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Vorstellung einer sehr empfehlenswerten Zeitschrift: Leseprobe
Die
Armen Seelen bedürfen täglich unseres Gebetes!
Am
1. November gedenken wir der Armen Seelen ganz besonders! Warum ist es
so wichtig, für die Armen Seelen zu beten, für sie eine Kerze
im stillen Gebet anzuzünden und sie bei unserer Zwiesprache mit Gott
täglich zu erwähnen?
Wer
in der Gnade und Freundschaft Gottes stirbt, aber noch nicht vollkommen
geläutert ist, ist zwar seines ewigen Heiles sicher, macht aber nach
dem Tod eine Läuterung durch, um die Heiligkeit zu erlangen, die notwendig
ist, in die Freude des Himmels eingehen zu können.
Die
Kirche nennt diese abschließende Läuterung der Auserwählten,
die von der Bestrafung der Verdammten völlig verschieden ist, Fegefeuer.
(KKK 1030-1031)
Worin
besteht nun das Wesen und der Zustand der Armen Seelen im Fegefeuer?
Die
heilige Catharina von Genua, sie wird auch die Theologin des Fegfeuers
genannt, gibt dazu folgende Erklärungen: Im ersten persönlichen
Gericht Gottes erkennt die Seele einerseits die unendliche Güte Gottes,
seine strenge Gerechtigkeit, seine Heiligkeit, andererseits sieht sich
die Seele nicht würdig, vor Gott zu erscheinen. Die im Erdenleben
begangenen Sünden sind zwar vergeben, aber sie haben in der Seele
Wunden zurückgelassen. "Rostflecken" gleichsam, die aus der Seele
herausgebrannt werden müssen. Die Sehnsucht nach Gott, aber die Verzögerung
zur Vereinigung mit Gott, lassen in der Seele eine Art Feuer entstehen.
Dieses Feuer reinigt und läutert die Seele von allem "Rost der Sünde".
Das
Leiden der Armen Seelen ist unsagbar. Sie wissen, daß sie etwas an
sich haben, das Gott mißfällt. Sie sehnen sich nach der Anschauung
Gottes, wissen, daß Gott sie bei sich haben möchte, erkennen
aber, daß sie aus eigener Schuld die Verzögerung herbeigerufen
haben.
In
der Sicht der hl. Catharina von Genua wird die schmerzliche Pein der Seelen
im Fegfeuer immer stärker und stärker, je mehr es der Befreiung
aus dem Fegfeuer entgegengeht: Die immer mehr wachsende Sehnsucht nach
Gott verstärkt den Schmerz über die Verzögerung der Anschauung
Gottes.
Zusammen mit der schmerzvollen Pein der Trennung von der Anschauung Gottes, gibt es für die Armen Seelen auch große Freuden: Die Armen Seelen haben eine große Gottesliebe. Diese Liebe bewirkt eine Umgestaltung der Seele, die immer mehr Gott ähnlich wird. Diese Liebe bewirkt eine völlige Ergebung in den Willen Gottes. Diese Liebe befreit die Seele von jedem Egoismus. Diese Liebe vernichtet alles in der Seele, was noch unvollkommen ist. In dieser Liebe erträgt die Seele auch die stärkste Pein des Fegfeuers mit Freude.
Gibt es Arme-Seelen-Erscheinungen?
Im
Laufe der Jahrhunderte hatten viele heiligmäßige und begnadete
Menschen Erscheinungen von Armen Seelen. Bei Selig- und Heiligsprechungen
sind viele Seelen-Erscheinungen als glaubwürdig anerkannt worden.
Alle
diese Erscheinungen, die nur durch die Gnade und Zulassung Gottes gestattet
sind, haben ein Ziel: Die Verstorbenen bitten um unser Gebet und suchen
eine bleibende Gebetsverbindung mit uns. Die Verstorbenen teilen uns mit,
daß wir auch über den Tod hinaus in Liebe miteinander verbunden
bleiben. So wie wir den Verstorbenen helfen können, so können
auch wir die "Armen Seelen" um Hilfe bitten. Da die Seelen im Fegfeuer
ja der göttlichen Gnade teilhaftig sind, so dürfen sie auch uns
helfen.
Wie
helfen wir den Armen Seelen am meisten?
Die
größte Hilfe für die Armen Seelen ist die Aufopferung der
heiligen Messe. In der Aufopferung der heiligen Messe erhalten die Armen
Seelen Anteil am Leiden Christi. Es gibt nichts Größeres und
Wertvolleres auf Erden als das heilige Meßopfer, bei dem Jesu heiliges
Blut fließt. Dieses Kostbare Blut Jesu ist der größte
Trost und Segen für die Armen Seelen. Das Kostbare Blut wäscht
die Sündenschuld und tilgt die Sündenstrafen, es reinigt und
vollendet die Seelen. Nach den Worten von
Pfarrer Weigl ist diese Aufopferung am wirksamsten, wenn wir uns mit Maria
zu Füßen des Kreuzes vereinen und sie kindlich bitten, sie möge
mit ihren mütterlichen Händen das Erlöserblut ihres Sohnes
über alle leidenden Seelen im Fegfeuer ausgießen, besonders
auch über unsere Angehörigen, die dort noch leiden müssen.
Vergessen wir doch dies keinen einzigen Tag! Sie gehören immer zu
uns.
Weitere
Hilfen für die Armen Seelen sind persönliche Opfer, Almosen,
bestimmte Gebete und das Sprengen von Weihwasser. Das Weihwasser ist von
großem Segen für unsere Verstorbenen. In ihrem Tagebuch berichtet
Eugenie von der Leyen immer wieder, wie die Armen Seelen Trost und Kühlung
bei der Besprengung mit Weihwasser empfanden. "Mit
himmlischem Tau erquicke deine Seele Gott der Vater, der Sohn und der Heilige
Geist. Amen." (Gebet beim Besprengen des Sarges
mit Weihwasser in der Beerdigungsliturgie)
Nützen
wir die Vollablässe die zu bestimmten Zeiten und Anlässen zu
gewinnen sind, wenden wir diese Ablässe den Armen Seelen zu. Vom l.
bis 8. November kann täglich ein Vollablaß gewonnen werden,
wenn wir einen Friedhof besuchen, dort für die Verstorbenen beten
und gebeichtet und kommuniziert haben.
Die
Kirche hat uns eine Vielzahl von Gebeten gegeben, die direkte Hilfen für
die Armen Seelen sind. Trostreich ist der Schmerzhafte Rosenkranz, das
Gebet zu den heiligen Wunden Jesu, der Rosenkranz zum Kostbaren Blut, Novenen
für die Armen Seelen und Gebete für die Sterbenden, die bald
vor Gottes Richterthron stehen werden.
Wer
den Armen Seelen etwas ganz besonders Gutes und Liebes schenken will, der
soll den heldenmütigen Liebesakt erwecken, wie er von Papst Pius IX.
empfohlen wurde:
"Himmlischer
Vater! In Vereinigung mit den Verdiensten Jesu und Mariens opfere ich Dir
für die Armen Seelen im Fegfeuer alle Sühne- und Genugtuungswerte
meines ganzen Lebens auf, sowie auch alle, die nach meinem Tod für
mich aufgeopfert werden. Ich lege sie in die Hände der Unbefleckten
Jungfrau Maria; sie möge dieselben jenen Seelen zuwenden, die sie
nach ihrer Weisheit und mütterlichen Liebe zuerst aus dem Fegfeuer
befreien will. Himmlischer Vater, nimm dieses Opfer gnädig an und
laß mich dafür täglich in Deiner Gnade wachsen. Amen."
Die
Armen Seelen sind dankbar. Für sich selbst können sie nichts
mehr tun, aber für ihre Helfer werden sie alles tun. Im Fegfeuer herrscht
die Liebe. Darum belohnt der Heiland auch jede Liebe, die wir den Armen
Seelen schenken. Nehmen wir voll Vertrauen unsere Zuflucht zu ihnen, sie
sind eine fürbittende Großmacht für uns.
(Quelle:
"Der Gefährte" 4/2006, S. 11f, Bestellen sie sich diese informative
Zeitschrift beim Mediatrix-Verlag)