Mehr denn je ist die Erinnerung an das Apostolische Schreiben "Rosarium Virginis Mariae" lebendig, mit dem Papst Johannes Paul II. am 16. Oktober 2002 die Christenheit von neuem dazu aufgemuntert hat, zu diesem Gebet Zuflucht zu nehmen, wie dies schon alle letzten Päpste und die neueren Marienerscheinungen wärmstens empfohlen hatten. Um dieses Gebet, welches Papst Paul VI. als die "Zusammenfassung des ganzen Evangeliums" bezeichnete, zu vervollständigen, fügte er die "lichtvollen Geheimnisse" an: fünf Gesätze über das öffentliche Leben Jesu.
Wir wissen gut, wie Padre Pio den Rosenkranz nannte: Waffe. Waffe von außerordentlicher Kraft gegen Satan. Eines Tages hörte einer meiner Exorzistenkollegen den Dämon sagen: "Jedes Ave Maria ist ein Schlag auf mein Haupt; kennten die Christen die Kraft des Rosenkranzes, so wäre das für mich das Ende."
Aber was ist denn das Geheimnis, das dieses Gebet so wirkungsvoll macht? Es ist dies, daß der Rosenkranz gleichzeitig Gebet und Meditation ist; Gebet zum Vater, zur Muttergottes, zur Heiligsten Dreifaltigkeit; und gleichzeitig christozentrische Meditation. Wie es der Papst in seinem apostolischen Schreiben ausdrückt, ist der Rosenkranz kontemplatives Gebet: man erinnert sich Christus zusammen mit Maria, man lehrt Christus kennen durch Maria, man gleicht sich Christus an mit Maria, man verkündet Christus mit Maria.
Heute mehr denn je hat die Welt beten und betrachten nötig. Allem voran beten, denn die Menschen haben Gott vergessen und ohne Gott stehen sie am Rand eines tremenden Abgrunds; daher die ständige, beharrliche Aufforderung der Gottesmutter in all ihren Botschaften in Medjugorje zu beten. Ohne die Hilfe Gottes gibt man Satan gewonnene Partie. Und es braucht die Betrachtung, weil ohne sie die großen christlichen Wahrheiten vergessen gehen und in den Seelen die Leere zurückbleibt: eine Leere, die für den Feind ein Leichtes ist, sie aufzufüllen. Deswegen breiten sich Aberglauben und Okkultismus aus, vor allem in den heute in Mode gekommenen drei Formen: Magie, spiritistische Sitzungen, Satanskult.
Der Mensch heute hat darum mehr denn je Zeiten der Stille und der Besinnung nötig. In unserer lärmigen Welt braucht es das betende Stillsein. Auch angesichts drohender Kriege sind wir überzeugt, daß der Rosenkranz stärker ist als die Atombombe, wenn wir nur an die Kraft des Gebetes glauben. Wahr ist, daß er ein Gebet ist, das in Pflicht nimmt, eine gewisse Zeit verlangt. Wir andrerseits haben uns angewöhnt, alle Anliegen hastig zu erledigen, besonders jene mit Gott... Vielleicht macht uns der Rosenkranz auf die Gefahr aufmerksam, die Jesus Martha, der Schwester des Lazarus, bezeichnete: "Du kümmerst dich um viele Dinge, eines ist nur nötig". Auch wir stehen in derselben Gefahr: wir kümmern und mühen uns um so viele zufällige Dinge, die obenauf noch häufig der Seele schaden, und vergessen, daß nur eines wichtig ist, mit Gott zu leben. Daß doch die Königin des Friedens uns die Augen öffnen möge, bevor es zu spät ist.
Was ist heute die evidente Gefahr für
die Gesellschaft? Es ist die Auflösung der Familie. Der Rhythmus des
modernen Lebens hat die Einheit der Familie gesprengt: nur selten ist man
zusammen und manchmal, auch in diesen spärlichen Minuten, sagt uns
der Fernseher, wie und was es zu denken und zu sprechen gibt. Wo sind die
Familien, die am Abend den Rosenkranz beten? Schon Papst Pius XII. insistierte:
"Wenn ihr alle gemeinsam den Rosenkranz betet, werdet ihr den Frieden in
eueren Familien genießen dürfen, die Eintracht der Seelen wird
in euren Häusern wohnen." "Die Familie, die vereint betet, vereint
lebt", bekräftigte und wiederholte der Amerikaner P. Peyton, unermüdlicher
Apostel des Familien-Rosenkranzes, in allen Gegenden der Welt. "Satan will
den Krieg", sagte eines Tages die Madonna in Medjugorje. Also gut, der
Rosenkranz ist die geeignete Waffe, der Gesellschaft und der ganzen Welt
den Frieden zu geben, denn er ist Gebet und Betrachtung und stark genug,
die Herzen umzuformen und über die Waffen des Menschenfeinds zu siegen."