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Wer glaubt, geht der nie endenden Freude entgegen - Predigt in der Karfreitagsliturgie
„Das
Kreuz Christi ist Anlaß zur Hoffnung für alle, und das Paulusjahr
ist eine Gelegenheit der Gnade auch für den, der nicht glaubt und
auf der Suche ist.“ Das bekräftigte heute, am Karfreitag, der Prediger
des päpstlichen Hauses, P. Raniero Cantalamessa OFM Cap., während
der Feier vom Leiden und Sterben Christi im Petersdom.
Sein besonderes Augenmerk widmete der Kapuzinerpater diesmal dem Vorurteil, der Glaube an Gott würde den Menschen daran hindern, das Leben in vollen Zügen zu genießen, weil es nur darum ginge, Leiden auf sich zu nehmen. Anhand mehrerer Aussagen des Völkerapostels Paulus zum Leiden und Tod Jesu Christi zeigte Cantalamessa auf, daß der Sohn Gottes nicht gekommen sei, um zu verkünden, daß man leiden sollte, sondern daß er gekommen sei, um dem menschlichen Leiden „einen Sinn zu geben und sein Ende und seine Überwindung zu verkünden“.
Auch wenn menschliches Leid für alle ein Geheimnis bleibe – „besonders das Leiden der Unschuldigen“ – werde Leiden und Schmerz ohne den Glauben an Gott nur noch „absurder“. Fehle der Glaube, fehle auch „die letzte Hoffnung auf Befreiung“. Deshalb stellte der Prediger fest: „Der Atheismus ist ein Luxus, den sich nur die im Leben Privilegierten erlauben können; diejenigen, die alles gehabt haben, einschließlich der Möglichkeit, sich dem Studium und der Forschung zu widmen.“
P. Cantalamessa betonte in seiner Predigt, daß dank Jesus Christus die Beziehung von Leid und Freude, wie sie in jedem menschlichen Leben vorkämen, eine neue Wendung erfahren habe: Wie auf die Passion die Auferstehung folge, so folge nun auf das Leiden die Freude. Das Leiden sei somit durch Christus zu einem „Werkzeug des Heils“ geworden, zum „Weg zur Auferstehung und zum Leben“. Papst Johannes Pauls II. habe das Leiden auch als eine Art „Kanal“ bezeichnet, „durch den die Heil bringenden Kräfte des Kreuzes Christi der Menschheit angeboten werden“ (vgl. Salvifici doloris, 23).
Einen höchst aktuellen Bezug stellte P. Cantalamessa her, als er auf die Weltwirtschaftskrise einging und nicht an Kritik an den Verantwortlichen sparte: „Die jetzige Weltwirtschaftskrise und deren Ursachen werden endlosen Analysen unterzogen, wer aber wagt es, das Problem von der Wurzel her anzugehen und von der Sünde zu sprechen?“, so fragte er die anwesenden Gläubigen.
Schon der heilige Paulus habe die unersättliche Habsucht einen „Götzendienst“ und die zügellose Gier nach Geld die „Wurzel allen Übels“ genannt. Sollte man ihm da nicht Recht geben? „Warum sind so viele Familien zu Grund und Boden gerichtet, warum sind Heerscharen von Arbeitern arbeitslos, wenn nicht aufgrund der unersättlichen Profitgier einiger weniger? Die Elite des Finanzwesens und der Weltwirtschaft war zu einer verrückt gewordenen Lokomotive geworden, die vorwärts rannte, ohne dabei an den Rest des Zuges zu denken, der in der Ferne auf den Gleisen stillstand. Wir alle waren die Einbahnstraße in die falsche Richtung gefahren.“
Vor den großen Fürbitten der Karfreitags-Liturgie – eine davon gilt denen, die nicht an Gott glauben – verwies der Prediger des päpstlichen Hauses auf die ermutigende Tatsache, daß Gott in der Lage ist, „aus seinen hartnäckigsten Leugnern seine leidenschaftlichsten Zeugen zu machen“. Ein klarer Beweis dafür sei der heilige Paulus gewesen.
„Die
Freude ist es, die … das letzte Wort hat, nicht das Leid, und es handelt
sich um eine Freude, die ewig dauern wird. ‚Wir wissen, daß Christus,
von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr
über ihn‘ (Röm 6,9). Und er wird sie auch nicht mehr über
uns haben.“
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