1. Im 4. Jahrhundert - so berichtet Bischof Gregor von Nazianz
hat sich eine sonderbare Begebenheit zugetagen. -
2. Die Worte des Papstes können eine Hilfe sein, die Firmung
besser zu verstehen. das gilt für die Firmlinge, das gilt für
uns alle!
1. Eine denkwürdige Begebenheit
Der heilige Bischof und Kirchenlehrer Gregor von Nazianz berichtet
von einer denkwürdigen Begebenheit, die sich im 4. Jahrhundert zugetragen
hat:
Kaiser Julian wollte mit seinen Hofleuten den Götzen opfern und
hatte schon das Zeichen zum Beginn gegeben. Doch alle standen wie versteinert
da und konnten die Opferhandlung nicht vornehmen; auch das Feuer auf dem
Altar, kaum entzündet, erlosch sofort wieder. Da rief der Oberpriester:
"Hier ist eine große unsichtbare Macht im Spiel, die sich unserem
Vorhaben widersetzt." Als der Kaiser unverzüglich eine Untersuchung
anordnete, trat ein Knabe vor und sprach: "Ich bin ein Christ, vor kurzem
getauft und zum Kampf gesalbt (= gefirmt!) worden. Ich habe in meinem Herzen
den heiligen Namen Jesu angerufen. Durch diesen göttlichen Namen sind
die Teufel gezwungen worden, die Flucht zu ergreifen und mußten ihr
Opfer unvollendet zurücklassen!" Der Kaiser, selbst ein ehemaliger
Christ, kannte die Gewalt des Namens Jesu, erschrak und verließ wortlos
den Tempel. Der mutige Kämpfer aber erzählte den Vorfall anderen
Christen weiter, und sie priesen Gott, daß er dem Sakrament der Firmung
eine solche Kraft gegen die bösen Geister verliehen hatte.
2. Worte des Papstes an Firmlinge
Als Papst Johannes Paul II. vor einigen Jahren bei einer Pastoralreise
in Skandinavien das Sakrament der Firmung spendete, sagte er zu den Firmlingen:
"Meine lieben Freunde, die ihr nun die Firmung empfangt! Ihr seid bereits
wiedergeboren in der Taufe. Jetzt werdet ihr noch enger mit Christus verbunden,
gesalbt mit der besonderen Kraft des Heiligen Geistes, des Geistes der
Weisheit. Dies ist ein sehr bedeutsamer Tag für euch als Glieder der
Kirche, die euren Beitrag zu ihrer Sendung erwartet, da der Herr uns beruft,
auch die anderen Menschen zu ihm zu führen, vertraut er er auf eure
Hilfe, um die Welt in die Familie Gottes umzuwandeln. Die Worte des hl.
Paulus an Timotheus lassen sich auch auf euch anwenden:
'Niemand soll dich wegen deiner Jugend geringschätzen. Sei den
Gläubigen ein Vorbild in deinen Worten, in deinem Lebenswandel, in
der Liebe, im Glauben, in der Lauterkeit' (Tim 4,12). Ihr könnt sicher
sein, daß Gott, der gut ist, euch hilft, diesen Auftrag zu einem
christlichen Leben zu erfüllen. Die sakramentale Gnade wird euch helfen,
zu Christus 'ja' zu sagen, und 'nein' zu sagen zu dem, was dem Herrn entgegengesetzt
ist. Ihr seid imstande, mit Geduld Prüfungen und Versuchungen zu überwinden
nach dem Wort des hl. Jakobus: 'Keiner, der in Versuchung gerät, soll
sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht
in Versuchung kommen, Böses zu tun, und führt auch selbst niemand
in Versuchung' (Jak 1,13).
Die Macht der Finsternis darf nicht unterschätzt werden, aber
wir können gewiß sein, sie mit der Hilfe des Herrn zu besiegen,
wenn wir täglich bemüht sind, das Gute zu tun und das Böse
zu meiden. Gott weist uns immer den Weg; wir brauchen nicht zu verzweifeln.
Ich ermahne euch, treu und stark zu sein, damit ihr euch in einer Umwelt,
die uns so viel Oberflächliches und Leeres anbietet, nie für
die Macht, den Besitz und die Genüsse der Welt entscheidet, die Christus
entgegengesetzt sind. Vertauscht nie die Freiheit, die ihr als Kinder Gottes
habt, mit der Sklaverei, die vom Egoismus und der Sünde kommt.
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