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Die
Unterlassung von Gebet und Buße ist ein Verbrechen an der Menschheit
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Die
Botschaft von Fatima
gedeutet
von Bischof Dr. Rudolf Graber (f)
Sünde
und Sühneleistung
Abkehr
von der Sünde
Ähnlich ist es
mit dem zweiten Gedankenkreis, der Sünde. In Fatima wird im Gegensatz
zu unserer Zeit die Sünde ernstgenommen. Eine der schauerlichsten
Verirrungen heute ist doch die Bagatellisierung der Sünde.
Vor Jahrzehnten schon
hat der Philosoph Max Scheler auf das eigenartige Phänomen aufmerksam
gemacht, daß bei objektiv wachsender Sünde sich das Schuldgefühl
verringert und abstumpft, während bei objektiv geringer Verfehlung
sich das Schuldgefühl steigert und verfeinert. Daraus erklärt
sich die Tatsache, daß die Heiligen sich als die größten
Sünder bezeichnen, während Verbrecher hinter ihren Taten überhaupt
nichts Besonderes finden. Der moralische Zustand der heutigen Welt ist
erschreckend. Und das Furchtbare ist nicht, daß Grauenhaftes geschieht
- das kam auch früher vor -, sondern daß es zynisch frech geschieht
und daß, genauso wie das Gefühl für das Übernatürliche,
Göttliche erstorben ist, auch das Gefühl für Sünde
und Schuld ausgelöscht ist. Und dazu trägt bei - Gott sei's geklagt
-, daß man die Beichte einschränkt und abschafft und als Ersatz
die Bußandacht propagiert. Da wirken wie Keulenschläge die letzten
Worte, die Maria am 13. Oktober 1917 in Fatima sprach: „Die Menschen müssen
sich bessern; sie sollen um Vergebung ihrer Sünden flehen." - „Sie
sollen unsern Herrn doch nicht mehr beleidigen, den sie schon zu viel gekränkt
haben." Man sollte endlich aufhören, das alles mit dem Wort Privatoffenbarung
abzutun. Was hier gesagt wird, ist nichts anderes als ein Kommentar der
großen allgemeinen Offenbarung Gottes, die wesentlich abzielt auf
die Metanoia, auf Abkehr von der Sünde, Sinnesänderung und totale
Hinwendung zu Gott.
Und nun zur letzten
Gedankenreihe. Sie lautet Sühne, Leiden und Opfer, wiederum Begriffe,
die man völlig entwertet hat und durch die man sich frustriert glaubt.
Es
gehört zur Teufelstücke
dieser Zeit, wie man diese urbiblischen Gegebenheiten wie Sühne und
Opfer zugedeckt hat durch einen Schwall von Schlagwörtern wie Spontanität
und Kreativität, um das Christliche in der weltlichen Welt angeblich
effizient zu machen. Wie rührend kindlich und ergreifend wirken hier
die Worte, mit denen sich die neunjährige Jacinta vom todkranken elfjährigen
Bruder Francisco für diese Welt verabschiedet: „Sag unserem Heiland
sehr viele Grüße und auch Unserer Lieben Frau. Sag ihnen, daß
ich alles für die Sünder leiden will, was sie wünschen,
um dem Unbefleckten Herzen Maria genugzutun." Seltsame Weisheit und Opferkraft
eines Kindes, das
die Neunmalklugen dieser Welt beschämt.
Bei der 50-Jahr-Feier
von Fatima habe ich ein Wort gesprochen, zu dem ich heute erst recht stehe
und das ich hier wiederholen muß: „Wenn
ich weiß, daß die Erde vernichtet werden kann oder daß
mehrere Nationen vernichtet werden - und das ist heute mit den modernen
Waffen durchaus möglich - und wenn ich andererseits ebenso gewiß
bin, daß dies durch Gebet und Buße abgewendet werden kann,
dann ist es doch meine heiligste Pflicht, diese rettenden Mittel einzusetzen.
Und wenn ich dies unterlasse, mache ich mich mitschuldig an der Vernichtung
dieser Völker. Die Unterlassung von Gebet und Buße ist - ich
sage dies in allem Ernst - ein Verbrechen an der Menschheit."
Das war vor zehn Jahren. Hat das etwas geholfen? Gottes Langmut ist unbegreiflich.
(aus: Fatima. Bischof
Graber deutet die Botschaft, hrsg. vom Institutum Marianum Regensburg e.
V., Würzburg 1987)
(Quelle: "Bote
von Fatima", Juni-2011, S. 72, Regensburg)
Die
Botschaft von Fatima
gedeutet
von Bischof Dr. Rudolf Graber (+)
Die
Verehrung des unbefleckten Herzens Mariens
Gebet und Sühne
müssen einmünden in die Weihe an Gott durch das Unbefleckte Herz
Mariens. Schon bei der zweiten Erscheinung am 13. Juni 1917 gab die Gottesmutter
den Grund an, warum Lucia noch „länger hier unten" bleiben muß,
während Francisco und Jacinta bald in den Himmel kommen. Jesus will
durch Lucia „die Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariens in der Welt
begründen". Hier ist ein Punkt, wo der moderne Mensch besonders in
unseren Breiten abschaltet. Er kann mit dem Herzen in diesem Zusammenhang
nichts anfangen, obwohl er jeden Brief mit herzlichem Gruß schließt.
Wir kommen jedoch der Sache schon etwas näher, wenn wir das Herz als
Gegenpol gegenüber der reinen ratio, dem kalten Verstand, nehmen.
Damit stehen wir wieder mitten in der heutigen Krisis des Menschen überhaupt.
In unser aller Leben
ist der Dämon eingebrochen: Alles wird rationalisiert, organisiert,
machbar. Allein der Nutzeffekt entscheidet. Wohin soll das führen?
Das Menschsein selbst ist bedroht.
Und Einstein erklärt:
„Das Problem unserer Tage ist nicht jenes der Atomenergie, sondern das
des menschlichen Herzens." Im Herzen liegt
die Rettung. Das Herz ist hier Symbol für jene andere Welt, die die
eisige Kälte der bloßen ratio aufhebt; Sinnbild für Liebe,
Vertrauen, Güte, Erbarmen, Wärme, Geborgenheit.
Damit stehen wir dicht
vor unserer zweiten These, die wir nur andeuten wollen. Man kann natürlich
gegen die Verehrung des Herzens Maria einwenden: Wozu diese
Duplizität? Warum
genügt nicht die Verehrung des Herzens Jesu, die sich ja auch schon
gegen das rationalistische Aufklärungsalter wandte. Hier muß
man wissen, daß Maria in die Endzeit hineinragt. Das ist das Neue,
was das Zweite Vatikanische Konzil über die Gottesmutter ausgesagt
hat und womit es über die Dogmaverkündigung von 1950 hinausgegangen
ist. Das Konzil erblickt in Maria „Bild und Anbeginn der Kirche, die in
der kommenden Weltzeit zur Vollendung gelangt", und so ist Maria „das Zeichen
der sicheren Hoffnung und des Trostes für das pilgernde Gottesvolk".
Totalhingabe an Gott
durch Maria! Eine Hingabe, die nicht bloß mit den Lippen, sondern
vom ganzen Menschen vollzogen wird und die sich auch im Alltag bewährt.
Also das tun, was wir eigentlich schon längst in der Taufe gelobt,
aber nie ernst genommen haben: dem Teufel zu widersagen und allen seinen
Werken und all seinem Gepränge. Endlich einmal Ernst machen mit der
Taufe. Es gibt keinen Widerspruch zwischen der liturgischen und der marianischen
Bewegung. Wenn man als Historiker sich etwas mit dem geistlich-religiösen
Leben Frankreichs im ausgehenden 16. und 17. Jahrhundert beschäftigt,
ist man erstaunt zu sehen, wie die großen Gestalten des geistlichen
Lebens die Hingabe an Maria ableiten aus dem Taufgelöbnis. So müssen
wir dies alles sehen: Durch Maria zu Jesus.
Die liturgische Kalenderreform
hat das Fest vom Unbefleckten Herzen Mariens, das am 22. August, dem Oktavtag
des Festes Maria Himmelfahrt, gefeiert wurde, auf
den Samstag nach dem
zweiten Sonntag nach Pfingsten gelegt; es folgt damit unmittelbar auf das
Herz-Jesu-Fest. Wenn es auch seinen früheren Rang verloren hat,
so ist es doch wieder
ein Gewinn, daß Herz Jesu und Herz Maria auch zeitlich ganz eng nebeneinander
stehen und aufeinander folgen und so jene Einheit bilden, die in
unseren Familien bisher
schon bildmäßig mit dem Kreuz in der Mitte wahrzunehmen war.
So war es im Grunde
nichts Neues, als Papst Pius XII. gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ein
eigenes Fest vom Unbefleckten Herzen Maria für die ganze Kirche einsetzte.
Viele glaubten damals freilich, daß die Einsetzung dieses Festes
einzig und allein auf die Erscheinungen der Gottesmutter in Fatima 1917
zurückgehe. Das ist, wie gesagt, nur zum Teil richtig. Denn selbst
wenn eine Erscheinung von oben den äußeren Anlaß für
die Einführung eines Festes bildet, so liegt der entscheidende Grund
immer in der Sache selbst, ob die betreffende Andachtsübung gut und
für das christliche Volk nutzbringend ist und ob sie sich mit den
Glaubenslehren der Kirche in Übereinstimmung befindet. So können
wir auch bei der Verehrung des Unbefleckten Herzens Mariens sagen, daß
diese Andachtsübung nicht erst seit Fatima aufgekommen ist, sondern
daß sie sich in ihren theologischen Grundgedanken durch all die Jahrhunderte
zurückverfolgen läßt bis weit in die Anfänge der neutestamentlichen
Offenbarung selbst.
(aus: Fatima. Bischof
Graber deutet die Botschaft, hrsg. vom Institutum Marianum Regensburg e.
V., Würzburg 1987)
(Quelle: "Bote
von Fatima" Juli 2011, S. 84, Regensburg)
Heilige
Jungfrau Maria: die Braut des Heiligen Geistes
Wenn Maria in einer Seele
Wurzel geschlagen hat, wirkt sie Wunder der Gnade, wie nur sie es vermag.
Denn sie allein ist die fruchtbare Jungfrau, die niemals ihresgleichen
an Reinheit und Fruchtbarkeit gehabt hat, noch jemals haben wird.
Maria hat im Verein
mit dem Heiligen Geiste das Größte hervorgebracht, was es je
gegeben hat und geben wird, nämlich den Gott-Menschen Jesus Christus.
Daher wird sie auch die größten Dinge hervorbringen, wenn die
letzten Zeiten kommen werden. Die Bildung und Erziehung der grossen Heiligen,
welche gegen das Ende der Welt auftreten werden, ist ihr vorbehalten. Denn
nur diese einzig wunderbare Jungfrau kann im Verein mit dem Heiligen Geist
diese einzigartigen und außerordentlichen Geschöpfe hervorbringen.
Wenn der Heilige Geist
seine Braut in einer Seele gefunden hat, so fliegt er gleichsam zu ihr
hinab, versenkt sich in diese Seele und teilt ihr seine Gnade reichlich
und zwar in dem Maße mit, als sie seiner Braut Raum gewährt.
Ja, eine der Hauptursachen, warum der Heilige Geist gegenwärtig keine
auffallenden Wunder in den Seelen wirkt, liegt darin, weil er dieselben
nicht innig genug vereinigt findet mit seiner getreuen und unzertrennlichen
Braut, der Allerseligsten Jungfrau Maria.
Quelle:
Heiliger Ludwig-Maria
Grignion de Montfort: "Das Goldene Buch"
Abhandlung von der
Wahren Andacht zur Allerseligsten Jungfrau Maria
Neuntägige
unwiderstehliche Andacht zum Heiligsten Herzen Jesu
1. O mein Jesus, der Du
gesagt hast: “In Wahrheit sage ich euch, bittet, und ihr werdet empfangen,
suchet, und ihr werdet finden, klopfet an, und es wird euch aufgetan werden”;
siehe, ich klopfe an, ich suche und bitte um die Gnade...
Vater unser... Gegrüßt
seist Du, Maria... Ehre sei dem Vater...
Heiligstes Herz Jesu,
ich vertraue und hoffe auf Dich!
2. O mein Jesus, der
Du gesagt hast: “In Wahrheit sage ich euch, was immer ihr in meinem Namen
den Vater bitten werdet, das wird er euch geben”; siehe, ich bitte Deinen
Vater in Deinem Namen um die Gnade...
Vater unser... Gegrüßt
seist Du, Maria... Ehre sei...
Heiligstes Herz Jesu,
ich vertraue und hoffe auf Dich!
3. O mein Jesus, der
Du gesagt hast: “In Wahrheit sage ich euch, Himmel und Erde werden vergehen,
aber meine Worte werden nicht vergehen”; siehe, gestützt auf die Unfehlbarkeit
Deiner heiligen Worte, bitte ich um die Gnade...
Vater unser...Gegrüßt
seist Du, Maria... Ehre sei...
Heiligstes Herz Jesu,
ich vertraue und hoffe auf Dich!
Litanei
zur göttlichen Barmherzigkeit
Herr, erbarme Dich
unser! Christus, erbarme Dich unser!
Herr, erbarme Dich
unser!
Christus, höre
uns! Christus, erhöre uns!
Gott Vater vom Himmel,
erbarme Dich unser!
Gott Sohn, Erlöser
der Welt, erbarme Dich unser!
Gott Heiliger Geist,
erbarme Dich unser!
Heiligste Dreifaltigkeit,
ein einiger Gott, erbarme Dich unser!
Gottes Barmherzigkeit,
du höchste Eigenschaft des Schöpfers, wir vertrauen auf Dich!
Gottes Barmherzigkeit,
du größte Vollkommenheit des Erlösers,
Gottes Barmherzigkeit,
du unendliche Liebe des heiligmachenden Geistes,
Gottes Barmherzigkeit,
du unbegreifliches Geheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit,
Gottes Barmherzigkeit,
du Ausdruck seiner größten Macht,
Gottes Barmherzigkeit,
die du dich in der Erschaffung der himmlischen Geister offenbarst,
Gottes Barmherzigkeit,
die du uns aus dem Nichts ins Sein berufst,
Gottes Barmherzigkeit,
die du die ganze Welt umfassest,
Gottes Barmherzigkeit,
die du uns das unsterbliche Leben spendest,
Gottes Barmherzigkeit,
die du uns vor verdienten Strafen beschützest,
Gottes Barmherzigkeit,
die du uns vom Elend der Sünde befreist,
Gottes Barmherzigkeit,
die du uns im Fleisch gewordenen Worte die Rechtfertigung schenkst,
Gottes Barmherzigkeit,
die du uns aus den Wunden Christi herabfließest,
Gottes Barmherzigkeit,
die du uns aus dem Heiligsten Herzen Jesu quillst,
Gottes Barmherzigkeit,
die du uns die Heilige Jungfrau zur Mutter der Barmherzigkeit gegeben hast,
Gottes Barmherzigkeit,
in göttlichen Geheimnissen geoffenbart,
Gottes Barmherzigkeit,
die du uns mit Gnaden erfüllst,
Gottes Barmherzigkeit,
du Friede der Sterbenden,
Gottes Barmherzigkeit,
du himmlische Freude der Erlösten,
Gottes Barmherzigkeit,
du Abkühlung und Erleichterung der Seelen im Fegfeuer,
Gottes Barmherzigkeit,
du Krone aller Heiligen,
Gottes Barmherzigkeit,
du unerschöpfliche Quelle der Wunder,
O Du Lamm Gottes,
das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr.
O Du Lamm Gottes,
das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr.
O Du Lamm Gottes,
das Du hinwegnimmst die Sünden der Welt, erbarme Dich unser, o Herr.
V.: Die göttliche
Barmherzigkeit steht über allen Seinen Werken.
R.: Darum will ich
die Barmherzigkeit des Herrn in Ewigkeit lobpreisen.
Lasset uns beten:
O Gott, dessen Barmherzigkeit ohne Grenzen, dessen Mitleid unerschöpflich
ist, schaue gnädig herab auf uns und vermehre in uns Deine Barmherzigkeit,
auf daß wir auch in größten Schicksalsschlägen und
Nöten nicht in Verzweiflung fallen, sondern uns immer hoffnungsvoll
Deinem Willen ergeben, der voller Barmherzigkeit ist. Durch unseren Herrn
Jesus Christus, den König der Barmherzigkeit, der uns mit Dir und
dem Heiligen Geiste Barmherzigkeit erweist von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
“Der
Goldene Pfeil”
Sühnegebet
Der göttliche
Heiland sagte einst zur gottseligen Schwester Maria vom heiligen Petrus:
“Die Gotteslästerung ist ein vergifteter Pfeil, der mein Herz verwundet.
Ich will dir einen Goldenen Pfeil geben, der die Verunehrungen und Lästerungen
des heiligen Namens Gottes sühnt.” Und der Herr lehrte sie folgendes
Gebet:
Es sei immerdar gelobt,
gepriesen, geliebt, angebetet und verherrlicht der allerhöchste, anbetungswürdige
und unaussprechliche Name Gottes im Himmel, auf Erden und unter der Erde
von allen Geschöpfen, die aus Gottes Hand hervorgegangen sind, und
durch das Allerheiligste Herz unseres Herrn Jesus Christus im Heiligsten
Sakrament des Altars. Amen.
Jesus, Maria und Josef,
ich liebe Euch. Rettet Seelen! Laßt mich Sühne leisten für
alle, die Euere heiligen Namen leichtsinnig oder im Zorn aussprechen.
O Jesus, in Deiner
unendlichen Liebe und Barmherzigkeit erleuchte sie und verzeihe ihnen.
1. O süßester
der Namen all',
die Menschenzungen
nennen,
o Du der Himmel Widerhall,
dem tausend Herzen
brennen;
Dir neigen unsere
Herzen sich;
vor Dir, o Jesus,
ewiglich
der Engel Schar sich
beuget!
2. O Name, der die
Hölle schreckt,
vor dem die Himmel
schweigen,
durch den die Toten
auferweckt
aus ihren Gräbern
steigen;
der von dem Himmel
ward gebracht
und durch den Engel
kund gemacht:
O Jesus, sei gepriesen!
3. O heil'ger Name,
dessen Ruhm
kein Menschenlob erreichet,
vor dessen hohem Heiligtum
die Knie' anbetend
beuget,
was droben Gottes
Thron umschwebt,
auf Erden und da unten
lebt:
O Jesus, sei gepriesen!
4. Ein andrer Name
ist uns nicht
im Erdental gegeben,
der uns gewähret
Trost und Licht
und Heil in unserm
Leben.
Er nimmt dem Tode
seine Qual
und streuet seines
Lichtes Strahl
ins dunkle Reich der
Gräber.
5. Sei, Jesus, meine
Zuversicht,
mein Schild und Siegeszeichen;
sobald die Zunge “Jesus”
spricht,
muß Sünd'
und Hölle weichen;
sei meines Lebens
Licht und Kraft
auf dieser Erde Pilgerschaft,
im Leben und im Tode.
6. Mach, heil'ger Name,
mich bereit,
hier Schmach für
Dich zu leiden,
dann wird mir jede
Bitterkeit
ein Quell von Himmelsfreuden;
ich trage dann mein
Kreuz mit Mut,
bereit, zu opfern
Gut und Blut
für Dich, der
mich erlöste!
Gebet
zum Namen Jesus
Allgütigster
Jesus, schreib Deinen allersüßesten Namen Jesus in mein Herz,
auf daß Jesus
allzeit sei in meinem Munde, in meinem Sinn und in meinem Herzen.
O lieber Name Jesus!
Du süßer Name Jesus!
Sei mein Jesus, wenn
ich wache!
O Jesus, sei mein
Jesus, wenn ich schlafe!
O Jesus, sei mein
Jesus, wenn ich bete!
O Jesus, sei mein
Jesus, wenn ich arbeite!
Sei mein Jesus, wenn
ich angefochten bin!
Sei mein Jesus, wenn
ich in Sünden gefallen bin!
Sei mein Jesus, wenn
ich in Nöten bin!
Sei mein Jesus, wenn
ich in Ängsten bin!
Sei mein Jesus, wenn
ich krank bin!
Sei mein Jesus, wenn
ich in Todesgefahr bin!
Sei mein Jesus, solang
ich lebe!
Sei mein Jesus, wenn
ich sterbe!
O Jesus, sei in meinem
Munde, wenn mein Geist ausfährt, auf daß mein letztes Wort sei:
Jesus! Jesus!
Die
Besuchung des Allerheiligsten Sakramentes
EINE
VIERTELSTUNDE VOR DEM HEILIGSTEN SAKRAMENT
“Besuche mich, mein
liebes Kind, oft im heiligsten Sakramente des Altars. Es ist nicht nötig,
daß du lange da verweilst und viel weißt, um mir wohlgefällig
zu sein: es ist genug, wenn du mich liebst.
Rede in Einfalt mit
mir, als ob du mit deinem vertrautesten Freunde redetest.
Hast du nicht jemanden,
den du mir empfehlen willst? Wie heißen deine Eltern, deine Brüder,
deine Schwestern, deine Freunde? Bei jedem Namen füge bei, was du
willst, das ich für sie tun soll... Fordere viel, sehr viel: ich liebe
die großmütigen Herzen, die sich selbst vergessen um der andern
willen... Nenne mir Arme, denen du helfen möchtest, und Kranke, welche
du hast leiden sehen, Sünder, die du bekehren möchtest, Personen,
welche dir abgeneigt sind, und die du versöhnen möchtest. Für
sie alle sprich ein andächtiges Gebet. Erinnere mich daran, daß
ich versprochen habe, jedes in meinem Namen verrichtete Gebet zu erhören.
Hast du nicht einige
Gnaden, die du gerade für dich erbitten möchtest? Mache eine
lange Liste aller Bedürfnisse deiner Seele und komm, komm und lies
sie mir vor.
Sage mir einfach,
wie sinnlich, stolz, empfindlich, eigenliebig, lieblos, feige und träge
du bist und bitte, daß ich dir helfe in allen Anstrengungen, die
du machst, davon loszukommen.
Armes Kind, scheue
dich nicht: im Himmel sind viele Auserwählte, viele Heilige, die mit
Fehlern behaftet waren wie du. Sie haben zu mir gefleht und nach und nach
dieselben abgelegt.
Ebensowenig auch scheue
dich, leibliche und geistige Güter zu erbitten, Gesundheit, Verstand,
Gedächtnis, Erfolg... Ich kann alles geben und gebe es immer, wenn
es zu deinem ewigen Heile ersprießlich ist. Was willst du jetzt,
mein Kind?... Kenntest du doch mein Verlangen, dir Gutes zu tun! Hast du
jetzt keine Wünsche? Erzähle sie mir ausführlich... Woran
wohl denkst du nun? Was möchtest du? Willst du etwas tun für
deinen Bruder, deine Schwester oder andere? Denkst du auch an mich? Willst
du nicht etwas Gutes tun für die Seelen derjenigen, die du liebst,
und die meiner nicht gedenken?
Sage mir nur, was
dir zumeist am Herzen liegt; welche sind die Mittel, die du anwenden willst?...
Kommst du nicht zum Ziele, so sage es mir, ich will dir dann die Ursache
davon angeben. Wen gedenkst du für dein Unternehmen zu gewinnen?
Ich bin Herr über
die Herzen und lenke sie sanft, wohin ich will... Ich werde dir die zur
Seite stellen, welche dir nötig sind, darüber kannst du ruhig
sein.
Hast du auch Feinde?
O mein Kind, erzähle mir ausführlich deinen Kummer! Wer hat dich
beleidigt, wer deine Eigenliebe verletzt, wer dich verachtet?
Sage mir alles, und
du wirst am Ende verzeihen, alles verzeihen... Und ich werde dich segnen!
Fürchtest du
irgendein Unglück? Hast du eine unbestimmte Besorgnis in deiner Seele,
die zwar unbegründet ist, dich aber quält? Vertraue dich gänzlich
meiner Vorsehung an. Ich bin da, ich sehe alles und werde dich nicht verlassen.
Hast du Leute um dich,
deren Herz dir nicht mehr so zugetan ist wie früher und sich durch
Gleichgültigkeit und Kaltsinn von dir zu entfernen scheint, ohne daß
du ihnen Anlaß gegeben hast? Bete für sie alle zu mir, und ich
werde sie dir dann wieder zuführen, wenn dieses zu deiner Heiligung
dienlich ist.
Hast du nichts Freudiges
mir mitzuteilen? Warum solltest du mich an deinem Glücke nicht teilnehmen
lassen? Sage mir, was seit gestern dein Herz mit Freude erfüllt hat.
War es ein unerwarteter Besuch, der dich erfreut, eine Furcht, die so plötzlich
zerstreut ward, ein Brief, ein Andenken, das du erhalten, eine Prüfung,
die du kräftiger bestanden, als du erwartet hast?
Das alles, mein Kind,
habe ich dir bereitet. Warum solltest du dich dafür nicht dankbar
zeigen und mir sagen: Besten Dank, mein allerliebster Jesus! Dankbarkeit
erzeugt Wohltun, und der Wohltäter hört es gern, wenn man ihn
an seine Wohltaten erinnert.
Hast du mir nicht
ein Versprechen zu machen? Ich lese, wie du weißt, in der Tiefe deiner
Seele. Menschen kann man hintergehen, Gott aber niemals: sei also aufrichtig.
Bist du entschlossen,
jene Gelegenheit, zu sündigen, gänzlich zu meiden, jene Sache
von dir zu entfernen, die dich leicht zum Bösen verleitet, jenes Buch
nicht mehr zu lesen, welches deine Phantasie erregt, und alle Verbindung
mit jener Person aufzugeben, die den Frieden deiner Seele stört? Willst
du alsbald freundlich und liebreich sein gegen alle jene, die dich beleidigt
haben?
Verrichte jetzt die
geistige Kommunion. Sie ist das Wichtigste bei jedem Besuche, den du mir
machst. Sprich also mit Herz und Mund zu mir:
‘Anbetungswürdigster,
hier in dem heiligsten Sakramente gegenwärtiger Heiland, Dich, meinen
besten Vater, meinen größten Wohltäter, meinen liebsten
Freund, liebe ich über alles. Es tut mir herzlich leid, Dich so sehr
beleidigt zu haben. Meine Seele verlangt, Dich zu empfangen. Da ich aber
jetzt nicht würdig bin, Dich wirklich in mein Herz aufzunehmen, so
komme doch geistigerweise mit Deiner Gnade in dasselbe. Vereinige mich
ganz mit Dir und laß nicht zu, daß ich mich je wieder von Dir
trenne.’
Gut, mein Kind...
Gehe jetzt wieder an deine Arbeit, so schweigsam, züchtig, ergeben,
unterwürfig, liebreich, und habe die heilige Jungfrau, meine sowie
deine Mutter, recht lieb...
Und dann komm morgen
und bring mir ein noch ergebeneres und liebevolleres Herz.
Morgen werde ich neue
Gnaden und neuen Segen für dich haben.
Doch meine Liebe zu
dir treibt mich, dir noch eins ganz besonders ans Herz zu legen. Ich wünsche
so sehnlichst, nicht bloß geistigerweise, sondern auch wirklich in
der heiligen Kommunion in deine Seele einzukehren. Erfülle darum mein
Verlangen und komme recht oft zu meinem Tische und iß mein Brot und
trinke den Wein, den ich dir bereitet habe. Laß dich durch nichts
abhalten, komm, so oft es deine Verhältnisse nur gestatten (hierüber
nimm Rat mit deinem Beichtvater) und deine Liebe zu mir dich treibt. Bereue
aufrichtig deine Sünden, und dann empfange mich mit lebendigem Glauben,
fester Hoffnung, mit dankbarer und aufrichtiger Liebe. Wenn du mein Fleisch
ißt und mein Blut trinkst, so werde ich in dir bleiben und dich auferwecken
am Jüngsten Tage.”
Litanei
von der christlichen Demut
Herr, erbarme Dich
meiner!
Jesus, sanft und demütig
von Herzen, höre mich!
Jesus, sanft und demütig
von Herzen, erhöre mich!
Vom Verlangen, geschätzt
zu werden, befreie mich, o Jesus!
Vom Verlangen, reich
zu werden
Vom Verlangen, gesehen
zu werden
Vom Verlangen, gelobt
zu werden
Vom Verlangen, geehrt
zu werden
Vom Verlangen, vorgezogen
zu werden
Vom Verlangen, um
Rat gefragt zu werden
Vom Verlangen, anerkannt
zu werden
Vom Verlangen, geschont
zu werden
Von der Furcht, gedemütigt
zu werden
Von der Furcht, verachtet
zu werden
Von der Furcht, zurückgesetzt
zu werden
Von der Furcht, verleumdet
zu werden
Von der Furcht, vergessen
zu werden
Von der Furcht, verspottet
zu werden
Von der Furcht, geschmäht
zu werden
Von der Furcht, arm
zu werden
O Maria, Du Mutter
aller demütigen Herzen,
bitte für mich!
Heiliger Josef, Beschützer
der demütigen Seelen,
bitte für mich!
Heiliger Erzengel
Michael, der du zuerst die Hoffart niedergeworfen hast, bitte für
mich!
Alle lieben Heiligen,
Muster der Demut, bittet für mich!
GEBET:
O Jesus, der Du als ersten Befehl gesagt hast: “Lernet von mir alle, denn
ich bin sanftmütig und von Herzen demütig”, lehre mich, nach
Deinem Beispiel von Herzen demütig zu sein! Amen.
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