Anna-Schäffer-Gebetstag am 26. Juli 2010
Diözesanbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, Regensburg

Als gläubige Christen aufschauen zum gekreuzigten Herrn
Trotz ungünstiger Witterung fanden sich am Abend des 26. Juli 2010 wieder ca. 6000 Gläubige in  Mindelstetten ein, um zusammen mit Diözesanbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller am Grab der seligen Anna Schäffer um deren Heiligsprechung zu beten. Unter den zahlreichen Konzelebranten am Altar waren auch vier Neupriester, die am Schluß des Gottesdienstes den Primizsegen spendeten. Leider begann es während des festlichen Gottesdienstes mehrmals stark zu regnen, dennoch hielten die Verehrer der seligen Anna der Nässe geduldig stand und lauschten aufmerksam den Worten des Bischofs. Anna Schäffer habe ihr Leiden auf sich genommen und mit Christus verbunden, um so ihr eigenes Herz, aber auch die Herzen von uns allen im Blick auf den Gekreuzigten zu öffnen. Gerade dort, wo Menschen in ihrem Denken und Tun Christus nachfolgten und bereit seien, aus dem Geiste Jesu Leid anzunehmen, ereigne sich in einem ganz tiefen Sinn Kirche. Der Mensch könne sich nicht selbst erlösen, darum sollten wir nicht den „Schalmeienklängen großer Rhetorik" folgen, sondern Christus, der demütig unter uns sei und am Altar sein Opfer für uns gegenwärtig mache. In der gegenwärtigen Stunde sei eine innere Erneuerung unseres Glaubens, unserer Hoffnung und Liebe angesagt. Bischof Gerhard Ludwig verwies dabei auf das tägliche Morgen-, Tisch- und Abendgebet, auf die Hochachtung der kirchlichen Sakramente, vor allem der Eucharistie, der Buße und der Krankensalbung. Schließlich ermutigte er alle Gläubigen zur Sorge und zum Gebet um geistliche Berufungen. Niemand dürfe zögern oder ängstlich sein, wenn der Ruf Christi an ihn ergehe, sondern mit vollem Herzen solle er sich ihm zur Verfügung stellen. Als missionarische Kirche in der Sendung Jesu dürften wir Christen uns nicht furchtsam zurückziehen, sondern als Volkskirche seien wir „Kirche Gottes für das ganze Volk, für alle Menschen, die Gott nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat und deren Ursprung und Ziel er ist". Durch die Fürbitte und das Beispiel der seligen Anna gestärkt, könnten wir mutig den Weg in die Zukunft gehen. „Wir sind nicht Kirche auf dem Rückzug, sondern wir gehen als Kirche voran" so ermutigte der Bischof am Schluß die Gläubigen. Gerne dokumentieren
wir mit seiner freundlichen Erlaubnis an dieser Stelle für unsere Leser den Wortlaut seiner Predigt.

Liebe Schwestern und Brüder im gemeinsamen christlichen Glauben!
Heute haben sich viele tausend Menschen hier in Mindelstetten versammelt und blicken voll Bewunderung auf die selige Anna Schäffer, die ihr Leiden so geduldig ertragen hat. Schon in jugendlichen Jahren wurden ihr durch ein Unglück die Beine so furchtbar verbrannt, daß sie ihr ganzes Leben - wie wir heute sagen würden - behindert und auf Pflege angewiesen war und furchtbare körperliche und seelischen Schmerzen ertragen mußte. All das galt es innerlich zu tragen und zu überwinden.
Dieses Beispiel ist auch eine Anfrage an uns: Wie stehe ich in einer derartigen Situation zum eigenen schweren Schicksal? In einer Empörung gegen Gott? In innerer Verzweiflung? Im Hadern mit dem Schicksal? Oder schaue ich als gläubiger Christ auf Jesus Christus am Kreuz, der für mich gelitten und meine Schmerzen getragen hat? Bevor wir überhaupt zum Leben gekommen sind, ist er schon unseren Tod gestorben und hat so die Liebe Gottes auch in das äußerste Leiden, in das Sterben, in den Tod hineingetragen. In seiner glorreichen Auferstehung hat er uns den Sieg verheißen und zugesprochen, Leiden, Schmerz und Tod zu überwinden. „Mit dem Tod ist alles aus", so sagen die Ungläubigen. Wir Christen hingegen glauben, daß das Endschicksal des Menschen nicht im Verderben, in einem Fall ins Nichts hinein besteht, sondern in der Vollendung beim lebendigen Gott. In diesem Sinn hat Anna Schäffer das Leiden auf sich genommen und es mit Jesus Christus verbunden. Sie hat es aufgeopfert, um so ihr eigenes Herz und unser aller Herzen zu öffnen im Hinblick auf Christus am Kreuz, im Hinblick auf seine Heil bringenden Wunden. Durch ihr Gebetsapostolat und ihren guten Rat hat sie vielen Menschen geholfen, Christus zu finden. Es hat ihr nicht genügt, nur äußerlich an Gottes Existenz zu glauben. Vielmehr hat sie ihr ganzes Herz dem lebendigen Gott geschenkt, hat ihn über alles geliebt und den Nächsten so angenommen, wie wir uns selber aus der Hand Gottes annehmen dürfen.
In diesen Tagen besuchte ich in Straubing anläßlich der 125-Jahr-Feier das dortige Bischöfliche Studienseminar, das mittlerweile zu einem Haus der Katholischen Jugendfürsorge umgewidmet worden ist. Dort kümmert man sich in besonderer Weise um Junge Menschen, die körperlich und geistig behindert sind. Es sind junge Menschen, die körperlich entstellt sind, seelisch leiden und ihre geistigen Kräfte oft nur schwer gebrauchen können. Ich konnte selbst erleben, wie es durch das Mühen des Personals gelingen kann, daß diese jungen Menschen durch ihr sportliches und gesangliches Auftreten die Herzen der Menschen erfreuen können und ihre körperlichen und geistigen Kräfte - soweit das eben möglich ist - entfaltet wurden. So gewinnen sie ein Gefühl für ihre Würde als Geschöpfe Gottes, als seine innig geliebten Kinder, deren Leben nicht sinnlos ist.
Es mag auch dem Gebet der seligen Anna Schäffer und der vielen Heiligen zu verdanken sein, daß die Menschen in schwierigen Situationen wieder neu Mut schöpfen und durch den Blick auf den gekreuzigten Herrn die Kraft finden, sich für die Mitmenschen einzusetzen. Hier ereignet sich in einem ganz tiefen Sinne des Wortes Kirche, die nicht in erster Linie dort zu finden ist, wo in den Medien über sie berichtet wird. In den vergangenen Monaten war viel von ihren Schattenseiten und dem Versagen einiger ihrer Amtsträger die Rede. Wir wissen vielmehr, daß die Kirche überall dort lebt, wo die Menschen in ihrem Herzen, im Denken und Tun Christus nachfolgen. Sie ist da in der Übernahme des Leidens aus dem Geiste Jesu Christi, aber auch in der Bereitschaft, im Auftrag Jesu Christi für andere einzutreten und die Liebe Gottes sichtbar zu machen in unserem so kurzen und oft auch schmerzerfüllten endlichen Leben. Bei einem Blick in unsere Welt sehen wir Leiden und Sterben, Unfälle und Katastrophen mit vielen Toten. In diesen Tagen sind bei einer Massenveranstaltung viele Menschen umgekommen. Sie wurden ereilt von einem plötzlichen Tod, einem jähen Ende ihres kurzen irdischen Daseins. Wie bewältigen wir die Kontingenz, die Erfahrung, daß unser menschliches Dasein endlich ist? Wie gehen wir um mit der Tatsache, daß der Tod unweigerlich auf jeden von uns zukommt? Wir sind sterbliche Menschen und jede Sekunde kann der Tod auch an unsere Tür klopfen. In jeder Stunde kann uns ein Unglück heimsuchen, können uns die liebsten Menschen entrissen werden. Es gibt keine Garantie für ein langes Leben. Wie viele Menschen müssen schon als Kinder und Jugendliche Abschied nehmen von dieser Erde! Wie viel Krankheit, Leiden, Tod und Unglück gibt es in dieser Welt!
Der Materialismus, der uns einen ungebremsten Lebensgenuß als Lösung anbietet, führt letztlich nicht weiter. Wir Christen lassen uns nicht von der Behauptung betören, diese vergängliche und sterbliche Welt könne das Herz des Menschen erfüllen und das wahre Glück schenken. Der christliche Glaube, der gegründet ist auf den gekreuzigten und auferstandenen Herrn, auf Gott selber, der unsere Leiden getragen hat, ist die Heilsbotschaft für die Menschen aller Zeiten! Auch für uns heute! Das ist die Botschaft, die vom Beispiel der Heiligen ausgeht, die ihr Schicksal aus Gottes Hand angenommen und alles in Leben und Sterben auf ihn gesetzt haben. „Keine Lust ist in der Welt, die mein Herz zufrieden stellt. Deine Liebe, Herr, allein kann mein ganzes Herz erfreun."
Das Beispiel der seligen Anna Schäffer und aller Heiligen soll uns leiten, nicht nur an die Existenz Gottes zu glauben, sondern unser ganzes Leben in die Nachfolge Christi zu stellen. „Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein" (Lk 14,27). Der Weg in die Zukunft führt nicht über eine Distanzierung oder gar Verabschiedung von der Kirche. Die Gedankengänge des Neuheidentums und aggressiven Neoatheismus, die Kirche betrüge die Menschen und bringe sie durch die Vertröstung auf ein imaginäres Jenseits um ihr irdischen Lebensglück, sind keine Bausteine für eine gelingende Zukunft. Diese Irrlehren blenden bewußt aus, daß der Mensch ein Pilger ist, der der Führung durch das Wort Gottes bedarf. Wir alle - auch diejenigen, die in der Verkündigung stehen und von Christus als Lehrer und Hirten seiner Kirche bestellt wurden - brauchen die Führung durch das Wort Gottes. Wir alle gehen den gemeinsamen Pilgerweg. In Gott haben wir unseren Ursprung, allein in ihm finden wir unsere Vollendung. Darum dürfen wir in Kreuz und Leiden, aber auch in den frohen Tagen unseres irdischen Lebensweges unser ganzes Vertrauen auf IHN setzen, der uns Menschen nicht allein läßt, sondern uns in seinem Sohn Jesus Christus entgegengekommen ist.
Das ewige Wort wurde Mensch, begann seinen irdischen Lebensweg als kleines wehrloses Kind, dem Herodes aus Angst vor dem Verlust von vergänglicher Macht und Pracht nach dem Leben trachtete. Er war seinen irdischen Eltern gehorsam und zog mit ihnen hinauf zum Tempel nach Jerusalem. Dort offenbarte er sich der Welt als Sohn des himmlischen Vaters: „Wußtet ihr nicht, daß ich in dem sein muß, was meinem Vater gehört?" (Lk 2,48). In dessen Auftrag und Sendung war er unermüdlich unterwegs, um das Reich Gottes zu verkünden. Er ist nicht in irdischer Macht und Herrlichkeit erschienen, sondern auf den staubigen Straßen Palästinas zu den kranken und behinderten,
zu den ausgestoßenen und gering geschätzten Menschen gegangen, hat sie geheilt und ihnen die Nähe Gottes erfahrbar gemacht. Jesus wurde aber von den Menschen verkannt und schließlich verraten. Schon zu Beginn seines öffentlichen Auftretens haben sich die Mächtigen gegen ihn verschworen, die glaubten zu wissen, was gut für das Volk sei und dabei nur an den eigenen Vorteil dachten. Schließlich brachten sie den Herrn mit ihrem Intrigenspiel, mit Verrat, Verleugnung und falschen Anschuldigungen ans Kreuz. Ist dadurch die Liebe Gottes zu uns Menschen besiegt worden? Nein, genau das Gegenteil ist der Fall. Durch Kreuz und Auferstehung hat Christus den Tod und alles Böse überwunden und die Tür zum ewigen Leben, das himmlische Reich, für uns alle aufgetan.

Meine liebe Mitchristen, was kann dieser Botschaft, der Verwirklichung des Heilswillens Gottes entgegengestellt werden? Wer kann sich darstellen als der, der sich selber geopfert hat für das Heil der Welt? Es gab und gibt viele Ideologien und falsche Heilslehren. Mit politischer Macht oder geschickter Überredungskunst soll den Menschen eingebleut werden, der Materialismus könne den Menschen glücklich machen. Wenn wir jedoch die Realität anschauen, dann müssen wir feststellen: Der Mensch kann sich nicht selbst erlösen! Gott allein kann und will das tun! Darum setzen wir unser Vertrauen niemals auf menschliche Heilslehren, auch wenn sie mit den Schalmeienklängen großer Rhetorik versuchen, die Menschen in Bann zu ziehen, und sich viele diesen „Rattenfängern" und falschen Propheten anschließen. Unser Weg hingegen führt hin zum Altar Gottes, wo Christus so demütig unter uns Menschen ist und sein Opfer für uns gegenwärtig wird. Hier gießt er seine Liebe in reichem Maße
aus und schenkt sich uns in seinem Fleisch und Blut als Speise und Trank zum ewigen Leben. Darum wollen wir auf die Frage des Herrn „Wollt auch ihr weggehen?" mit den Worten des Simon Petrus antworten: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes" (Joh 6,67f.).
In der gegenwärtigen Stunde der Kirche ist daher die innere Erneuerung unseres Glaubens, unserer Hoffnung und unserer Liebe angesagt. Unsere äußere religiöse Praxis soll erfüllt sein von der inneren Liebe zu Jesus Christus und einem tiefen Gottvertrauen. Als Laien, Ordensleute oder Priester leben wir nicht nur äußerlich unseren Glauben, damit alles seine nach außen objektive Richtigkeit hat, sondern machen unser ganzes Herz und Sein fest im lebendigen Gott. Im Blick auf ihn soll unser ganzer Tag gestaltet sein. Das beginnt bereits mit dem bewußten Beginn eines jeden Tages mit Gebet, Dank und Bitte um den Segen Gottes. Dann werden die Talente, die Gott uns anvertraut hat, zum Wohle der Mitmenschen eingesetzt und so die Kirche als der Leib Christi auferbaut. Beim Essen wollen wir die Nahrung nicht nur hinunterschlingen,
sondern Mahl halten und den Herrn als dem Geber aller guten Gaben Dank sagen für das tägliche Brot, das uns gegeben ist. Auch die letzten Minuten des Tages vor dem Zubettgehen sollen dem Herrn gehören. Wir wollen unsere Herzen erheben und Gott in der Gewissenserforschung für all das Gute danken, das wir erfahren durften, aber auch um Verzeihung bitten, wo wir gefehlt haben. Zur Erneuerung unseres Glaubenslebens gehört auch die Hochachtung vor den Mysterien des Heils, den Sakramenten, besonders der Eucharistie, der Buße und auch der Krankensalbung. Durch unsere Verbindung mit den Sakramenten nehmen wir Gott ernst. Wer aber Gott und seine Zuwendung zu uns ernst nimmt, versinkt nicht in der Hoffnungslosigkeit. Besonders wichtig ist auch unsere Sorge um die geistlichen Berufungen. Was wir in den letzten
Monaten erfahren und erleben mußten, ist im Hinblick auf die Taten Einzelner schlimm und furchtbar. Es belastet aber auch den ganzen geistlichen Stand, ja die ganze Kirche in einer Art Kollektivschuldzuweisung. Letzteres hat aber nichts mit einem Mitleiden mit den Opfern von Mißbrauch zu tun. Vielmehr wird von gewissen Kreisen die Gelegenheit gezielt am Schöpf ergriffen, um der Kirche zu schaden, sie zu diskreditieren und ihre Glaubwürdigkeit zu untergraben.

Wenn die Rede von Berufung ist, dann wäre es falsch, sich bedeckt zu halten und andere vorzuschieben. Es gilt vielmehr dem inneren Anruf, der Einzelnen in der Kirche gegeben ist, im vollen und ganzen Maß zu entsprechen.
Wenn der Ruf Christi an dich ergeht zu einem Leben nach den Idealen der Ordensgemeinschaften oder zum Verkünder des Evangeliums und Hirten seines Volkes im Priesteramt, dann darfst du nicht zögern und ängstlich sein, sondern dann sollst du mit vollem Herzen hintreten vor den Altar des Herrn und rufen:
„Adsum" - „Hier bin ich! Ich bin dein Diener, Herr, verfüge über mich! Ich stelle mich dir ganz anheim. Du weißt, wo ich am besten für das Reich Gottes wirken kann, um so allen Menschen das Heil gegenwärtig zu machen in ihrer Grundfrage nach dem Sinn unseres Daseins, nach dem Sinn all unserer Leiden und Mühen."
So ist es entscheidend für die Zukunft der Kirche, daß wir uns alle -jeder an dem Platz, an den er gestellt ist - nicht furchtsam zurückziehen oder uns mit dem Status quo zufrieden geben. Ein solches Verhalten wäre fatal! Wir sind missionarische Kirche! Die Kirche ist nichts anderes als der Vollzug der Sendung Jesu von Gott her: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch (...) Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert" (Joh 20,21). So sagt Jesus zu den Aposteln und ihren Nachfolgern. Er nimmt aber auch alle Gläubigen und die ganze Kirche in die Pflicht, Sakrament, d. h. „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott und für die Einheit der ganzen Menschheit" (Lumen gentium, 1) zu sein. So geben wir uns nicht zufrieden mit schwindenden, geringer werdenden Zahlen. Wir sind Volkskirche!
Wir sind die Kirche Gottes für das ganze Volk, für alle Menschen, die Gott nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen hat und deren Ursprung und Ziel er ist.
In diesem Sinne hat unsere Mitchristin, die selige Anna Schaffen ihr ganz konkretes Schicksal auf sich genommen, nicht gehadert, sondern stellvertretend gelitten für das Heil ihrer Mitmenschen. Dadurch können unsere verhärteten Herzen weich werden und unser Herz sich öffnen für die Liebe Gottes, die uns immer gegenwärtig ist. Durch ihre Fürbitte und ihr Beispiel gestärkt, gehen wir mutig den Weg hinein in die Zukunft. Allen Menschen verkünden wir das Heil: durch unser Leben, durch unser Leiden, durch unser Zeugnisgeben, durch unser Arbeiten in der Familie, in unseren kirchlichen Vereinen und Verbänden, am Arbeitsplatz, in unseren Pfarrgemeinden, in unserer Diözese und in der ganzen Weltkirche. Wir sind nicht Kirche auf dem Rückzug, sondern wir gehen als Kirche voran! Es ist unsere Aufgabe, den Menschen zu zeigen, wie
der Weg der Nachfolge Jesu Christi gelingen kann. „Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen" (Mt 5,15f.). Die Menschen sollen unsere guten Werke sehen, den Weg unserer Nachfolge Christi, damit sie den Vater im Himmel preisen und sich gemeinsam mit der ganzen Kirche und allen Gläubigen auf den Weg machen, der uns hindurchführen wird durch Kreuz und Leiden hinein in die Auferstehung Jesu Christi, in die selige Liebe, die uns geschenkt wird in der Gemeinschaft mit Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Amen.
(Quelle: "Selige Anna Schäffer", Dez. 2010, Brief 58, S. 20ff., Regensburg)



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