.  Bild: Muttergottes von Medjugorje
 Von einem Ende der Welt zum andern, in den Höhen der Himmel, 
in den Tiefen der Abgründe: alle ehren die hl. Jungfrau Maria!
„Durch Maria ist Christus in die Welt gekommen, durch Maria will er auch in der Welt herrschen"
Mariens Demut
Maria war während ihres irdischen Lebens fast völlig unbekannt. In ihrer tiefen Demut hatte sie stets nur das Verlangen, vor aller Welt verborgen zu bleiben. Sie dachte auch nicht über sich selbst nach; Gott allein sollte sie kennen. Gott erhörte ihre Bitten um ein Leben in Verborgenheit, Armut und Niedrigkeit. Er hat darum ihre Empfängnis, ihre Geburt, ihr Leben, ihre Geheimnisse, ihre Auferstehung und Aufnahme in den Himmel fast allen Menschen verborgen. Selbst ihre Eltern wußten nicht um ihre geheimnisvolle Größe. Auch die Engel fragten sich oft: „Wer ist diese?" Der Allerhöchste gewährte nämlich auch ihnen nur teilweise Einblick in Mariens Geheimnisse. Gott Vater ließ es zu, daß sie in ihrem Leben kein Wunder wirkte, wenigstens kein offenkundiges, obwohl er ihr die Macht dazu verliehen hatte. Gott Sohn ließ es zu, daß sie nur selten sprach, obwohl er ihr seine Weisheit mitgeteilt hatte. Gott der Heilige Geist, dessen treue Braut sie doch war, ließ es trotzdem zu, daß seine Apostel und Evangelisten nur ganz wenig von ihr sprachen, nur soviel als notwendig war, um Jesus Christus zu offenbaren.

Mariens Größe
Maria ist das Meisterwerk des Allerhöchsten. Er allein will sie ganz erkennen und besitzen. Maria ist die wunderbare Mutter des Sohnes, der sie über alle Engel und
Menschen schätzte und liebte. Dennoch hielt er sie während ihres Erdenlebens bescheiden und verborgen, um sie in der Demut zu fördern. Maria ist der versiegelte
Quell und die treue Braut des Heiligen Geistes; nur er hat Zutritt zu ihr. Maria ist das Heiligtum und die Ruhestätte der Allerheiligsten Dreifaltigkeit. In ihr wohnt Gott herrlicher als irgendwo anders im Weltall, herrlicher selbst als auf seinem Thron über den Cherubim und Seraphim.
Selbst das reinste Geschöpf bedarf einer besonderen Gnade, um hier einzutreten.
Mit den Heiligen sage ich: Maria ist das irdische Paradies des neuen Adam. In ihr hat Christus durch die Kraft des Heiligen Geistes Fleisch angenommen und unfaßbare Wunder gewirkt. Maria ist die große und herrliche Welt Gottes, voll Schönheit und unsagbaren Reichtums.
In Maria offenbart sich Gottes überströmende Güte. In ihr hat er, wie im eigenen Schoße, seinen eingebornen Sohn verborgen und mit ihm alles, was herrlich und kostbar ist. Welch geheimnisvolle Großtaten hat doch der Allmächtige an diesem wunderbaren Menschenkind vollbracht! Maria muß es trotz ihrer tiefen Demut selbst zugeben: „Großes hat an mir getan, der da mächtig ist."
Die Welt erkennt diese Wunder nicht; sie ist dessen nicht fähig und nicht würdig.

Lobpreis Mariens
Die Heiligen haben Wunderbares von dieser erhabenen Gottesstadt ausgesagt; und sie bekennen selbst, sie seien niemals beredter und froher gewesen, als wenn sie
von ihr sprachen. Laut künden sie: Die Höhe ihrer Verdienste läßt sich nicht erschauen, denn sie erheben sich bis zum Throne Gottes. Die Weite ihrer Liebe läßt sich nicht ermessen, denn sie ist weiter als die Welt. Die Macht, die sie selbst über Gott hat, ist unfaßbar; unerforschlich ist der Abgrund ihrer Demut, ihrer Tugenden und Gnaden.
Von einem Ende der Welt zum andern, in den Höhen der Himmel, in den Tiefen der Abgründe predigt alles und bekennt alles immerdar Maria, die Wunderbare. Die neun Chöre der Engel, Menschen jeden Geschlechtes, Standes, Alters und Bekenntnisses, Gute und Böse, ja selbst die Teufel müssen sie unter der Wucht der Wahrheit selig preisen, ob sie wollen oder nicht. Wie der heilige Bonaventura erklärt, rufen alle Engel im Himmel ihr unaufhörlich zu:

„Heilig, heilig, heilig bist du, Maria, Gottesmutter und Jungfrau!"
und entbieten ihr täglich millionen- und aber millionenmal den Gruß der Engel: „Ave Maria." Sie werfen sich vor ihr nieder und bitten sie um die Gunst eines Auftrages. Der heilige Augustinus sagt, selbst der Engelsfürst Michael brenne darauf, Maria zu ehren und sie von anderen geehrt zu sehen, und harre beständig der Gnade, auf ihr Wort hin einem ihrer Diener zu Hilfe zu eilen.
Die ganze Erde, besonders die Christenheit, ist voll der Herrlichkeit Mariens. Ist sie doch Patronin und Schutzfrau vieler Länder und Gebiete, vieler Bistümer und Städte. Zahlreiche Dome sind auf ihren Namen Gott geweiht. Keine Kirche ohne Marienaltar; kein Land, ja kein Landstrich ohne eines ihrer Gnadenbilder, wo Übel aller Art geheilt und mannigfache Gnadenerweise erlangt werden. Wie viele Bruderschaften und Kongregationen gibt es doch ihr zu Ehren! Wie viele Ordensgemeinschaften tragen ihren Namen und stehen unter ihrem Schutz!
Wie viele Angehörige all dieser Laien- und Ordensgemeinschaften künden Mariens Lob und preisen ihre Barmherzigkeit! Jedes kleine Kind lobt sie, wenn es ein Ave Maria stammelt. Ja, es gibt kaum einen Sünder, der nicht noch in seiner Verstocktheit einen Funken des Vertrauens auf sie bewahrte. Selbst in der Hölle gibt es keinen Teufel, der sie nicht ehrt, indem er sie fürchtet.
(Hl. Ludwig Maria Grignion, Das goldene Buch, in: s.u.)

Gebet
Sei gegrüßt Maria,
Du Mutter unseres Herrn Jesus Christus!
Mutter der Barmherzigkeit,
Du willst allen Lebenden Mutter und Beschützerin sein.
Deinem Ja zu unserem Retter Jesus vertrauen wir
die zerbrechliche Liebe der werdenden Mütter an.
Breite Deinen Schutzmantel über ihre
ungeborenen Kinder aus!
Vertreibe im Namen Jesu allen Ungeist,
mit dem der Widersacher dem Leben
der ungeborenen Kinder entgegentritt.
Schenke Versöhnung,
wo Streit die Geburt von Kindern verhindert,
Vertrauen, wo Angst dem neuen Leben wehrt,
Hilfe, wo Armut den Wunsch nach einem Kind erstickt.
Maria, Du Königin der Familien, bitte für uns!
(Quelle: "Bote von Fatima", Nr. 3/2011, S. 30, Regensburg)


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