Eucharistische Erziehung

Eucharistische Erziehung
Zu diesem Thema hielt die selige Edith Stein, deren Heiligsprechung nun doch nicht in ihrer Geburtsstadt Breslau, sondern erst später stattfinden wird, 1930'in Speyer einen Vortrag, den wir hier aus Anlaß des Eucharistischen Weltkongresses in Breslau (v. 25. Mai - 1. Juni) vorlegen. In großer Klarheit und spürbarer Liebe zum eucharistischen Herrn schildert die Selige, wie Christus zum Mittelpunkt unseres Lebens werden kann. In der Einleitung bezog sie sich auf den Eucharistischen Diözesankongreß, der im Juni/Juli 1930 aus Anlaß des 900jährigen Domjubiläums in Speyer stattfand.
Die 1987 seliggesprochene Edith Stein (geb. 1891, vergast in Auschwitz 1942) wirkte als Lehrerin in Speyer, wo sie 1930 den nachstehenden Vortrag hielt:

"Die großartige Ehrung des eucharistischen Heilands in den Kundgebungen dieser Tage und in den vorausgehenden Festwochen - Fronleichnams- und Herz-Jesu-Fest mit ihren Oktaven - soll nicht etwas Einmaliges und Vorübergehendes sein, sondern eine dauernde Wirkung in uns hervorbringen. Darum fragen wir uns in stiller Besinnung: Wie können wir die Liebe zum eucharistischen Heiland in den Herzen anderer entzünden? - das heißt ja eucharistisch erziehen. Man nimmt an, daß wir als Frauen in besonderer Weise an diesem Werk mitarbeiten können und daß wir alle - ungeachtet der Unterschiede unserer Lebensstellung: als Gattin und Mutter, als Ordensfrau, als alleinstehende, beruflich oder freitätige Frau - etwas Gemeinsames dafür mitbringen. Und was könnte das anderes sein als das weibliche Herz mit seinem Verlangen nach schrankenloser, opferfreudiger Hingabe, das gewissermaßen eine natürliche Verwandtschaft mit dem göttlichen Herzen hat, das im Tabernakel für uns schlägt, und darum für die Anregungen dieses göttlichen Herzens besonders empfänglich sein müßte? So wollen wir überlegen, was uns tauglich machen kann zum Werk der eucharistischen Erziehung und wie wir sie leisten können. Ein Grundsatz gilt für uns alle, die wir eucharistisch erziehen wollen: Wir können es nur, wenn wir eucharistisch leben. Zu einem eucharistischen Leben wollen wir andere führen, und das können wir nur, indem wir es ihnen vorleben. So wird unsere erste Frage sein:

Was gehört zu einem eucharistischen Leben?
Eucharistisch leben heißt, die eucharistischen Wahrheiten praktisch wirksam werden lassen. Es sind im wesentlichen drei einfache Glaubenssätze, um die es sich dabei handelt:
1. Der Heiland ist gegenwärtig im Allerheiligsten Sakrament.
2. Er erneuert täglich sein Kreuzesopfer auf dem Altar.
3. Er will jede einzelne Seele sich aufs innigste verbinden in der heiligen Kommunion.

Wir fragen zunächst: Was verlangen die eucharistischen Wahrheiten von uns?
Des Heilands Wonne ist es, unter den Menschenkindern zu sein, und er hat uns versprochen, bei uns zu sein bis ans Ende der Welt. Er hat dieses Versprechen wahrgemacht durch seine sakramentale Gegenwart auf den Altären. Hier wartet er auf uns, und man sollte meinen, daß die Menschen sich drängen müßten zu den geweihten Stätten. Der schlichte Sinn dieser Glaubenswahrheit verlangt es, daß wir hier unsere Heimat haben müßten, uns von hier nur entfernten, soweit unsere Aufgaben es verlangten, und diese Aufgaben sollten wir täglich aus den Händen des eucharistischen Heilands entgegennehmen und das vollbrachte Tagewerk in seine Hände zurücklegen.
Der Heiland ist auf Kalvaria für uns gestorben. Aber es genügt ihm nicht, mit diesem Opfertod ein für allemal für uns das Erlösungswerk zu vollbringen. Er wollte jedem einzelnen die Früchte seiner Tat persönlich zuführen. Darum erneuert er täglich das Opfer auf dem Altar, und jeder, der gläubigen Herzens beiwohnt, der wird im Blut des Lammes reingewaschen und seelisch erneuert. Jedes heilige Meßopfer ist bestimmt, diese Gnadenfülle den Menschen zuzuführen, die es erreichen kann, d.h. denen, die es ermöglichen können, zugegen zu sein und es für sich und andere fruchtbar zu machen. Wer aber zugegen sein kann und es nicht ist, der geht kalten Herzens am Kreuz des Herrn vorbei und tritt seine Gnade mit Füßen. - Der Heiland legt die Gnadenfrüchte des Opfers nicht nur auf dem Altar für uns nieder. Er will zu jedem einzelnen kommen: wie eine Mutter ihr Kind mit seinem Fleisch und Blut uns nähren, in uns selbst eingehen, als Glieder seines Leibes in ihn hineinwachsen. Je öfter die Vereinigung erfolgt, desto stärker und inniger wird sie. Ist es begreiflich, daß jemand sich diesem stärksten göttlichen Liebeserweis entzieht, auch nur einmal weniger zum Tisch des Herrn tritt, als es ihm praktisch möglich ist? - Das also ist es, was der recht verstandene Sinn der eucharistischen Wahrheiten von uns verlangt: den Heiland im Tabernakel aufsuchen, sooft wir können, dem heiligen Opfer beiwohnen, sooft wir können, die heilige Kommunion empfangen, sooft wir können.

Wir fragen nun weiter: Was gibt uns der Heiland im eucharistischen Leben?
Er erwartet uns, um all unsere Lasten auf sich zu nehmen, uns zu trösten, zu helfen als treuester, immer gleichbleibender Freund. Zugleich läßt er uns sein Leben mitleben, besonders wenn wir uns anschließen an die Liturgie und darin sein Leben, Leiden und Sterben, Auferstehung und Himmelfahrt, das Werden und Wachsen seiner Kirche mit erfahren. Dann werden wir aus der Enge unseres Daseins hinausgehoben in die Weite des Gottesreiches; seine Angelegenheiten werden die unseren, immer tiefer werden wir mit dem Herrn verbunden und in ihm mit all den Seinen. Alle Einsamkeit hört auf, und wir sind unanfechtbar geborgen im Zelt des Königs, wandeln in seinem Licht.
Das Leben, das wir selbst führen, können und sollen wir anderen vermitteln. Das geschieht durch Beispiel, Belehrung und Gewöhnung.
Durch Beispiel: Wenn das eucharistische Leben in uns wirksam und spürbar ist als Kraft, Frieden, Freude, Liebe und Hilfsbereitschaft - wenn andererseits deutlich die Eucharistie der Mittelpunkt unseres Lebens und Quell all dieser Ausstrahlung ist -, dann muß es werbende Kraft entfalten.
Durch Belehrung: Eine Einführung in die eucharistischen Wahrheiten ist nötig: die schulmäßige Unterweisung wird durch das ergänzende Wort und die entsprechende Praxis der Mutter und der übrigen Umgebung des Kindes wirksam unterstützt. Das junge Kind zeigt sich besonders empfänglich für die Wahrheiten und ihre Umsetzung in die Tat. Bei größeren Kindern und bei Erwachsenen muß man mit Worten sparsam sein und das Verlangen nach Belehrung abwarten, dazu aber immer bereit und gerüstet sein.
Durch Gewöhnung: Leib und Seele müssen zum eucharistischen Leben geformt werden; je früher, desto empfänglicher ist das Material und leichter die Formung: darum frühe Kommunion. Je öfter, desto stärker die formende Wirkung: Darum möglichst tägliche Kommunion. Das stellt bestimmte Anforderungen an den Körper und bedingt starke Einflüsse auf die tägliche Lebensordnung, zugleich sorgsame Hut der Seele: Entwöhnung von der Sünde, d. h. erhebliche Opfer für den natürlichen Menschen. Das ist auch nicht anders möglich, da der eucharistische Heiland ja der gekreuzigte Heiland ist und das Leben mit ihm eine Teilnahme an seinem Leiden. Er hat der hl. Margarete Maria Alacoque offenbart, wie lieb ihm die Sühne einer Getreuen ist. Aber die vollkommene Weihe an das göttliche Herz ist doch erst dann erreicht, wenn wir in ihm unsere Heimat, unseren täglichen Aufenthalt und den Mittelpunkt unseres Lebens haben, wenn sein Leben unser Leben geworden ist. (ESW XII. 12-125)"
(Quelle: "Bote von Fatima" Juni 1997, S. 84ff., Regensburg)


Gebet um apostolischen Geist
Himmlischer Vater, wir sind getauft mit dem Heiligen Geist. Wir bitten Dich: Verhüte, daß wir jemals den Heiligen Geist in uns auslöschen. Erwecke in uns die Sehnsucht, im Dienste Deiner heiligen Kirche stehen zu dürfen. Schenke uns die Tugend der Treue, daß wir die Hand an den Pflug legen und nicht mehr zurückschauen. Herr Jesus Christus, wir sind Glieder Deiner Kirche. In uns begegnen die Menschen der Kirche. Wir stehen nicht allein für uns. Wir sollen nicht ohne andere zu Dir kommen. Wir sind Hüter unseres Nächsten. Gib uns ein waches Auge für die seelische und leibliche Not des andern. Mache unser Herz in Liebe weit, daß wir nicht ermüden beim Helfen in der Stille. Heiliger Geist, entzünde in uns das Feuer Deiner Liebe! Maria, Braut des Heiligen Geistes, Königin der Apostel, unsere himmlische Mutter:: Segne uns zum apostolischen Dienst für die Kirche Deines Sohnes. Amen.
(Quelle: ebd., S. 85)

Jesus! Maria! Ich liebe Euch!

Seid uns barmherzig! Rettet alle Seelen.Amen.

Oh Herzen der Liebe!
Oh Herzen für immer in Liebe vereint!
Macht mich fähig, Euch beständig zu lieben
und helft mir, daß ich andere lehren kann,
Euch zu lieben.
Oh Jesus nimm mein armes verwundetes Herz
bei Dir auf und gib es mir nicht zurück,
bis ich ein brennendes Feuer Deiner Liebe geworden bin.
Ich weiß, daß ich es nicht wert bin,
bei Dir zu sein,
aber nimm mich bei Dir auf
und heilige mich in den Flammen Deiner Liebe.
Nimm mich bei Dir auf
und verfüge über mich ganz,
wie es Dir in Deiner Güte gefällt,
denn ich gehöre ganz Dir. Amen.

Oh Jesus, reine Liebe, heilige Liebe!
Durchbohre mich mit Deinen Pfeilen
und laß mein Blut in die Wunden
des Unbefleckten Herzens Deiner heiligen Mutter fließen.
Oh Unbeflecktes Herz, Herz der Mutter,
vereinige uns mit dem Heiligsten Herzen Deines Sohnes.
Oh Herzen der Liebe, gebt Leben und Heil,
Herrlichkeit und Liebe. Amen.

Oh Jesus! Oh Maria!
Ihr seid die Herzen der Liebe.
Ich liebe Euch!
Nehmt mich und die ganze Welt in Euch auf.
Euch gehört meine völlige Hingabe!
Amen

Oh Jesus! Oh Maria!
Nehmt mich und die ganze Welt in Euch auf.
Euch gehört meine völlige Hingabe! Amen.



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