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Zielsetzungen der "Charismatischen Erneuerung" (CE)
Quelle: Vertiefungstage der CE Eichstätt in Pfünz mit dem Referenten Christof Hemberger:

Am 1. Januar 1901 weihte Leo XIII.  das Volk Gottes dem Hl. Geist auf die Bitten einer Klosterfrau hin. In Italien passierte zunächst nichts, dafür ziemlich zeitgleich in Texas. In Amerika wurden die Pfingstkirchen gegründet, da die evangel. Kirche keinen Platz für solche Veränderungen fand.
Bei uns in Deutschland hat’s bis zum 2. Vatik. Konzil gedauert. Eine Jugendgruppe erlebt die Ausgießung des Hl. Geistes, nachdem sie täglich füreinander das Veni Creator Spiritus gebetet hatten. 5 Jahre später wuchs diese Gruppe, bzw. die Menschen, die ähnliches durchs Weitersagen erfahren haben auf 22.000 Leute.
Die Geburtsstunde war vor dem Allerheiligsten Sakrament des Altares (Geschichte mit Klosterschwester, die zu einer Geburtstagsfeier wollte - siehe Film)
Was ist charismatisch?
- Erfahrung eines persönlichen Gottes
- Realität der Taufe im Heiligen Geist (Apostelgeschichte 2)
- Ausübung der unterschiedlichen Charismen
- Freie Ausdrucksformen der Spiritualität
- Lobpreis u. Anbetung
- Heilige Schrift als Grundlage des Glaubenslebens
- Mission u. Evangelistation
- Aktive Teilnahme am Leben der Kirche

Umkehr bedeutet auch: sich umdrehen und die Taten Gottes im eigenen Leben betrachten (Gebetskreis, Hauskreis)
Einfache Schritte/Reihenfolge der Evangelisation:
- Der Herr liebt dich
- Sünde trennt von Gott
- Jesus ist gestorben, um die Sünde für jeden zu überwinden
- Das erfordert eine Antwort = Lebensübergabe

Uns in Deutschland fehlt die Gotteserfahrung. Wir delegieren den Glauben.
Gott kennen u. ihn bekannt machen gehört zusammen (Mt. 28)
Evangelisation beginnt im Herzen Gottes, nicht auf Pastoralplänen.
Gott schenkt uns Gaben, er rüstet uns aus. Evangelisation ist keine Pflicht. Pflicht ist es nur dann, wenn Menschenfurcht herrscht, Angst, wenn man meint, aus eigener Kraft etwas tun zu müssen.
Herzenshaltung muss sein: Gott, du darfst wirken!
Darf Gott mich gebrauchen?             - Hier bin ich, sende mich
Immer wieder im Gebet vor Gott eintreten, dass Arbeiter in den Weinberg kommen.
Evangelisation ist zuallererst Leben im Alltag. Von was ist mein Alltag geprägt (Stress, Unfreundlichkeit, Sorge, Nervosität…?)?
Bei der Evangelisation bekehren wir keine Menschen - wir öffnen Gott die Türen - dann hat Gott die Möglichkeit, in diesen Menschen rein zu kommen.
Frere Rogér: “Gott ruft nicht die Begabten, sondern er begabt die Berufenen.”
Ein Zeugnis ist viel wichtiger u. beeindruckender als eine Predigt von oben. Wenn wir predigen, sind wir Gutachter. Wir sollen aber keine Gutachter, sondern Zeugen sein. Also: immer wieder Zeugnisse miteinbauen
Wichtig sind die Menschen um mich rum (vgl. Pfarrzellensystem):
Bill Hybels sagt: leb normal mit diesen Menschen
Normal heißt in diesem Zusammenhang, normal vom christlichen Glauben geprägt, was in unserer Welt eher unnormal ist, allein dadurch fallen wir schon auf
- halte nicht zurück, dass du einen lebendigen Glauben hast, sonst wird es später umso schwieriger, ihn zu erwähnen
Jesus hat immer angefangen, Beziehungen zu schaffen. Dann haben die Menschen sich geöffnet für sein Wort. Ohne Herzensbeziehungen zu den uns Anvertrauten geht gar nichts.
Man kann die Menschen in unserer Umgebung in drei Sorten einteilen:
1. Menschen, die wir kennen
2. Menschen, die wir früher kannten (alte Freundschaften, Beziehungen…)
3. Menschen, die du noch nicht kennst (wo kann ich neue Menschen kennen lernen?)
Zu diesen drei Gruppen Beziehungen schaffen.

Wie können unserer Gebetskreise/Gruppen evangelistisch sein?
- Leben wir unsere Identität, katholisch-charismatisch, - oder nur katholisch, oder nur charismatisch?
- ist unser Programm so angelegt, daß die Entscheidung für Jesus immer wieder möglich wird?
- eine bewußte Hingabe an Gott immer wieder möglich machen
- Salz und Licht im Alltag sein
- Leben aus der Kraft des Hl. Geistes
- der Mensch als Ganzes soll im Gebetskreis im Mittelpunkt sein
- die Gaben des Hl. Geistes gebrauchen (Prophetie, Erkenntnis, Sprachengebet…)
- Zeit des Hörens (1-2 Minuten) geben, damit solche Eindrücke entstehen können, sollen wir diesem Eindruck nachgehen, Gabe der Unterscheidung…
- Gebetskreis soll geistliche Heimat für jeden einzelnen werden
- Nahrung soll angeboten werden (Lehre, Lobpreis, Anbetung, Gaben..)
- ein evangelistischer Gebetskreis muss eine klare Leitung u. Linie haben, wo die Richtung vorgegeben wird

Weltweit wurde in allen christlichen Gruppierungen/Kirchen eine Untersuchung in Hamburg gemacht, mit dem Ziel, Kennzeichen des Wachstums in Gemeinden zu finden. Hier das Ergebnis:
- zielorientierte Leitung
- gabenorientierte Mitarbeiter
- inspirierende Treffen (Gottesdienste) = es spricht mich persönlich an
- ganzheitliche Kleingruppen = der ganze Mensch wird wahrgenommen
- bedürfnisorientierte Evangelisation
- Liebe zu den Menschen, liebevolle Beziehungen
- zweckdienliche Strukturen

Tip: Gabentest in der Gruppe machen (Buch: “Die drei Farben deiner Gaben”
Wachstumsfördernd ist, wenn man die Leitung teilt, ein Lobpreisteam entwickelt, schaut, wo sich der einzelne einbringen kann.

Praktische Tipps zum Ablauf eines Gebetskreises:
- die Mitglieder sollen immer wieder erfahren können, dass es gemeinsam leichter geht und dass der Glaube im Gebetskreis gestärkt wird
- immer wieder bewußt fragen: Gibt’s Anliegen?
- Wer hat was erlebt mit Gott? Zeugnisse = ganzheitliche Kleingruppe
- prophetisches Beten (Sprachengebet: einer ist in der Mitte)
- halbjährliche Freizeitaktivität
- Möglichkeiten zur konstruktiven Kritik, zu Lob, Aufbau, Ermutigung, Ermahnung
Hinweise zur Lobpreiszeit:
- die Lobpreiszeit ist Begegnung mit Gott, kein Wunschkonzert - so wie ich bin, darf ich da sein, auch wenn meine Stimmung nicht oben ist - wir wollen uns öffnen für Gott, so wie wir sind!               Motto: Weg von uns - hin zu Gott
- kreativ sein (Skizze, Rollenspiel, Witz, Geschichte..) sich immer wieder was Neues einfallen lassen
- Blickfang (Kerze, Kreuz)
- Hände sollen frei sein
- keine Unterbrechungen (die Lieder sollen vorbereitet sein)
- immer wieder den Sinn von Lobpreis erklären: wir wollen uns durch die Liedtexte auf Gottes Gegenwart einlassen und ihn um seiner selbst willen loben

Gebet im Gebetskreis:
- Segen        - Lobpreis     - Dank        - Anbetung           - Fürbitte
- Wir lernen vom Vorbild anderer
- wenn ich krank bin, tut es mir gut, wenn für mich gebetet wird
- bei Neuankömmlingen ist es hilfreich, eine Gebetskette zu bilden beim freien Gebet: bei Händedruck betet der jeweilige laut oder leise und signalisiert durch den Händedruck an den Nachbarn, dass er fertig ist und dieser jetzt dran ist
- die Anliegen der einzelnen ernst nehmen und auch Zeit dafür geben
- Geburtstagsgebet: einmal im Jahr kommt jeder dran, für ihn speziell wird dann um ein gutes Jahr gebetet
- immer wieder zu freiem Gebet motivieren
- Sprachengebet
- Bibelgebet (mit den Worten der Bibel beten)
- Segnungsteam (z. B. Zweier-Gruppen, für jeden wird gebetet)
- Abschluß-Segensgebet, damit jeder weiß, daß es jetzt offiziell aus ist

Praktisches zum Schriftgespräch/Bibellese:
- das Ziel ist, die Bibel und den Willen Gottes für mein Leben besser zu verstehen
- Meditation, hören
- sich in biblische Personen reinversetzen
- Bibelauslegung durch Leiter
- Bibelteilen
- alle müssen eigene Bibel haben
- Frage vorher klären: wer liest vor?
- Bibelgespräch vorbereiten: welche Inhalte u. Ziele soll das Gespräch haben?
- Gespräch im Plenum oder in Kleingruppen
- was spricht Gott da durch die Bibel? Wie ist Gottes Charakter da? Durch was ermutigt er mich?
- Zum Schluss die Frage stellen: Was soll sich heute nach dem Gespräch (auch nach einem Lehrthema) ändern?

Praktisches zur Lehre im Gebetskreis:
- Sitzordnung beachten, Blickkontakt zum einzelnen haben
- Ablenkungsfaktoren ausschalten
- Überlegen: Muss ich was erklären? (wenn neue Leute da sind)
- es geht immer darum, dass wir Gott begegnen und verändert nach Hause gehen
- Frage: welche Art der Ermutigung brauchen die Leute vor Ort?
- auch mal anderen Referenten einladen
- mit DVD/Buch arbeiten (z. B. jeder bereitet Kapitel vor), dabei immer beachten: Was brauchen die Menschen? Danach Thema, Titel aussuchen
- kurz u. kreativ lehren (die wichtigsten Punkte wiederholen)
- der Gebetskreis soll keine Häufung von frommen Dingen werden, sondern zur geistigen Heimat werden
- Bekehrung u. Wachstum gehören zusammen

Wirkungsvolle Werkzeuge für Evangelisation:
- Gegenwart und die Kraft des Hl. Geistes (vorher immer dafür beten!)
- Fürbitte (Fürbitte der einzelnen, Fürbitte der Heiligen, Fürbitte durch Maria)
- Charismen (sind Zeugnisse der Größe und Allmacht Gottes)
- Zeugnis geben
- Einheit unter den Christen, innerhalb der Gruppe (der Widersacher versucht immer zuerst die Einheit zu zerstören!)
- Identität (katholisch-charismatisch) klar leben!, sonst wird unser Profil unscharf


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