des Herzens Jesu und hat darum viel heilende und heiligende Kraft, viel
bannende und schützende Macht. Das heilige Opfer kann der Priester
einmal am Tage feiern, die Sakramente gelegentlich spenden, segnen aber
kann er immer und überall. Auch der kranke Priester, auch der verfolgte
und eingekerkerte.
SO
ERGREIFEND ERZÄHLT EIN KZ-PRIESTER, der lange in Dachau in einer SS-Fabrik
arbeitete, wie er eines Tages von einem Buchhalter gebeten wurde, schnell
in die im Dachgeschoß eingebaute Wohnung zu kommen und seine Familie
zu segnen: “Da stand ich nun, ein armer Häftling im Zebrakleid des
KZlers. Kaum jemals hatte ich meine Arme mit solcher Ergriffenheit ausgebreitet
wie in jener Stunde. Obwohl schon jahrelang zum Auswürfling gestempelt,
war ich doch noch Priester; denn man hatte mich gebeten, das Einzige und
Letzte zu schenken, was ich noch hatte, den Segen.”
EINE
TIEFGLÄUBIGE BÄUERIN SAGT: “So war es immer Glaube in unserem
Haus: Wenn ein Priester bei uns einkehrt, kehrt der Herr selbst ein. Wir
freuen uns jedesmal über seinen Besuch. Wir lassen keinen Priester
aus unserem Hause gehen, ohne ihn um seinen Segen zu bitten. In unserer
Familie mit ihren zwölf Kindern ist auch buchstäblich der Segen
greifbar.”
EIN
PRIESTER: “Wahrhaftig, ein unendlicher Reichtum ist in meine Hände
gelegt. Christus selber will im Segen durch mich schwachen Erdenmenschen
wirksam werden. Wie er einst segnend durch die Lande ging, will er stets
im Priester weitersegnen. Ja, WIR PRIESTER SIND MILLIONÄRE NICHT AN
GELD, NEIN AN GNADE, die wir vermitteln. Wir dürfen Sendestationen
des Segens sein. Irgendwo auf der ganzen Welt sind Antennen, die die Segensstrahlung
auffangen, Kranke, Gefangene, Verstoßene usw. Mit jedem Segen aber,
den wir geben, wächst unsere Segenskraft, wächst unser Segenseifer.
Was aber tut uns Priestern mehr not als Optimismus und Freude! Diese aber
wachsen mit jedem gläubig gegebenen Segen.” — Auch in unserer heutigen
bedrängten Zeit.
SO
ERNST SPRICHT KATHARINA EMMERICK: “Es ist gar traurig, wie nachlässig
in unseren Tagen die Priester mit dem Segen sind. Es ist, als wüßten
sie oft nicht mehr, was der Priestersegen ist. Viele glauben kaum daran
und schämen sich des Segens als einer veralterten und abergläubischen
Zeremonie. Viele endlich gehen mit dieser heiligen, von Jesus Christus
gegebenen Kraft und Gnade ganz gedankenlos und obenhin um. Wird das Segnen
an mir versäumt, so empfange ich wohl zuweilen von Gott den Segen,
aber da der Herr das Priestertum eingesetzt hat und ihm die Gewalt der
Segnungen übergab, muß ich oft aus der Sehnsucht nach dem Segen
beinahe verschmachten. Alles ist ja ein Leib in der Kirche, und was der
eine versagt, danach muß der andere hungern.”
EINE
GOTTLIEBENDE UNSERER TAGE SCHREIBT: “Jede Priestersegnung, die ich empfangen
darf, ist wie eine neue Lebenskraft, die mir geschenkt wird. Die Auswirkung
eines Priestersegens können wir gar nicht ermessen. Mit dem Christussegen
wächst die Christusliebe in unseren Herzen; besonders die Liebe zur
Reinheit... Ich durfte mich schon in jungen Jahren davon überzeugen.
Der Priestersegen ist so lichtvoll wie die Sonne am Mittagshimmel, wenn
sie alle große Kraft ausstrahlt. Der Priestersegen ist eine hohe
Gnade.” (Maria Th. Meyer-Bernhold, + 29.3.52.)
DER
OFTMALIGE PRIESTERSEGEN IST EIN GEBOT DER STUNDE. Der Priestersegen war
noch nie so notwendig wie heute. Eine “Zeit der Dämonokratie” hat
ein berühmter Prediger unsere Tage genannt. Es sind so viele Teufel
heute am Werk.
So
viel Unglück hat seine Ursache in der Macht des Satans. Die Sünde
gibt ihm Macht. Verfluchungen und Verwünschungen tragen sehr mit bei.
Darum Abkehr vom Bösen als erstes und Abwehr im Segen als zweites!
— So wie die Radiostrahlen die Atmosphäre durchkreuzen, dürfen
die Segnungen die Welt durcheilen. Durch sie werden die bösen Geister
in ihrem Wirken stark gehindert. Priester, die viel segnen, bannen ungeheuer
viel böse Macht.
Ein
Seelsorger unserer Tage schreibt so treffend:
“Der
Segen ist die Waffe meines Herzens. Alle, die mir aus dem Wege gehen, segne
ich. Alle, die mich verleumden und hassen, segne ich. — Man flucht uns,
wir aber segnen” (1 Kor 4, 12). — “Jeden Morgen bete ich den Exorzismus,
und jeden Abend hebe ich die Hände segnend über die Pfarrei.
Das Segenskreuz reicht weit, reicht über die ganze Welt hin. Seine
Balken umfangen in der Verlängerung das ganze Weltall.”— Wie mancher
Priester segnet bei jedem Stundenschlag. Das ist eine immerwährende
Liebestat, ein Fortwirken der unendlichen Liebe Christi. Das ist ein immer
neuer Sieg über das Böse. Auf diese Weise dürfen die Segenspriester
immerzu geistige Sendestationen sein: irgendwo in der Welt sind Antennen,
das heißt segensbedürftige, segenverlangende Herzen, die dadurch
Segenskraft erlangen.
DER
SEGEN VERLANGT AUFNAHMEBEREITSCHAFT. Der Heiland hat zu seinen Aposteln
gesagt: “Wo immer ihr in ein Haus kommt, da sagt zuerst: Friede sei diesem
Haus, und wenn dort ein Sohn des Friedens ist, so wird euer Friede auf
ihm ruhen; wo nicht, so wird er auf euch zurückkehren” (Lk 10, 5).
— Das will heißen: Frieden und Segen den Häusern und den darin
Wohnenden, aber letztere müssen empfänglich dafür sein.
Die Menschen müssen den Segen gläubig erbitten. Es hängt
soviel vom Glauben und Vertrauen, von der Aufnahmebereitschaft ab.
DIE
PRIESTERLICHE HANDAUFLEGUNG WIRKT WUNDER. Das Wort bei Mk 16, 18, “Kranken
werden sie die Hände auflegen, und diese werden gesund werden”, ist
schon tausendfach wahr geworden und wird es immer wieder. Eine Kreuzträgerin
unserer Tage schreibt: “Wie oft durfte ich schon in schwerer Krankheit
den priesterlichen Segen als heilend empfinden. Wie oft bin ich schon in
schwerem Fieber gelegen. Ganz plötzlich weicht dieses; ich spüre
Erleichterung, spüre die segnende Hand des Priesters auf meinem Kopf,
und das Fieber ist weg” (Mutter M. Th. Meyer-Bernhold). Freilich soll im
Sinn der Heiligen Schrift der Arzt nicht ausgeschaltet werden (vgl. Eccli
38, 1). Bischof Waitz schreibt in seiner “Botschaft von Konnersreuth”:
“Nie noch in meinem Leben habe ich die Kraft des Priestersegens so sehr
beobachtet wie bei Therese Neumann in ihrem schweren Leiden.”—
Was
könnten der armen kranken Menschheit durch den häufigen Priestersegen
Kräfte geschenkt werden! Spender und Empfänger aber müßten
einen bergeversetzenden Glauben haben!
EINE
LEIDGEPRÜFTE SEELE, SCHON JAHRZEHNTE KRANK: “Sehr oft schon wurde
ich in meiner Krankheit von Priestern gesegnet; jedesmal spüre ich
— ich kann es gar nicht so ausdrücken — wie mir eine Kraft zuteil
wird, mein Leiden zu bejahen; mich aufs neue ganz dem heiligen Willen Gottes
hinzugeben, auch und gerade, weil es so schwer ist. Das Bewußtsein,
daß ich von einem Priester von der Ferne sehr viel gesegnet werde,
gibt mir plötzlich in den schwersten Versuchungen und in den Stunden
der tiefsten Niedergeschlagenheit Kraft und Mut zum Durchhalten. O, wie
oft hat mir der Priestersegen schon Friede und Ruhe gebracht bei meinen
inneren Kämpfen und Stürmen!”
JEDES
KREUZZEICHEN IST WIE EINE KONSEKRATION FÜR MENSCHEN und Dinge. Der
Priester segnet immer mit erhobener Hand in Kreuzesform. (Segnen kommt
vom lateinischen signare = bezeichnen.)
Damit
ist klar ausgedrückt, daß alle Segenswirkung vom Kreuzestod
Christi ausgeht. Am Kreuze geschah die Erlösung. Im Kreuz geschieht
sie immer neu beim heiligen Opfer. Von jedem Kreuzzeichen darf Erlösung
ausstrahlen. Es ist das Zeichen seines Blutes, das Zeichen seines Sieges.
Consecratio mundi, die Heiligung der Welt war das große Herzensanliegen
des Heiligen Vaters Pius XII. Durch Christi Kreuz wurde und wird immer
wieder Heiligung geschenkt.
Durch
den priesterlichen Kreuzsegen erhalten nicht nur die Menschen, auch die
Dinge, die Orte und die Arbeit Weihe und Segen. Wie wunderbar sind die
Segensgebete der Kirche nicht nur über die Mütter, über
die Kinder und Kranken, sondern auch über das Wasser, das geweiht
wird, über die Häuser und Ställe, über die Arbeitsstätten,
Arbeitsgeräte und Arbeitserzeugnisse, über die Beförderungsmittel
aller Art, Traktoren, Autos und Flugzeuge. Mit dem Tagewerk des Menschen
sollen alle seine Hilfsmittel unter dem Kreuzessegen stehen, sollen konsekriert,
d. h. dem Dienste Gottes geweiht werden. Jedes Kreuzzeichen wirkt heiligend,
erst recht, wenn es von geweihter Priesterhand im Auftrag der Kirche gegeben
wird.
Es
ist etwas Wunderbares um einen Priester, der oft und oft seine gesalbten
Hände zum Segen erhebt — bei Tag und bei Nacht. Aus diesem Segen strömt
so viel bannende Kraft gegen den Bösen, so viel heilende Kraft für
den Körper, so viel heiligende für die Seelen! Priesterhände
sollten nimmer müde werden im Segnen. Immer dürfen sie im Namen
der Kirche segnen. Immer ist es der Heiland selber, der in ihnen segnet,
segnet mit seiner durchbohrten Hand, darin die Blutbahn seiner Liebe fließt.
— Der Verfasser dieses Büchleins segnet mehrmals am Tag die Leser
seiner Schriften.
AUCH
DIE GOTTESMUTTER SCHÄTZTE DEN PRIESTERSEGEN. In der “Geheimnisreichen
Stadt Gottes” berichtet Maria von Agreda: “Alle Tage erbat sich Maria von
den Aposteln den Segen. Anfangs suchten alle auszuweichen, um diese Handlung
nicht Maria gegenüber ausüben zu müssen, die sie als ihre
Königin und Mutter ihres Meisters verehrten. Die weiseste Jungfrau
aber machte es allen zur Pflicht, als Priester und Diener des Allerhöchsten
ihr den Segen zu erteilen. Sie erklärte ihnen ihre hohe Würde
sowie die Pflichten, die ihnen diese auferlegte. Da es sich nun in diesem
Wettstreit darum handelte, wer sich am meisten zu verdemütigen wisse,
so war es im voraus gewiß, daß Maria Siegerin bliebe, die Jünger
hingegen besiegt und durch das Beispiel Mariä unterrichtet werden
müßten.”
Alle Christenhände
sind Segenshände
Des Priesters
Segensgewalt ist eine amtliche, im Namen und Auftrag der Kirche, die Laien
aber dürfen segnen kraft ihres Glaubens an das Kreuz und den Namen
Jesu Christi, dürfen segnen als lebendige Glieder des geheimnisvollen
Leibes Christi (Taufe), als Tempel des Heiligen Geistes (Firmung).
Mit
dem Kreuzzeichen segnen sich alle Christen selbst. So oft sie das Kreuz
über sich machen, segnen sie ihr Denken, ihr Reden und ihr Wollen.
MIT
DEM KREUZZEICHEN DÜRFEN CHRISTEN AUCH ANDERE SEGNEN. Der heilige Franz
von Assisi gab seinen berühmten, eigenhändig geschriebenen Laiensegen
als Testament für alle kommenden Jahrhunderte.
So
lautet er:
Der
Herr segne dich und bewahre dich. Er zeige dir sein Angesicht und erbarme
sich deiner. Er wende sein Angesicht zu dir und gebe dir den Frieden. Der
Herr gebe dir seinen heiligen Segen. Amen.
ELTERN
SIND DIE ERSTBERUFENEN ZUM SEGNEN. Das sagt die Heilige Schrift: Des
Vaters Segen stützt der Kinder Häuser (Eccli. 3, 11).
Von
Eltern gesegnet, heißt von Gott gesegnet. Die Segenskraft der Eltern
liegt zunächst im Geheimnis ihrer schöpferischen Sendung. Sie
haben Anteil an der Schöpfermacht Gottes erhalten; sie haben die schwere
Verantwortung, nicht nur für das leibliche Wachstum ihrer Kinder zu
sorgen, sondern auch für geistiges und seelisches.
Der
Elternsegen wurzelt ferner in dem Geheimnis der priesterlichen Sendung.
Durch das “große Sakrament der Ehe” (Eph 5, 32) werden Mann und Frau,
Vater und Mutter geweiht (Sakrament der Elternweihe). Sie erhalten, wie
Augustinus sagt, dadurch eine priesterliche Kraft, die ihnen nicht mehr
genommen werden wird. Die Macht und die Kraft zu segnen liegt endlich auch
in der amtlichen Würde der Eltern als Stellvertreter Gottes. Gott
selber steht hinter ihnen, er bestätigt und erfüllt ihre Segenswünsche.
Der Elternsegen ist gleichsam “das Sakramentale des häuslichen Herdes”.
Weil am Elternsegen so viel gelegen ist, darum sollen Vater und Mutter
vom ersten Tag an ihr Kind segnen, schon wenn die Mutter das neue Leben
unter dem Herzen spürt und es dem Lichte entgegentragen darf. Gläubig
und vertrauensvoll sollen sie mit Weihwasser das Segenskreuz über
ihre Kinder machen und dabei sprechen: “Durch die Fürsprache Mariens
segne dich Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.” Es
soll in unseren katholischen Familien die Regel gelten:
Kein
Tag ohne Elternsegen!
“Wenn
das Kind den Elternsegen von klein an gewöhnt ist, wird sich selbst
der 14-jährige nicht genieren, wenn Vater und Mutter ihn vor dem Schlafengehen
segnen”, so sagt eine erfahrene Mutter. Gebt darum, liebe Eltern, täglich
den Morgen? und Abendsegen für eure Kinder; gebt den Elternsegen besonders
am Tag der ersten heiligen Kommunion. Gebt ihn, wenn ein Kind in die Fremde
geht, und vergeßt nie, eure Kinder in der Fremde zu segnen. “Elternsegen
geht über Berg und Tal und findet die Kinder überall.” Gebt auch
den elterlichen Segen mit Weihwasser und Kreuzzeichen am Morgen des Hochzeitstages
und ganz besonders in der Stunde eures Sterbens. Dieser letzte Segen faßt
alle Segnungen des ganzen Lebens noch einmal zusammen und begleitet eure
Kinder hilfreich auf allen Wegen. Darum sagt der heilige Cyprian: “Legt
die Krone nicht ab! Legt die Stola nicht weg, ihr Könige und Hohenpriester
der Familie!”
Das
Recht zu segnen, besitzen auch die Großeltern und Urgroßeltern
für ihre Kindeskinder, auch Erzieher und Erzieherinnen und nicht zuletzt
alle Brautleute und Gatten. Gerade letztere sollen sich immer wieder mit
einem Kreuzlein gegenseitig auf die Stirn segnen. Sie geben sich viel Kraft
dabei, bändigen ungestüme Leidenschaft, lösen gewittrige
Spannungen und heiligen Leib und Seele.
ERGREIFEND
SCHREIBT EINE HOCHBETAGTE, EDLE MUTTER: “Hochwürden, immer suchte
und begehrte ich von Herzen den Priestersegen, aber auch ich segnete Tag
und Nacht, beim Arbeiten und Rasten, beim Sorgen und Freuen, beim Lachen
und beim Weinen; immer im Namen Jesu! Gar oft bewegte sich ganz unbemerkt
und ganz heimlich, verbunden mit “Seiner” Hand in den verschlungensten
Lebenslagen meine Rechte, und immer ist ein Segenskreuzlein meine Waffe
und Hilfe gewesen. Vor vielen Jahren wurde ich plötzlich Witwe; ich
verlor den besten Mann, mit dem ich in unaussprechlich glücklicher
Ehe lebte. Ich hatte ein vierjähriges Büblein, einen Hof mit
150 Hektar und 20 Arbeitern und meine schwachen Hände, dazu, Gott
sei Dank, ein unbändiges Gottvertrauen. Damals rief ich in der ersten
Not: ‘Lieber Herrgott, geh Du jetzt mit mir, gib mir Deine Hand und gehen
wir zu zweit! Niemand kann und soll es wissen, wie wir jetzt zusammengehen
und wie wir uns bei den Händen halten. Ich suche nichts mehr als Deine
Hand und Deinen Willen, ich suche nichts mehr als meine Pflichten allein,
allen gegenüber.’ Betend und segnend fing ich an zu wirtschaften,
ging Kreuzlein machend durch Haus und Hof, durch Felder, Wiesen und Wald.
Ich segnete Dürre, Nässe, Hagel (oft 90 Prozent) und Mißwuchs.
Ich segnete Arbeiter und Wohnstätten; segnete die Stallungen in Glück
und Unglück, segnete alle die Meinen; segnete die Büblein Tag
und Nacht; segnete sie später beim Weggehen zum Studium und wenn sie
heimkamen. Ja, als kleinen Kindern zeichnete ich ihnen mitten in der Nacht
ein Kreuzlein auf die Stirne, und manchmal dachte ich es mir, es wäre
kein Wunder, wenn jeder, nun volljährig geworden, ein Kreuzlein auf
der Stirne trüge. So oft zeichnete ich es ihnen auf die Stirne und
gar, als sie an die Front mußten. Was hab ich von da an gesegnet!
Jeden Abend ging ich in ihr Zimmer und segnete es; sie selber aber in der
Ferne. Und gab ich ihnen die Hände zum Gruß oder Abschied, dann
außer einem Segenskreuzlein auf die Stirne auch eines unbemerkt in
die hohle Hand. Und abends ging ich zu einem kleinen Muttergottesstöckl,
betend und segnend in die Richtung, wo ich sie wußte. (Sie waren
lange im Feindesland.)
Bomben
und Krieg, Not und Plünderung gingen wie durch ein Wunder am alten
väterlichen Hof vorbei. Alles konnte ich überwinden, überbrücken
und rechtlich bezahlen; ich konnte neue und schöne Arbeiterwohnstätten
errichten; dem lieben Gott manche Freude bereiten durch mannigfache Kirchenspenden;
konnte den Söhnen jedwede Bildung zuwenden und brave, Jahrzehnte hier
arbeitende Taglöhnerfamilien in reichlicher Zahl beschäftigen.
Alles, alles schreibe ich ganz allein Gottes Segen zu. Alles der heimlichen
Hand, die mich bei Tag und Nacht führte, und die mit mir segnete.
Es war trotz der vielen Dornen ein gesegneter, schöner Lebensweg mit
Jesus zu zweit.”
Und
zum Schluß stehen die wunderbaren Sätze: “Weil wir als Katholiken
aber weltweit denken und lieben sollen, so machte ich ein Segenskreuzlein
immer auch in die Ferne hin zum Heiligen Vater, zu unseren Bischöfen
und Priestern, zu unseren Theologen und auch zur Diaspora. Dies ist das
stille Geheimnis, das ich am Abend meines Lebens einem Priester lüften
wollte.”
Inzwischen
hat sich Gottes liebende Hand wieder schwer auf diese edle Mutter gelegt
und ihr ein ganz hartes Krankheitskreuz aufgeladen. Trotzdem segnet sie
weiter. Ja, ihr Segen wird geradezu jetzt verzehnfacht, ja verhundertfacht
werden.
Kreuzzeichen
bedeutet heimholen zu Christus
Durch
seinen Liebestod am Kreuze hat Christus den Fluch der Sünde von der
Welt genommen. Weil aber Menschen und Dinge immer wieder dem Fluch durch
Schuld und Sünde verfallen, muß die Kirche in seinem Namen immer
wieder Erlösung bewirken helfen. Das geschieht vornehmlich durch das
heilige Meßopfer und die Sakramente, aber auch durch die Sakramentalien:
Priestersegen, Weihwasser, geweihtes Licht, geweihtes Öl usw. Jedes
gläubig gemachte Kreuzzeichen ist schon ein Segenszeichen. Vom Kreuze
ergießt sich ein Segensstrom durch die Welt, hinein in jede Seele,
die an Gott und die Kraft des Kreuzes glaubt. Jeder gottverbundene Mensch
darf mit dem heiligen Kreuzzeichen jedesmal Erlösung vollziehen. Der
Segen des Kreuzes ist ja der Segen des Blutes Christi. Das Kreuz ist das
Zeichen, das immerzu Liebe ausstrahlt. Es darf heimholen zu Christus. Ja,
das Kreuzzeichen schon bedeutet ein Heimholen zu Christus und durch ihn
zum Vater. Wer den Glauben eines Kindes hat, wird das begreifen.
Darum
haben die Christen schon von Anfang an sich und die anderen mit dem heiligen
Kreuzzeichen gesegnet. Schon Tertullian berichtet davon. So müßten
darum auch wir alle das Kreuzzeichen viel häufiger machen; über
uns und über andere, und mit größerer Ehrfurcht, mit tieferem
Glauben. Es ist das Zeichen höchster Liebe, es ist das Zeichen immerwährenden
Sieges. “In diesem Zeichen wirst du siegen.”
DER
SEGEN GEHÖRT ABSOLUT ZUM CHRISTEN. So hat der Heiland gesagt: “Wahrlich,
wahrlich, ich sage euch, wenn ihr den Vater in meinem Namen bittet, so
wird er es euch geben” (Joh 16, 23). Wo immer also der Name des Herrn steht,
da ist der Segen, wo immer das Zeichen seines heiligen Kreuzes damit verbunden
wird, ist Hilfe. “Du klagst über die Schlechtigkeit der Welt oder
über die Rücksichtslosigkeit und den Unverstand deiner Umgebung.
Deine Geduld und Nerven werden manchmal auf eine harte Probe gestellt und
gehen dir oft durch, trotz der besten Vorsätze; versuch einmal das
Mittel und Rezept des täglichen Segens” (P. Kieffer OCap.). Nimm also
jeden Morgen Weihwasser, mach ein Segenskreuzlein und sprich: “Im Namen
Jesu segne ich meine ganze Familie, segne alle, die mir heute begegnen;
segne alle, die sich meinem Gebet empfohlen haben; segne unser Haus und
alle, die da gehen ein und aus.” — Es gibt eine größere Anzahl
Männer und Frauen, die das täglich tun. Der Erfolg bleibt nicht
aus, auch wenn die Wirkung nicht immer gleich greifbar ist. Hauptsache:
Das Kreuzzeichen sehr langsam machen und die Gebetsworte mit Seele sprechen.
O
WIE VIEL HABE ICH GESEGNET! So berichtete die Oberstleutnantsgattin Maria
Theresia Meyer-Bernhold. “Ich stand als erste am frühen Morgen auf,
segnete den noch ruhenden Mann, betete oft über ihn geneigt und gab
ihm Weihwasser; dann trat ich in das Kinderzimmer, weckte die Kleinen,
faltete ihre Händchen und ließ sie das Morgengebet laut verrichten,
dann machte ich auf ihre Stirne das heilige Kreuzzeichen, segnete sie und
sprach kurz irgend etwas über den heiligen Schutzengel.
Wenn
sie alle vom Hause weggegangen waren, Vater und Kinder, dann fing ich das
Segnen nochmals an. Meistens ging ich durch alle Zimmer und bat um Schutz
und Segen. Dabei erwähnte ich stets: “Alle, die Du mir anvertraut
hast, mein Gott, halte sie in Deinen Vaterhänden, alles Gut, alle
Habe, die ich verwalte; denn alles ist Dein Eigentum. Du hast es gegeben.
Bewahre es vor Schaden; möge es uns dienen, doch nie zur Sünde
gereichen.”
Wenn
bei mir GÄSTE geladen waren, so betete ich vielfach für sie,
bevor diese mein Heim betraten und schickte ihnen den Segen. Sehr häufig
wurde mir gesagt, daß man bei mir so etwas Besonderes, einen großen
Frieden empfände. Es läge eine unbegreifliche Ruhe in meinen
Räumen. Oft geschah es, daß mir Damen sagten: ‘Maria, ich habe
mich bei Ihnen innerlich wieder erholen dürfen. Ich danke Ihnen dafür
aufrichtig. Wie schön, daß Sie glauben können. Wir bringen
es nicht fertig. Wir sind arm; Sie sind glücklicher als wir. Wir fühlen
das, wenn wir bei Ihnen sind. Beten Sie für uns! Segnen Sie uns!’
— Das hörte ich von Andersgläubigen und Ungläubigen. Sie
alle fühlten es und brachten es zum Ausdruck. Segen und Gebet, das
ist der große Ozean mit dem heilbringenden Wasser, wodurch die Seelen
Ruhe finden.
Welch
einen Eindruck machte es auf meine Seele, wenn diese Armen vor mir standen,
für Augenblicke vergessend, was sie sind, wo ihnen der Reichtum nichts
mehr bedeutete, ihr Reichtum — , ihre Augen mit dem bittenden Ausdruck
auf mich gerichtet, die ärmer war als sie, weit ärmer.
O,
ich liebte diese Seelen, welche so wenig oder gar nichts um die Gottesnähe
wußten! Ich hätte sie in meiner Liebe umarmen können, und
ich versprach, für sie zu beten. Ich tat aber mehr als das. Ich litt
für sie und schenkte ihnen durch den Segen Liebe aus meinem Herzen,
das ja ganz Gott angehörte. — Auf der Straße bei meinen Besorgungen
oder sonstigen Gängen segnete ich gar viele Menschen, welche an mir
vorübergingen; mit Vorliebe aber die gesegneten Frauen und die Arbeiter.”
“Befand
ich mich außerhalb der Stadt, dann gehörte meine Liebe der Natur,
der reifenden Saat, den Blumen. O, wie viel habe ich da gesegnet — auch
Kirchen segnete ich gern. Wie oft sprach ich dabei: ‘Vater, segne Dein
Haus! Schütze es! Lasse es hineinstrahlen in die erkalteten Herzen
der Großstadt! Rufe die Menschen zu Dir!’ —
Des
Nachts stehe ich gern segnend am Fenster. Ich segne die Sorgen der Welt,
die Schmerzen der Menschen; ich segne nach Rom, von wo aus viel Segen gegeben
wird, ich segne Sie mit Ihrer Pfarrgemeinde, die Seminare; ich segne Seelen,
die mir anempfohlen sind, ich segne die Gefängnisse, die Sterbenden,
alle, die im Augenblick in Gefahr sind. Ich blickte auf zum Firmament und
segne liebend die Sternenstraße am Himmelszelt. Und so segne ich
oft und lange in die Stille der Nacht hinaus, segne vieles, was unerwähnt
bleibt.
Es
ist wohl nicht viel, was ich Ihnen sagen konnte; aber ich habe es erleben
dürfen an mir und an anderen, daß Segnungen eine lebendige,
große Kraft sind und daß immer wieder gilt: ‘Am Segen ist alles
gelegen...’
Gebe
Gott, daß in meiner Sterbestunde eine Priesterhand mich segnen darf,
weil ich den Segen so sehr liebte und im Leben übte.”
Der
Herr hat diese Bitte erfüllt. Der Heilige Vater selbst schickte ihr
am 25. März 1952 seinen persönlichen Segen; am selben Tage besuchte
sie der hochwürdigste Herr Weihbischof von R., zwei Marktredwitzer
Primizianten breiteten ein paarmal in diesen letzten Lebenstagen die Segenshände
über sie aus und auch in der letzten Stunde am 29. März stand
ein Priester segnend an ihrem Sterbelager. (Siehe: “Briefe der Gottesliebe”,
Credo-Verlag, von A. M. Weigl herausgegeben.)
DIE
KRAFT IHRES SEGENS WAR SPÜRBAR: Von der am 3. November 1958 in Altötting
heiligmäßig verstorbenen wahrhaft edlen Freiin von Gebsattel,
die als 60-jährige in die Gemeinschaft der Schwestern vom heiligen
Ludwig Maria Grignion eintrat und diese die letzten fünf Jahre ihres
Lebens leitete, schreibt eine Schwester ergriffen: “Es ist mir noch wie
heute und bleibt mir unvergeßlich, wie ich das erste Segenskreuzlein
von Mutter Ancilla bekam, das mir durch und durch ging. Die paar Worte
von der Ergebung und Hingabe, die sie mir dazu sagte, gaben mir sehr viel
Mut und Kraft und begleiteten mich durch meine Krankheit. Es war gerade
zu Beginn derselben, und ich ahnte noch nicht, daß ich über
zwei Jahre in der Lungenheilstätte zubringen würde.”
Eine
andere Schwester schreibt: “Ein besonderer Zug in ihrem Leben war ihre
segnende Hand. Ihr Segnen geschah mit einer Ehrerbietung, wie das nur bei
heiligen Seelen sein kann. Selbst als sie kaum mehr sprechen konnte, und
ihr jeder Besuch zu viel war, durften wir doch noch täglich zu ihr
kommen, um das Segenskreuz zu empfangen.”
Wenn
ich es nur zu erkennen gab, wie wirksam ihr Segenskreuzlein gewesen, so
lenkte sie sogleich ab und sagte: “Das war nicht ich; das hat die Mutter
Gottes getan” (vgl. Weigl: “Eine große
Liebende” Grignion-Verlag, Altötting).
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